Death Valley National Park – Hot Place

Las Vegas – Death Valley Furnace Creek Ranch 125 Meilen 2,5 Stunden

 

Blick ins Death Valley von Dantes View
Blick ins Death Valley von Dantes View

Die Abkürzung ist der längste Weg

Den Namen Death Valley erhielt das Tal, als sich 1849 ein Siedlertreck mit über 100 Wagen, eine Abkürzug suchend, im Death Valley verirrte. Ihre Wagen mussten sie verbrennen, um ihre Rinder zu Verzehren. Erst nach mehreren Wochen fanden sie einen Ausweg und verließen das Tal mit den Worten 'Good bye, Death Valley'.

Nirgendwo sonst spüren wir die Wüste so deutlich wie hier in der flachen Senke des 'Tal des Todes' mit seiner abweisenden Schönheit und gnadenlosen Hitze. Wenn der Wind sich legt, herrscht absolute Stille.


Death Valley
Death Valley

 

Das Death Valley scheint nicht sonderlich beliebt für einen Familienurlaub, was vielleicht am Name liegt... es sei denn, es ist die Familie Manson. Charles Manson und seine Sekte, die sogenannte Manson Family, wurden 1969 in der Barker Ranch im Park aufgespürt und festgenommen.

 

Um das Death Valley richtig gesehen zu haben, muss man einmal übernachten. Hinzu kommt: Ins schönste Licht wird alles am Morgen und gegen Abend getaucht in den intensivsten Farben. Furnace Creek (ob Ranch, RV Campground oder das luxuriöse Furnace Creek Inn) ist die beste Wahl, um den Park zu erkunden, die wichtigen Spots sind von hier aus am besten zu erreichen.

 

Etwa 30 Meilen vor dem Death Valley tanken wir noch mal günstig voll in Amargosa Valley. Diese über 10 Meilen weit verstreute Siedlung mitten in der Wüste, verfügt über eine Oper, ein Casino und sogar einen großen Weinhandel – wie sich herausstellt, ein Rentner-Ruhesitz, dem es an nichts fehlt. TIPP: vor Death Valley auftanken, bei der einzigen Tankstelle in Furnace Creek zahlt man fast das Doppelte.

Unser Sightseeing-Programm mit 1 Übernachtung

Zabriskie Point, Death Valley
Zabriskie Point, Death Valley

Bei der Anreise Dantes View und Zabriskie Point, Einchecken in Furnace Creek, Nachmittag bis Sonnenuntergang 17 Meilen die Panoramastrasse 178  entlang: zu Golden Canyon, Artists Drive, Devils Golfcourse, Badwater Basin und zurück. Am nächsten Morgen bei der Weiterreise gen Westen (Hwy 190) erwarten uns nach 25 Meilen die Mesquite White Dunes – zum Sonnenuntergang ist das Licht hier aber noch besser.

 

HILFREICHE LINKS zum Death Valley National Park

Zu den Wandernden Steinen

Wandernder Stein auf dem Racetrack im Death Valley
Wandernder Stein auf dem Racetrack im Death Valley


Das Phänomen der 'Wandering Stones'  hat man nach langem rätseln  2014 aufgeklärt (Link)


Für spannende Ausflüge ins Todestal, wie zu den Wandernden Felsen in der Racetrack Playa ist ein robuster Allradwagen absolut zu empfehlen. Ein abenteuerlicher Weg auf dem messerscharfe Steine die Reifen aufschlitzen können. 

Hinunterblicken auf Death Valley

Blick ins Death Valley von Dantes View
Blick ins Death Valley von Dantes View

 

UNBEDINGT MACHEN  Grandioses Death Valley Panorama

 

Gleich nach der Parkeinfahrt erst zum Dantes View rauf fahren und auf den Bergrücken steigen für den besten Blick von 1700m in das tiefe 110 Meilen weite und unweltliche Tal des Death Valley – ein grandioses Panorama in beide Richtungen über die weißen Salzflächen des Badwater Basin, tiefster Punkt der USA. Auf dem exponierten Dantes Peak bläst ein ordentlich frischer Wind, gleich extremer wird als bei unserem nächsten Halt. Dantes View vom Hwy 190 in die ausgeschilderte 13mi Stichstraße, nur für Fahrzeuge bis 25feet, 7m machbar.

Heiß und begehrt – Zabriskie Point

Im Mosaic Canyon, Death Valley
Im Mosaic Canyon, Death Valley

Zabriskie Point der nächste Halt ist gleich ein weiteres Highlight und ein unvergesslicher Anblick.


Diese Badlands sind eine bizarre hügelige Erosionslandschaft  in changierendem Gold, Gelb und Ocker aus den versteinerten Sedimenten des vor 5 Mio. Jahren ausgetrockneten Sees. Da besonders populär, halten hier ständig Tourenbusse. Die Reisegruppen gehen in der Regel bis zum Viewpoint und halten sich nicht all zu lange auf.


Dieses Naturwunder kann man aber auch in aller Ruhe näher betrachten und in den Mosaic Canyon hinein laufen (markierten Trail rechts vom Parkplatz). Ende April staut sich hier die Mittagshitze schon wie im Brutkasten, aber wir sind alleine und die ½ Stunde Reinlaufen hat sich allemal gelohnt, wie die Bilder zeigen. Wasser und Eincremen nicht vergessen. 


Liebesspiele am Zabriskie Point

© Studio Zabriskie Point
© Studio Zabriskie Point

Als Rekord gelten 56,6° Celsius, wie es sich im Sommer im schattenlosen Canyon anfühlt, möchte ich nicht wissen. Nicht zu empfehlen ist dieser Ort für Liebesspiele, wie im Film Zabriskie Point (1970) – heute ein Kultfilm, damals ein Flop. 

Ästhetisch beeindruckend verfilmte Michelangelo Antonioni eine Geschichte über die amerikanische Jugend in den 1970ern und ihre Orientierungslosigkeit. Ein junges Paar begegnet sich mitten in der Wüste, sie rauchen einen Joint und lieben sich. Die Szene wächst zu einem Rausch sich liebender Paare an, einer Orgie am Zabriskie Point, selbst die Hügel scheinen zu menschlichem Leben zu erwachen. 

Scenic Road zum Badwater, tiefster Punkt der USA

Golden Canyon auf Scenic Road Death Valley
Golden Canyon auf Scenic Road Death Valley

BILDERGALERIE SCENIC ROAD  FURNACE CREEK - BADWATER BASIN

TIPP: Nicht zu spät zu der Tour losgehen. Durch die tiefe Lage und die hohen Bergketten war die Sonne hier schneller verschwunden als gedacht. Der Artists Drive, den wir uns für den Rückweg aufgespart hatten, lag leider schon im Schatten!


Scenic Road 178 – von Furnace Creek bis Badwater Basin –  17 Meilen one-way

  • Gleich zu Anfang kommt der Golden Canyon, dessen Sandstein die Sonnenstrahlen am späten Nachmittag golden leuchten lassen. Ein schöner kurzer Trail in eine schmalen Canyon mit Seitenarmen der nach einer Meile in der Red Cathedral endet. Es soll aber auch möglich sein weiter bis rauf zum Zabriskie Point zu gehen.
  • Die Fahrt geht weiter vorbei am Devils Golf Course, der umgewühlte, unwirtliche Platz müsse wohl der Golfplatz des Teufels gewesen sein.
  • Als nächstes folgt der Artists Drive, ein schmaler Seitenweg der nur in eine Richtung befahrbar ist (siehe Karte). Die Felsformationen Artist’s Palette (nach der Farbpalette eines Malers) schimmern in wunderbaren Farben von Rosé bis Dunkelrot und Türkis bis Grün durch die Oxidation der enthaltenen Metalle wie Eisen oder Kupfer. Eindrucksvoll vor Sonnenuntergang!
  • Badwater Basin, ist ein Überbleibsel eines vorzeitlichen Sees, die große Salzpfanne in der tiefsten Senke liegt 86 Meter unter Meeresspiegel (eine Markierung des Meeresspiegels ist oben am Felsen zu finden). Das Wasser in dem quellgespeisten Becken  wird durch das Salz ungenießbar, das ‚Badwater’ verdunstet zu Salzkrusten, die einem See gleich schimmern. Holzstege führen über den Salzsee. An einer sicheren Stelle kann man auf der Salzpfanne weit hineinlaufen.

Mesquite Flat Sand Dunes – Stille in den weißen Dünen

Mesquite Flat Sand Dunes, Death Valley
Mesquite Flat Sand Dunes, Death Valley

Es ist früh am Morgen als wir in die weißen Dünen steigen. Die Entfernungen täuschen, mindestens 1 Stunde gehen wir über Dünenkämme rauf und runter bis wir der großen Star Dune etwas näher kommen.

In der Ferne ist nur noch ein Pärchen unterwegs, kein Laut ist zu hören, unberührte Dünen, auf denen wir die ersten Spuren hinterlassen.

Ein großartiger Anblick – die hellen Sanddünen vor dem Hintergrund der  dunkeln Berge. Bedenken sollte jeder, dass er den ganzen Weg wieder zurück muss, daher Wasser + Sonnencreme nicht vergessen. 

Mesquite Flat Sand Dunes, Death Valley
Mesquite Flat Sand Dunes, Death Valley


Auch die Strecke bis zum Ende des Parks ist eine Augenweide.


Kurz vor Parkende halten wir im Panamint Springs Cafe (etwas verstaubter Laden) und lassen uns – auf das Versprechen hin, wir werden es nicht bereuen – zu dem amerikanischen Frühstücks-Buffet überreden. Zu einem meiner Tipps wird es nicht.


HINWEIS FÜR WOHNMOBILE: Mit einem gemieteten Wohnmobil darf man von Mitte Mai bis Mitte September nicht durch das Valley fahren, es besteht dann kein Versicherungsschutz, wegen der hohen Temperaturen kann das Betriebs-System ausfallen – so steht es im Mietvertrag. 

Furnace Creek

Wir schauen uns das Furnace Creek Inn an, das wie eine stille Oase in der Wüste ruht mit den hoch aufragenden Paramint Mountains im Rücken. Ein von Palmen umsäumtes schönes historische Haus von 1927, auch Innen sehr einladend die Lounge mit Kamin oder das Restaurant – für alle, die sich etwas gönnen wollen.

 

Wir übernachten 2 Meilen weiter in der Furnace Creek Ranch, wo es lebhafter zugeht. Die Ranch ist eine weitläufige grüne Anlage mit allem was man braucht:  Visitor Center, Hotel, RV Campground, Restaurants, Saloon, General Store, Freiluft-Museum, Post-Office, Tankstelle (teuer). Pool und Golfplatz werden von einer eigenen Frischwasserquelle gespeist! Der große Pool ist in der Tat einladend und erfrischend (bis 22 Uhr!), sein Wasser frisch aus der Quelle – und das mitten in der Wüste. Das Auto parkt man direkt vor seiner Tür, die Ranch Unterkünfte sind Motelartig angelegt und gut ausgestattet, in den typischen warmen Farben des Death Valley. Sehr gute große Betten, Kühlschrank und TV. Die Zimmer führen hinten raus zu einer großen Rasenfläche mit alten Tamariskenbäumen. Man sitzt schön auf der kleinen Terrasse und wir brauchen nur einmal quer über den Rasen laufen zum Abkühlen in den Swimmingpool. Auf dem Campground habe ich auch mal wieder die Möglichkeit zum Wäschewaschen (sehr günstig) im Laundry-Häuschen. Aktuelle Reviews

Furnace Creek Ranch, Death Valley
Furnace Creek Ranch, Death Valley
Quellwasser-Pool in der Wüste, Furnace Creek Ranch, Death Valley
Quellwasser-Pool in der Wüste, Furnace Creek Ranch, Death Valley

Die Restaurants und der General Store bilden eine nostalgische Häuserreihe, viele Reisebusse halten hier für das Lunchbuffet (Warteschlange) im Wrangler Restaurant, am Nachmittag wird es dann wieder ruhiger.

Nett ist das 49er Cafe und gut für Burger, Steaks, Salate und Frühstück. Sogar einen Saloon mit Juke-Box gibt es hier. Der recht große General Store hat alles bis zum Souvenir, gut versorgen kann man sich hier mit Lebensmitteln, Sandwichs und frischem Kaffee.

An diesem lauen Abend sitzen wir am liebsten auf unserer Terrasse beim kühlen Bier – später können wir noch einen tollen Sternenhimmel beobachten, der hier in der Wüste besonders klar ist. Das Death Valley ist auch ein Dark Sky Park, ein Lichtschutzgebiet ohne Licht-Smog!

Das kleine Borax-Museum erzählt die Geschichte der Ranch und dem schwierigen Borax-Abbau, angeschlossen ist eine große Freiluft-Ausstellung mit Relikten aus der Pionierzeit: Planwagen, Lokomotive, Arbeitsgeräte –  und zur Erinnerung kann man sogar nebenan im Post Office ein Postkarte abschicken. Alle Furnace Creek Restaurants

Text: Edel Seebauer / Fotos: Jürgen Mahler

 

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag in mein Gästebuch.