Griechenland – auf Peloponnes Rundreise

Peloponnes – Ein Land wie eine Schatztruhe, von wechselnden Landschaften und unvergleichlichem Licht

Peloponnese – die wilde Mani
Peloponnes – Wilde Mani
Delphi Delfi theater greece trip
Nicht auf Peloponnes aber als Abstecher ein Muß – das Orakel von Delphi

 

Auf einer der blau-weißen Urlaubsinseln Griechenlands hat sich manch einer schon im Liegestuhl zurückgelehnt und sich bei Hitze und kristallklarem Wasser schwer getan, alte Steine zu besichtigen.

Wer aber nach Peloponnes kommt, will in erster Linie Letzteres tun. Schwer fällt das nicht, denn man bewegt sich in einer antiken Schatztruhe. Auf einer Fläche so groß wie Hessen konzentrieren sich viele Highlights der griechischen Kulturdenkmäler:

 

Olympia, Mystras, Epidaurus, Mykene, Akrokorinth und Nemea.

 

Kulturreisende aus aller Welt steuern diese Orte an.

Wir wollen mehr als nur Antike. Auf der Peloponnes finden wir alles...

 

Hilfreiche Links...

Öffnungszeiten aller antiken Stätten

Greek Castels. Alle Burgen und  Festungen Griechenlands mit Karte  

Greek Ministry of Culture, alle kulturellen Sehenswürdigkeiten Griechenlands

Antike, Berge und viel Meer

Peloponnese – best fish restaurant Limeni
Peloponnes – Warten auf den Fisch, alles frisch in Limeni
Archäologisches Museum von Olympia, archeological museum Olympia
Nicht nur sportlich Weltklasse! Archäologisches Museum von Olympia

 

Natursehenswürdigkeit ersten Ranges...

Großartige Berge und tiefe Schluchten, das gewaltige Taygetos-Massiv mit seinen schneebedeckten Gipfeln, Steilküsten und einsame Badebuchten, melancholische Bergdörfer und beschauliche Fischerorte, die frühlingsgrünen Bergkegel der Argolis mit ihren Burgen und die archaische Landschaft und Türme der Mani.

 

Und immer wieder einladende Städte, die vor Leben sprühen und zu den schönsten Griechenlands zählen, stimmungsvoll und mit Kolorit, wie Nafplion und Pilos.

 

Kloster Prodromou Lousios-Schlucht Canyon Peloponnese
Spektakulär im Felsen das Kloster Prodromou in der Lousios-Schlucht
Nafplio old town Peloponnes Naflpoin
In der Altstadt von Nafplion ist ein jeder entspannt
Hafenstadt Pilos Peloponnese
Sympathische und authentische Hafenstadt Pilos – Peloponnes
Athen Akropolis Blick
Hauptstadt Athen und die Akropolis

 

Unsere Reisezeit Mai. Wir sind im Frühling unterwegs, die Halbinsel zeigt sich in voller Blütenpracht und selbst die sonst staubtrockene, steinige Mani im Süden der Peloponnes zeigt sich im grünen Kleid.

 

Zum Baden ist es nicht mehr zu kalt und zum Wandern noch nicht zu heiß. Die Urlaubssaison beginnt erst langsam und der Besucherandrang bei den antiken Stätten hält sich in Grenzen.

 

Link zum Wetter / Klima Peloponnes

 

Peloponnes Mani Beaches Strände
Eine der kleinen Strandbuchten in der schönen Mani bei Vathia – Peloponnes
antike Stadt Mykene Peloponnese
Die Burgruine der antiken Stadt Mykene – Blick von unserer Wanderung

Unsere Reiseroute Peloponnes mit Delphi und Athen

MIETWAGEN-REISE MITTE MAI AB/BIS ATHEN – 2 1/2 WOCHEN

 

ATHEN AIRPORT – KORINTH (LOUTRAKI) 115KM 1h15

  *(Antikes Korinth, Kanal von Korinth, Hera Heiligtum, Burg Akrokorinth, Nemea) 1 Nacht

ANTIKES KORINTH – NAFPLION 55KM 0h50

  *(Burg von Mykene + Wanderung, Burg von Tyrins, Argos, Epidaurus) 3 Nächte

NAFPLION – DIMITSANA 110KM 1h40

  *(Wanderung Lousios Schlucht, Stadt Stemnitsa) 1 Nacht

DIMITSANA –MYSTRAS 130KM 2h00 1 Nacht

MYSTRAS – MANI (Porto Kagio) 102KM 2h00

DIE MANI 82KM 1h45

  *Porto Kagio (1 Nacht), Areopolis  (2 Nächte), Kardamyli (1 Nacht)

KARDAMYLI – PILOS 88KM 2h00 (vorher Wanderung Wasserfälle Polylimnio) 1 Nacht

PILOS – OLYMPIA 110KM 2h00 1 Nacht

OLYMPIA – GALAXIDI 210KM 3h00 (vorher Lunch in Nafpaktos) 1 Nacht

DELPHI 34KM 0h35 1 Nacht

DELPHI – ATHEN 185KM 2h15 2 Nächte

Meine Reiseführer-Empfehlungen für Peloponnes

Im Gepäck haben wir den umfangreichen Peloponnes Reiseführer von Michael Müller in dem ich absolut nichts vermisst habe. Gespickt mit interessanten Hintergrund- und Randgeschichten, ist er höchst informativ und mit Begeisterung geschrieben, und auch als Führer durch die Museen brauchbar, gute Karten und Aufbau nach Regionen.

Für den Peloponnes Rother Wanderführer hat jeder Verwendung, denn er beschreibt auch interessante, einfache Wanderungen, auf die man alleine nicht aufmerksam würde. Viele Wege sind ohne Beschilderung, aber dank dem Rother-Führer gut zu finden. Ein guter Begleiter, ob in Städten, an den Küsten, in der Schlucht oder in anspruchsvollen Höhen der Bergmassiven.


Unsere Autokarte Peloponnes (Amazon) von freytag & berndt  mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Kanal von Korinth – Hera Heiligtum – Antikes Korinth – Nemea

Die Peloponnes zur Insel gemacht – der Kanal von Korinth

Das Bauwerk mit seinen bis zu 80 Meter hohen Steilwänden ist aus der Nähe beeindruckend und zum Greifen nah – ein Zwischenstopp lohnt sich!


Seit 1893 wird die Halbinsel Peloponnes künstlich durch den schnurgeraden Kanal von Korinth vom Festland getrennt. Früher hatte man die Schiffe die 6 km von einem Golf zum anderen über Land gezogen. Die Kanal-Idee existierte schon vor 2.600 Jahren, Kaiser Nero scheiterte daran und selbst Alexander der Große, dem sonst alles gelang. Was noch fehlte war die Erfindung des Dynamits. Der 6,3 km lange Wasserweg ersparte eine Umschiffung von 325 km. Für die moderne Schifffahrt taugt der 25 m breite Kanal aber schon längst nicht mehr. Heute wird er von Privatbooten und Touristenschiffen durchfahren, einem Motocross Freerider übersprungen, oder einem Stuntflieger durchquert.


ANFAHRT: Aus Athen kommend, noch vor dem Kanal rechts in Richtung Loutraki abbiegen. Kurz danach kommt die Autobrücke mit Fußgängerwegen. Von hier hat man den schönen Blick in den Kanal mit der alten Eisenbahnbrücke. Für eine andere Perspektive findet man ein Stück weiter versteckte, teils zugewachsene Zugänge.

Die Geschichte vom Kanal von Korinth.

TIPP: Ausflug zur Bucht der Hera-Kultstätte mit Einkehr zum Sonnenuntergang

Die schöne Küsten- und Bergstraße führt uns durch eine grüne Hügellandschaft mit schroff aufsteigenden Kalkspitzen, Eukalyptusbäumen und Olivenhainen und endet oberhalb der Klippe – und schon bald erblickt man die einzigartige Szenerie des Hera Heiligtums.

Hera-Heiligtum Kap Melangavi Griechenlad
Das Hera-Heiligtum am malerische Kap Melangavi unweit von Loutraki

 

Die Bucht und Kultstätte der Hera Limenia von Perachora liegt in einem Naturhafen, den die Seeleute auf ihrem Weg nach Korinth ansteuerten, um der 'Göttin des Hafens' ihre Opfer darzubringen.

Vom Heiligtum der Hera (Heraion) sind nur noch Reste sichtbar. Seine Anziehungskraft liegt in der malerischen Lage in einer kleinen Bucht am Kap Melangavi und der besonderen Atmosphäre, die man abends an dem fast menschenleeren Ort erlebt. Abseits der gut präparierten Wege lässt sich das Gelände an den Kalksteinklippen bis zum Leuchtturm erkunden, mit herrlichen Ausblicken über den Golf von Korinth. Nur vom Baden im klaren Wasser werden wir abgehalten von seltsamen, rotäugigen Quallen, die sich zu langen Ketten formieren. Wie sich später herausstellt, handelte es sich nicht um Quallen, sondern um harmlose Salpen.

 

EINKEHREN:  Taverna Edem für den fantastischen Ausblick und Sonnenuntergang, 5 km nach Loutraki in Richtung Perachora und Hera Heiligtum. Das Lokal mit dem riesigen Tonkrug davor. Telefon +30 27440-79111.

Einige Tavernen auch am Vouliagmeni-See.

ANFAHRT:  Abseits der üblichen Kulturroute, von Loutraki 18 km und 30 Minuten nordwestlich der Küste entlang (über das Dorf Perachora). Hera-Heiligtum bisher ohne Eintritt.

 

Zur Großansicht Klick auf Bildergalerie HERA HEILIGTUM

 

TIPP: Kurz vor dem Kap liegt zum Baden oder Einkehren der ruhige Vouliagmeni-See, der um 1880 an einer Enge zum Meer geöffnet wurde.

Vouliagmeni-See Griechenland
Der ruhige Vouliagmeni-See mit winziger Öffnung zum Meer
 Taverna Edem Perachora Griechenland
Sonnenuntergang und Lammkoteletts in der Taverne Edem bei Perachora

TIPP


Einen fantastischen Sonnenuntergang über dem Golf von Korinth

gibt es zum Abschluss von der großen Terrasse der Taverna Edem.

 

Die wunderbar gegrillten Lammkoteletts (günstiger Preis nach Kilo) sollte man hier probieren.


Das Antike Korinth war groß, reich und lasterhaft

Die sieben Säulen des dorischen Apollon-Tempels sind heute das lockende Wahrzeichen Korinths zu Füßen des Burgfelsen Akrokorinth.

 Apollon-Tempel, Antikes Korinth Peloponnes
Apollon-Tempel, das Wahrzeichen des Antiken Korinth

 

Die vor 2000 Jahren bedeutende, kosmopolitische Handelsstadt mit 80.000 Bewohnern gelangte durch ihre Lage zwischen den zwei Meeresgolfen zu Reichtum, während Athen noch eine aufstrebende junge Stadt war. Durch die hohen Preise der überteuerten Stadt entstand auch das Sprichwort „Nicht jede Sache ist die Reise nach Korinth wert“.

 

Weit berühmt war Korinth für seinen Keramik-Stil (Schwarzfiguren auf rotem Hintergrund), und berühmt berüchtigt für den Aphroditekult, der sakralen Prostitution als Tempeldienst mit mehr als eintausend Tempelprostituierten auf Akrokorinth. Wie der Dichter Eubulos erzählt, schwärmten diese nachts fast nackt in dürftigen Gewändern durch die Straßen um ihre Gunst für geringes Entgelt an Jedermann zu verkaufen.

 

Keine Fotos mit nackten Statuen!

Mit dem früheren lockeren Umgang mit der Sexualität ist es in Korinth vorbei. Im Archäologischen Museum werden Besucher mit Adleraugen bewacht und zurechtgewiesen, sobald sie sich mit einer nackten Statue fotografieren wollen. Posen verboten! heißt es (übrigens in allen Museen), aufgrund der vielen anzüglichen Posen vor allem jüngerer Touristen.

Verheerende Erdbeben haben die antike Stadt mehrmals zerstört, sie wurde 1858 sogar 6 km weiter wieder aufgebaut. Nach der römischen Herrschaft wurde Korinth unbedeutend – besiedelt von Normannen, Byzantinern, Kreuzrittern, Osmanen, Venezianern, wurde es um 1830 dann endlich wieder griechisch.

 

Spektakulärer Raub

1990 kam es in Korinth zum größten Museumsraub Griechenlands. 285 antike Kunstwerke von unschätzbarem Wert verschwanden spurlos 9 Jahre lang, bis das FBI den größten Teil in Miami aufspürte und ins Archäologische Museum nach Korinth zurückführte.

 

INFOS: Die Ruinen der größten römischen Stadtanlage in Griechenland besucht man am besten ganz früh oder spät (8 bis 20 Uhr, Museum bis 15 Uhr). Im Winter früher geschlossen, siehe Besucherinformationen Ancient Corinth. Die ersten Busse treffen gegen 10 Uhr ein! Zur Geschichte von Korinth

Apollon-Tempel, Antikes Korinth, Akrokorinth
Die sieben Säulen des dorischen Apollon-Tempels am Fuße des Akrokorinth

Zur Festung Akrokorinth

Die Burg Akrokorinth Castle
Burg-Eingang auf Akrokorinth

 

Aus der Ferne wie eine Krone, präsentiert sich die Burganlage von oben mit ihrer dreifachen Verteidigungsmauer gewaltig und beeindruckend.


Erstaunlich gut erhaltene Burgmauern mit Türmen und Zinnen winden sich an der Bergflanke auf und ab. Vom westlichen und höchsten Gipfel werden wir mit einem fantastischen 360° Panoramablick belohnt und stehen dabei sozusagen auf dem Tempel der Aphrodite, dem Ort der kultischen Prostitution, worauf allerdings nichts mehr hindeutet.

 

Von dem mächtigen Tafelberg mit seinen 575 m hatten alle Bauherren wie Eroberer der Burg den besten Überblick über den Schiffs- und Landverkehr, weshalb Akrokorinth stets hart umkämpft war. Man wandert an den hinterlassenen Überresten der wechselnden Besitzer vorbei – einer venezianischen Kapelle, türkischen Moschee oder byzantinischen Zisterne. Im Mai ist alles malerisch überblüht, aus jeder Mauerritze sprießt es. Die Pfade verlaufenden sich, sind wild und natürlich und unpräpariert. Schön so!

 

ANFAHRT: Von der Unterstadt führt  eine 3 km lange Straße hinauf zum Parkplatz vor dem mächtigen, dreitorigen Eingang von Akrokorinth. Achtung, anfangs glatte Steine beim steilen Aufgang. Im Mai war es mittags sehr heiß, die heißeste Tageszeit vermeiden. 1-1½ Stunden sollte man sich Zeit nehmen, wenn man das ganze Gelände erkunden will.

Besucherinformationen, bislang Eintritt frei, 8 bis 19 Uhr (Nov – März bis 17 Uhr). Mehr zur  Geschichte von Akrokorinth.

 

Akrokorinth erwandern für eine der schönsten Aussichten der Peloponnes

Wanderweg auf der Festung Akrokorinth Peloponnes
Wanderweg auf der Festung von Akrokorinth
Burg Akrokorinth Wanderung
Blütenreiche Wege auf Akrokorinth mit großartigen Ausblicken

Hotels nahe Korinth

Größere Auswahl an Hotels im Küstenort Loutraki kurz vor Korinth, mit dem Vorteil, einer ½ Stunde Fahrzeit bis zum Hera Heiligtum am Kap Iréon (Heraion), wie zum Antiken Korinth. Der lebhafte Touristenort Loutraki ist keine Schönheit, bietet ein reges Nachtleben und eine hübsche Seepromenade und ist der Quellort des gleichnamigen bekannten Mineralwassers. 

Hotels in Loutraki in Booking.com und Tripadvisor

Alternativ wohnt man ruhiger und recht hübsch direkt in Alt-Korinth mit Blick auf den Festungsberg Akrokorinth. Man ist bereits mit einem Fuß in der antiken Stadt, wenn es am nächsten Morgen heißt: Beat the crowds!

 

Eine empfohlene Unterkunft in Alt-Korinth ist Jo Marinis Rooms / Booking.com oder Tripadvisor.

Auch einige Tavernen findet man im Ort.


Argolis – Heroische Landschaft voller Heldengestalten

Come and Run – Wettlaufen im Antiken Nemea

Alle vier Jahre gibt es die 'Nemeischen Spiele' und jeder kann mitmachen!

Zuletzt am 10.-12. Juni 2016

Nicht auslassen! Nur 20 Autominuten vom Antiken Korinth entfernt und von Gruppenreisenden ausgespart, erfreuen wir uns an dieser schönen und einsamen Wettkampf- und Ausgrabungsstätte. Nemea ist einer der vier Austragungsorte der antiken Spiele (neben Olympia, Delphi und Isthmus). Von den Resten des Umkleideraums der Athleten führt uns ein 36 m langer Tunnel in das 320 v. Chr. erbaute Stadion. Ein besonderes Erlebnis: An den Wänden entdecken wir die eingeritzten antiken Graffitis der wartenden Wettkämpfer, bevor sie ins Stadion gerufen wurden. Darunter der Name TELESTAS (vielleicht der bekannte Ringer von der Statue in Olympia) mit dem Zusatz niko "ich siege".

 

Vom einst beeindruckenden Zeus-Tempel standen die längste Zeit nur 3 Säulen, bis mit neuester Technologie und mit den besten Steinmetzen 6 weitere Säulen aus den Trümmern wieder aufgebaut wurden. Dank dem Restaurationsprojekt der Berkeley University aus Kalifornien.

Zeus-Tempel von Nemea
Aus alten Säulentrommeln wieder aufgebaut, Zeus-Tempel von Nemea

 

Wir befinden uns hier im Herkules-Land. Den unverwundbaren Nemëischen Löwen, der in den argolischen Wäldern sein Unwesen trieb, hat Herkules (Herakles) mit bloßen Händen erwürgt, denn seine übernatürlichen Kräfte bekam er über Heras göttliche Muttermilch. In Lerna besiegt er die neunköpfige Schlange Hydra. Und am Stymphalos See, die riesigen Stymphalischen Vögel, die ihre eisernen Federn wie Pfeile abschießen.

Nafplion – Die Perle der Peloponnes

Nafplion, Nauplia Peloponnes
Nafplion, Perle der Peloponnes

 

Von der griechischen Hafenstadt 'Nauplia' sagen manche, es sei die schönste Stadt Griechenlands. Und wie man sich denken kann, hat Nafplios, Sohn des Meeresgottes Poseidon, sie gegründet. 1828 wurde Nafplion 'Erste Hauptstadt des unabhängigen Griechenland', bevor der Regierungssitz 1834 nach Athen wechselte.

 

In Nafplion stellt sich sofort ein Urlaubsgefühl ein, wie es ein mediterraner Küstenort vermittelt, in dem jeder entspannt scheint und genießt. Das Stadtbild ist äußerst attraktiv mit seinen neoklassizistischen Häusern, einladenden Altstadtgassen, Marmorpflastern und der langen Seepromenade. Lauschige Restaurants und Tavernen, coole Bars, nette Geschäfte und hübsche Herbergen – das alles zieht viele Griechen aus dem Großraum Athen an, vor allem an den Wochenenden. Nafplion ist zudem der ideale Ausgangsort für Erkundungen in die geschichtsreiche Umgebung, dazu mit mehreren Badestränden zum Abkühlen. Um die Stadt zu genießen und die vielen Highlights drumherum, verweilen wir hier die nächsten drei Tage.

 

 

Anfahrt Nafplion: Von Korinth kommend, am schönsten und ohne Autobahngebühr über die Landstrasse 7 durch Zitronen- und Orangenhaine. Die Orangen sind hier zuckersüß und saftig und werden überall sehr günstig angeboten.

Restaurants & Hotels in Nafplion

Die Restaurant-Auswahl in Nafplion ist groß. Am schönsten speist man in den hübschen, blumengeschmückten Altstadtgassen. Die Tische draußen füllen sich zum Abend und das anregende Geräusch aus Stimmen, klirrenden Gläsern und klapperndem Besteck dringt zu uns auf den Balkon.

  • Die umliegenden Restaurants sind alle recht gut und gut besucht. Das Hotel am besten aktuell befragen. Dimitris, die einfachere Taverne serviert am Samstag dazu griechische Livemusik, inklusive dem Sorbas-Syrtaki, der immer noch jeden berührt.

Gerne sind wir ins Aiolos gegangen. Eine gute Stimmung, etwas andere Gerichte und richtig gut schmeckendes Gemüse, wie die Rote Beete mit Knoblauchsauce, die Fava Bohnen oder das Lamm aus dem Ofen. Gute, bezahlbare Flaschenweine, die wir erstmal testen konnten. Aktuelle Gästebewertungen.

 

Wir genießen es mittendrin zu sein, unser kleines Hotel Kyveli Suites war eine richtig gute Wahl. Das historische Stadthaus hat viel Charme und nur 9 Zimmer, die hochwertig eingerichtet sind, dazu ein gutes großes Bett. Klimaanlage + lärmdichte Fenster, ein Leselicht wäre noch der einzige Wunsch. Eine winzige Rezeption, die jeden Morgen das Frühstück aufs Zimmer bringt. Von unseren zwei kleinen Balkonen (vom Bad und Schlafzimmer) blicken wir in verschiedene Altstadtgassen, die belebt sind, jedoch weit genug von den lauten Bars zu nächtlicher Stunde. Achtung also bei der Hotelwahl!

 

Hotel Kyveli Suites Nafplion. Mitten in der pittoresken Altstadt, gleich hinter dem Hafen und der großen kostenlosen 'Parking Area' (100m). Hervorragende Preis-Leistung. Gebucht über Booking.com Bewertungen s. Tripadvisor.

Nicht entgehen lassen – die Festung Palamidi

Palamidi Burg in Nafplion
Palamidi Burg in Nafplion
Festungsanlage Palamidi, Nafplion
Zum Verlaufen groß, die Festungsanlage Palamidi, Nafplion



Palamidi. Die umkämpfte Stadt wurde von den drei Festungsanlagen Palamidi, Akronafplia und Boúrtzi (auf der Insel) aus  gesichert. Griechenlands größte Festungsanlage Palamidi thront 230 m oberhalb der Stadt, und ihr ganzes Ausmaß mit den sieben Forts offenbart sich dem Besucher erst, wenn er die venezianische Burg betreten hat. Ein riesiger, verwinkelter Abenteuer-Spielplatz mit einer unschlagbaren Aussicht. Ein Blau in Blau in sanften Abstufungen vom Argolischen Meer zu den Bergen des Festlandes. Am späten Nachmittag in einem magischen Licht, das jeden Fotografen begeistern wird.

 

Zufahrt mit dem Taxi oder Auto (Parkplatz), schweißtreibender über 999 Treppen direkt vom Stadtzentrum in Nafplion.

Nafplions Hauptstrand die Karathona Bucht

Die Bucht von Karathona liegt 4,5 km südöstlich der Stadt und ist herrlich in die Landschaft eingebettet. Schönes und flaches Wasser zum Schwimmen, der Strand war im Mai allerdings ungepflegt. Erst zur Hochsaison, so sagt man uns, wird hier aufgeräumt. Kaum Schatten, eine Bar und Taverne, wer sich für den Abschnitt mit Liegen & Schirm-Verleih entscheidet, muss die durchgehende Musik in Kauf nehmen.

 

Wander-Tipps Karathona Bucht

Die Badebucht ist auch zu Fuß über den Küstenweg erreichbar, von Nafplion bis zur Bucht in ca. 1 Stunde (Rother Wanderführer Peloponnes, Amazon).

Karathona Bucht – Strand von Nafplion
Karathona Bucht – Stadtstrand von Nafplion

 

Ein aussichtsreicher Spaziergang. Die Straße linkerhand vom Karathona Strand endet in einer kleinen Parkbucht. Ein ausgetretener, schmaler und  im Frühjahr farbenprächtiger Küstenpfad führt zu einer kleinen Kappelle mit schönem Ausblick – 20min Gesamtweg.

Karathona Strand Nafplion
Schöner Spaziergang hinter der Karathona Strand
Karathona Bucht bei Nafplion
Karathona Bucht bei Nafplion

Blau-Weiß – Bayern und Griechen sind sich näher als man denkt

Blau-Weiß, die griechischen Nationalfarben sind das Vermächtnis der Bayern – und schon einmal gab es eine Griechenland-Rettung.

 

1832 nach dem Unabhängigkeitskrieg und der Befreiung von den Türken war das Land wirtschaftlich am Boden. Auf Drängen der internationalen Staatengemeinschaft ernannte das unabhängige Griechenland den damals 16-jährigen Prinz Otto von Bayern zu ihrem König, der den Griechen nicht nur das bayerische Weiß-Blau als neue Nationalfarbe brachte oder das heutige Parlamentsgebäude baute. Sein Vater, Bayernkönig Ludwig I, bekennender Anhänger des Philhellenismus, stärkte ihm den Rücken und schickte seine besten Beamten für einen modernen Staatsaufbau nach Athen. Darunter seinen Finanzminister Joseph von Armansperg, der den Griechen schnell klar machte, warum er in Bayern den Spitznamen „Sparmansberg“ inne hatte. Zudem änderte Ludwig I. durch das griechische Ypsilon die Schreibweise von Baiern auf Bayern.

 

Schon damals überstiegen die Kosten die Erwartungen. Alle Soldaten und Freiheitskämpfer erwarteten eine gut abgesicherte Stellung vom Staat – der Beginn des aufgeblasenen Beamtenapparats. Trotz der hohen Verdienste des jungen Königs (Aufbau eines Finanz- und Rechtssystems, Universitäts- und Schulwesens), blieben am Ende seiner 30jährigen Regentschaft nur Schulden übrig. Ein Denkmal wurde ihm in Griechenland nicht gesetzt.


Deutscher Bier Pionier FIX. Das erst Bier nach Griechenland brachte, wie sollte es anders sein, ein Bayer. Braumeister Fuchs wurde vom damaligen griechischen König Otto von Bayern nach Athen geholt – zur Versorgung seines Königshofes versteht sich. Daraus entstand die erste Großbrauerei Griechenlands und 1864 die Gründung der erfolgreichen Biermarke FIX, deren Monopol nach rund 100 Jahren von der griechischen Regierung beendet wurde und 1983 zum Bankrott führte.

Seit 2010 wird das beliebte leichte FIX Bier in Hellas wieder gebraut.

Highlights & Ausflüge von Nafplion

Belagerung von Mykene

antike Burgstadt Mykene, Peloponnes
Die antike Burgstadt Mykene
Löwentor von Mykene, Peloponnes
Berühmt – das Löwentor von Mykene


Für den Besuch von Mykene gilt: Früh da sein, bevor es belagert wird.


Sonntag ist Familienausflug! Nach 10 Uhr treffen die Busse der ausländischen Kulturreisenden auf die Busse mit griechischen Großfamilien und kämpfen um jede denkbare Parkmöglichkeit. Wie in früheren Schlachten, stürmen Heerscharen das berühmte Löwentor, das wir noch vor einer Stunde in einsamer Stille studiert haben.

 

Die Ruinen der mykenischen Oberstadt thronen auf einem exponierten Hügel in einer wilden Berg-und-Tal-Landschaft. Die kyklopische, imposante Ringmauer aus scheinbar unbehauenen Steinblöcken ist eine meisterliche Konstruktion, die schon 3.500 Jahre lang standhält. Hier lebten die Achäer, ein Volk von Eroberern, bekannt für ihr Gold und ihre Tragödien. Durch das legendäre Löwentor brachten sie von ihren Raubzügen Gold, Vieh und Sklaven. Sehenswert auch das Schatzhaus des Atreus und die kreisrunden Schachtgräber der Könige von Mykene, die in der Palastanlage lebten.

 

Heinrich Schliemann mit seiner Spürnase hat 1874 die Goldschätze von Mykene entdeckt und geborgen. Geleitet haben ihn dabei nicht zum ersten Mal die Schilderungen aus Homers Epen Ilias und Odyssee. In diesem Fall aber, ließen ihn vor allem Pausanians Reiseberichte um 160 v. Chr. den Spaten an der richtigen Stelle ansetzen. Ausgegraben hat er u.a. die berühmte goldene Totenmaske, die König Agamemnon gehört haben soll, welcher von Mykene aus seine blutigen Feldzüge leitete und die Griechen gegen Troja führte. Inzwischen schreibt man die Mykenische Totenmaske einem anderen König zu – dennoch bleibt sie beeindruckend. 


Mykene Besucherinformationen

Die Geschichte von Mykene

 

Heinrich Schliemann und Wilhelm Dörpfeld am Löwentor von Mykene (ca.1885) Foto Wikipedia Heinrich Schliemann
Heinrich Schliemann und Wilhelm Dörpfeld am Löwentor von Mykene (ca.1885) Foto Wikipedia Heinrich Schliemann
Mykenische Totenmaske, Foto Wikipedia Heinrich Schliemann
Mykenische Totenmaske, Foto Wikipedia Heinrich Schliemann

Aussichtsreiche Wanderung bei Mykene

Diese Wanderung (Rother Wanderführer Peloponnes) führt links um Mykene herum auf den Agiolias Berg (797m). Wir kürzen sie ab (3½ - 4 Stunden), indem wir die schmale Teerstraße noch weiter fahren und das Auto am Wegrand abstellen, bevor wir auf die historische Mykenische Straße (Schotterweg) stoßen. Danach wird man vom Wanderführer gut geleitet (was auch nötig ist), über Wirtschaftswege mit mehreren Toren (erst das 3. Tor führt zum Gipfel!). Ab hier wird der Weg schöner und führt in Kehren bis auf den Aussichtsgipfel. Oben ist es schattenlos und heiß, und die kleine verfallende Kapelle haben Macchia und Ziegen eingenommen – aber die Aussicht entschädigt. Bei heißem Wetter weniger zu empfehlen. Wanderbeschreibung.

Schliemanns homerische Schnitzeljagd

Aus Sage Geschichte machen.

 

Heinrich Schliemann schaffte es als sprachbegabter, mecklenburgischer Kaufmann mit 41 Jahren zum Multi-Millionär und war fest entschlossen Archäologe zu werden, um seinen Kindheitstraum von Homers Troja aus der Odyssee zu verwirklichen. Sein einfacher Plan: Mit genug Geld und Homer als Wegweiser fündig zu werden. 1864 löst er seine Firma auf, um Troja zu suchen sowie eine "schwarzhaarige Griechin“ über ein Inserat, die er in der 17jährigen Sophia findet und sie ehelicht.

 

Von der Fachwelt wurden die romantischen Vorstellungen und rabiate Vorgehensweise des reichen Amateur-Archäologen kritisiert oder belächelt – bis er sie zum Schweigen brachte und 1873 die Existenz des antiken Trojas als realen Ort bewiesen hatte. Für Homers Troja hatte er jedoch 1000 Jahre zu tief gebuddelt, wo er auf den großen Schatz des Priamos stieß.

 

Der Schlüssel zu Schliemanns Erfolg waren seine unendliche Energie und phänomenale Neugier – und nicht zuletzt die 22 Sprachen, die er fließend beherrschte, 11 davon auch in Schriftform. Sechs Wochen soll er benötigt haben, um sich z.B. Französisch, Russisch oder Spanisch beizubringen.

Epidauros – vor der Wunderheilung ins Theater

Epidauros Theater Peloponnes

 

Asklepios vielbesuchter Kurort bot seinen Besuchern natürlich auch Unterhaltung.

 

Im schönsten antiken Theater der Welt in Epidauros sitzen wir, wie andere Besucher schon vor 2.300 Jahren, und spitzen unsere Ohren. Ein spanischer Fremdenführer will die weltberühmte Akustik demonstrieren und zerreißt ein Blatt Papier, was wir in der allerletzten 55. Reihe deutlich hören, genauso wie das Fallen einer Münze. Die Architektur des Theaters fügt sich vollendet in die Naturkulisse, und am schönsten verweilt man hier am späten Nachmittag und verfolgt das Schauspiel der nur noch wenigen, kommenden und gehenden Reisegruppen: Dem Auftritt des deutschen Kirchenchors folgen die Italienern mit "O sole mio", und den stärksten Applaus bekommt der Shakespeare vortragende Amerikaner mit der Baseballkappe.

Das Asklepieion von Epidauros war so erfolgreich, dass seine 800 Betten für alle Hilfesuchenden längst nicht ausreichten und etliche Filialen in ganz Griechenland entstanden.

 

Der Asklepios-Heilkult breitete sich um das 5. Jh. v. Chr. in ganz Griechenland aus. Die weit angereisten 'Patienten' legten sich nach ihrer Opfergabe im Asklepios-Tempel auf die noch blutigen Häute der geopferten Tiere und warteten auf den heilenden Schlaf, um mit der Gottheit in Kontakt zu treten. Per Traumheilung erwacht der Kranke am nächsten Morgen wieder gesund. Psychologie und Suggestion, und das Vertrauen in die Heilkunst des göttlichen Asklepios halfen dabei. Manchmal brauchte es nichts Göttliches dazu, sondern nur eine Bürste, um einen Leidenden vom Flohbefall zu erlösen.

 

Sitte war es, die Heilungs- und Wunderberichte auf Gedenktafeln kundzutun, teils mit Abbildungen der geheilten Körperteile. Eine besondere Heilung war die der Kleo, die bereits 5 Jahre schwanger war und nach dem Tempelschlaf einen Sohn gebar, der sogleich munter an ihrer Seite lief.

  • Im Sommer finden in Epidauros Theaterfestspiele und Konzerte statt. Die antiken Dramen sind auch ein Erlebnis, wenn man sie nicht versteht. Epidauros Festival Programm
Fischerdorf Vivari Taverne Peloponnes
Taverne am Wasser, Fischerdorf Vivari

Auf dem Weg nach Epidauros machen wir einen Bade- und Lunch-Stopp beim Fischerdorf  Vivari.

 

Der etwas verwilderte Strand bietet keinen Service oder Schatten, reicht aber für ein erfrischendes Bad. Im kleinen Fischerdorf Vivari liegen mehrere Fischtavernen einladend am Wasser, wie die Taverna Dimitris.

Lage: 13 km östlich von Nafplion, 10min von Tolo.


Das antike Argos

Ein weiteres sehenswertes Theater, das größte der griechischen Antike, steht in der Stadt Argos!

 

ARGOS. Die älteste Stadt Griechenlands und eine der erstbesiedelten Orte Europas wurde vor rund 5.000 Jahren gegründet – wovon auf den ersten Blick nichts zu erkennen ist. Moderne Zweckbauten, viel Verkehr, aber zur Abwechslung eine geschäftige, normale Stadt der Griechen ohne nennenswerte Touristen. Fast wären wir am Amphitheater vorbeigefahren, das in den Larissa-Hang hineingehauen wurde und das größte und steilste ganz Griechenlands ist. Erbaut Ende des 5. Jh. v. Chr. mit 83 Sitzreihen und Platz für 20.000 Zuschauer (Epidauros mit 55 Reihen und 14.000 Sitzplätzen). Vom vorbeifahrenden Verkehr ignoriert, liegt das Theater verwildert am Stadtrand und ist ziemlich eindrucksvoll.

 

Außerdem in Argos:

  • Montag und Mittwoch ist der lokale Markttag.
  • Der Larissa Berg mit der mittelalterlichen Festung mit toller Aussicht.
  • Argos liegt 20 km und 30min nördlich von Nafplion. Das antike Argos mit dem Theater liegt an der westlichen Ausfallstraße nach Süden Richtung Tripolis.

Tiryns mächtige Mauern haben einäugige Riesen erbaut

Wer vermochte vor 3.500 Jahren diese 8 Meter dicken Mauern aufgestellt haben, mit Blöcken von je 14t Gewicht?

Es sollen die Kyklopen gewesen sein, die in Höhlen lebenden, Keulen schwingenden, einäugigen Riesen aus Homers Sage, die Proitos, König von Tiryns beauftragt hatte. Die Mauern der Festung von Tiryns waren stabiler als die in Mykene, da ihre Lage im Schwemmland nicht viel Schutz bot. Von der gewaltigen Burg ist nicht viel übrig geblieben, die Mauerreste aus tonnenschweren, riesigen Steinquadern machen jedoch einen starken Eindruck.


Lage: Tyrins liegt einen Katzensprung von Nafplion entfernt direkt an der Straße nach Argos.

 

Stemnitsa – Dimitsana – Lousios-Schlucht – Mystras

Kühle Bergdörfer und scheue Mönche in der Schlucht

Vom Land der Mythen geht es ins arkadische Hochland zu den Bergdörfern Stemnitsa und Dimitsana, wo die Lousios-Schlucht auf uns wartet mit dem mittelalterlichen Kloster Prodromou, das spektakulär in der Felswand hängt.

 

Man kommt in eine mystische Gegend mit dicht bewaldeten Hügeln, Dörfern mit kühlen Natursteinhäusern und unzähligen Kirchtürmen. Gleich zwei der romantischsten Bergdörfer Stemnitsa und Dimitsana liegen keine 10 km von einander entfernt.

 

Auf dem Weg besuchen wir erst noch die Sommerfrische Vytina, und hier hat es vergleichsweise kühle 12 Grad. Im Dorf von Vytina findet man ein paar kleine Geschäfte, die den viel gerühmten Vytina-Tannenhonig verkaufen oder den aromatischen Thymianhonig. Im Frühjahr kann man die Wälder summen hören mit ihren Tausenden von Bienenkisten.

 

Hier oben im noch frischen Bergfrühling wirken die Dörfer friedlich und verschlafen, und die wenigen Besucher werden von den im Kafenion sitzenden Alten beäugt. Die Abgeschiedenheit ist aber auch Grund für die unübersehbare Landflucht. Viele alte Häuser stehen verlassen und junge Menschen sehen wir kaum – außer in Stemnitsa, wo noch die alte Tradition der Silber- und Goldschmiedekunst gelehrt wird.

Charmantes Stemnitsa

An der schönen Platia mit dem Glockenturm gibt es ein paar Tante-Emma-Läden, Tavernen und das einladende, nostalgische Kafenion. Um den alten Kohleofen sitzen die Lehrlinge der berühmten Goldschmiedeschule des Dorfes. Heute betreibt der Sohn das Cafe und serviert uns den umwerfenden und saftigen Orangenkuchen seiner Mutter.

  • Vom Dorfplatz in Stemnitsa führt eine Gasse zu einer kleinen Aussichtsterrasse über das Lousios-Tal.
  • In den Auslagen der kleinen Schmuckgeschäfte werden wirklich erlesene und kreative Arbeiten aus der lokalen Schmiede angeboten – alles Unikate.

Von Stemnitsa hat man den besten Zugang in die Lousios-Schlucht für die Wanderung zum Kloster Prodromou, dem schönsten Kloster auf der Peloponnes. Zu der Wanderung kommen wir noch später.

Bergdorf-Idyll Dimitsana

Bergdorf Dimitsama, Peloponnes
Bergdorf-Idyll Dimitsama, Peloponnes

Das Bergdorf Dimitsana liegt besonders reizvoll auf einem Bergsattel auf 1.000m und wird vom Lousios-Fluss von drei Seiten umschlossen. Ein beschauliches Dorf mit steilen Gassen und Treppen, und fast so vielen Kirchen wie wir Einwohner erblicken – und von überall eine Aussicht!

 

In der Kurve der Dorfstraße gleich neben dem alten Kafenion gibt es einen Platz mit Sitzbänken, von dem man direkt hinab ins Lousios-Tal blickt. Hier bekommen wir noch die letzten, wärmenden Sonnenstrahlen ab, sitzen nur und beobachten. Zwei ernsthafte Dorfvertreter scheinen Wichtiges zu besprechen, während sie immer wieder auf und ab laufen und zwischendurch auf die welkenden Blumenkübel deuten. Nur ein paar Schritte weiter kommt das Restaurant Sto Kioupi, das unser Gastgeber uns für heute Abend empfohlen hat. Ein hübscher Raum mit Leuchtern und einem großen Kamin empfängt uns. Die außergewöhnliche Karte ist eine willkommene Abwechslung: Cremig zart, die Riesen Fava-Bohnen in pikanter Sauce, toll. Eine klare Ziegenbrühe, zu der das darin gekochte Fleisch separat gereicht wird. Dreierlei Fleisch im Papier gebacken. Wildschwein aus den heimischen Wäldern. Schade, dass nur wenige Tische belegt waren. Restaurant-Bewertungen.

  • Das unweit von Dimitsana gelegene Wasserkraftmuseum könnte spannend sein, leider war es an dem Tag geschlossen. Das Freilichtmuseum zeigt, wie hier einst die Wasserkraft genutzt wurde – zum Mahlen von Getreide und Schwarzpulver oder zum Gerben und Färben.

Hotel Tipp in Dimitsana

 Wunschlos glücklich im Guesthouse Enastron

 

Guesthouse Enastron, Dimitsana
Bestens beherbergt werden wir im Enastron, Dimitsana

 

Eigentlich ist hier alles Top: Die Zimmer, die Lage, die Tipps, das Frühstück, der Preis.

Das sympathische Ehepaar hat viel Mühe und Qualität in das Haus und die 5 Zimmer gesteckt. Eine Top Einrichtung aus hochwertigsten Materialien vom Bett bis zum Bad. DVD/CD-Player, Flachbildschirm (mit ZDF), W-Lan, Minibar, Balkon, Bademäntel, Hausschuhe, Pflegeprodukte. Von der Haustür führt ein kurzer Weg direkt auf die Dorfstraße zu den Cafes und Restaurants. Im gemütlichen 'Wohnzimmer' wird ein großartiges Frühstück serviert: Man kann kaum alles probieren. Ob Fleisch-Tarte, heißes Schinken/Käse Toast, Omlettes nach Wahl, frische Erdbeeren mit Sahne, Joghurt mit Honig – und das umwerfende, frisch gebackene, luftige Mille Feuille, das wir unbedingt probieren mussten. Sehr empfehlenswert.

 

Enastron Guesthouse über Booking.com und Tripadvisor

 

Klick Bildergalerie Enastron Guesthouse

Gib dem Affen Zucker – Besuch im sagenhaften Kloster Prodromou

Die Lousios-Schlucht ist ein Highlight für jeden Wanderer, verbunden mit dem Besuch des versteckten, orthodoxen Klosters Prodromou.

Klosters Prodromou in den Bergen Peloponnes
Ziemlich spektakulär liegt das Klosters Prodromou
Klosters Prodromou Peloponnes

 

Holzbalkone und Zimmerchen aus Holzverschlägen kleben wie Schwalbennester im Felsen. Wo düstere Mönche seit über 1.000 Jahren durch schummrige Höhlenräume schleichen.

 

Von den abweisenden Mönchen in Prodromou haben wir gehört. Haben sie das Maultier vor dem Kloster absichtlich in den Weg gestellt, das wild ausschlägt, als der Franzose vor uns vorbei will? Alle machen einen Umweg, keiner traut sich mehr vorbei. Die bärtigen Mönche in ihren schwarzen Kutten machen keine Anstalten uns hereinzubitten, als wir durch das geschlossene Tor zu ihnen in den Hof blicken. Das Schild draußen zeigt uns aber an, geöffnet bis 13 Uhr. Das ist ihre Masche – die Franzosen ziehen weiter. Nach einigem Zögern drücken wir die Klinke – und treten ein.

 

Keine Begrüßung oder Ansprache. Durch Felsengänge kommen wir ins Innere und schauen uns schüchtern um. Ein Mönch schleicht vorbei und deutet in einen Raum. Dort stehen schon zwei Tassen heißer, griechischer Kaffee und eine Schale Süßigkeiten. Mir scheint, sie sind eher scheu als unhöflich. Glücklich, dass wir geduldet werden, greifen wir beherzt nach dem klebrigen, in Staubzucker gewälzten türkischen Lokum, das schmerzhaft süß und äußert schwer herunterzuspülen ist – und bedanken uns am Ende großzügig mit der erwarteten Spende. Hochinteressant! Nicht zögern, einfach reingehen.

  • Ab 13 Uhr Ruhezeit und für Besucher geschlossen. Kein Eintritt dafür eine kleine Geldspende liegen lassen.
  • Kloster Prodromou Besuch mit dem Auto (Google map). Nach dem Ort Stemnitsa führt eine Serpentinenstraße 9 km und 700 m hinab, wo gut sichtbar eine kleine Kapelle steht parken, ein Weg führt in 15-20 Minuten hinab zum Kloster.

 Klick Bildergalerie Kloster Prodromou

Lousios-Schlucht Wanderung

Bei Stemnitsa führt eine Serpentinenstraße hinab zum antiken Gortys, eine einsam schön gelegene kleine Ausgrabung, wo die Autos geparkt werden. Der Weg durch die 200m tief eingeschnittene Schlucht ist beschildert. Am rauschenden Lousios-Fluss entlang, passiert man den früheren, idyllischen Waschplatz der Mönche, bis ein steiler Weg zum Kloster Prodromou abzweigt. Wieder zurück am Fluss, geht es auf der anderen Seite in steilen Kehren zum Philosophos-Kloster hinauf. Vorher führt ein lohnenswerter Abstecher zu den verfallenen aber sehenswerten Ruinen des früheren Klosters mit herrlichem Weitblick über den Canyon bis hinüber zum Prodromou Kloster.

  • Diese Wanderung von ca. 3 ½ Stunden (ohne Pause, gleicher Rückweg) ist einfach aber das ständige auf und ab kann anstrengend werden, vor allem bei Hitze. Bis zum Kloster Prodromou ca. 1 Stunde  und weitere 45 min bis zum Philosophos-Kloster. Rother Wanderführer Peloponnes
  • Anfahrt: Von Stemnitsa Richtung Dimitsana, die Abzweigung mit dem Schild 'antikes Gortys' nehmen, nach 10km  Parkplatz. Google Map
  • Nach starkem Regen Gefahr von Flutwellen am Lousios Fluss.
Lousios-Schlucht mit Kloster Prodromou
Lousios-Schlucht mit Kloster Prodromou

Auf Mystras Tour

Mystras, Peloponnes
Die byzantinische Stadt Mystras, Peloponnes

 MYSTRAS

 

In andächtiger Stille ruht die alte Ruinen-Stadt aus Stein und roten Ziegeln mit ihren über 25 Kirchen, als wir am Abend im kleinen Ort ankommen. Äußerst eindrucksvoll liegt Mystras steil an einem Ausläufer des sich auftürmenden, mächtigen Taygetos-Gebirges.

 

Am nächsten Morgen offenbart sich uns ein spektakuläres Open-Air-Museum aus byzantinischen Kirchen, Klöstern, Adelshäusern, Palästen und einer Himmelsfestung. Im Gegensatz zum benachbarten, versunkenen Sparta, zeigt Mystras heute noch prachtvoll seinen Reichtum von einst und gibt einen faszinierenden Einblick in ein anderes Zeitalter – als die Stadt im 13. Jahrhundert neben Konstantinopel Nabel der byzantinischen Welt war.  Auf 15 Kirchen verteilen sich die seltenen und gut erhaltenden, byzantinischen Fresken. Dabei war das Leben hier keineswegs nur dem Geistigen und Geistlichen gewidmet – bunt und prunkvoll ging es bei den Feierlichkeiten der adligen Stadthalter und Kaufleute zu. Als Konstantinopel an die Türken viel, begann auch Mystras Niedergang, das 1770 auf Geheiß der Türken, von albanischen Truppen zerstört und geplündert wurde.

Für die Besichtigung von Mystras sollte man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Das Gelände lädt zu vielen kleinen Pausen ein, mit ständiger Aussicht auf die Talebene und Sparta. Am Dorfplatz kaufen wir fürs Picknick ein und wählen den anstrengenderen Weg von der Unter- in die Oberstadt (Eingänge gibt es an beiden Toren), auf dem wir wie erhofft, wenige Besucher antreffen.

  • Wer mit dem eigenen Auto da ist, kann sich mit dem gleichen Tagesticket z.B. erst die Unterstadt anschauen und danach hochfahren für die Oberstadt.
  • Manche Hotels bieten ihren Gäste an, sie die 3km zum oberen Eingang zu fahren (Fortress Gate), damit sie sich nur noch bergab arbeiten müssen.
  • Wegen der glatten Steinwege, rutschfestes Schuhwerk empfohlen!
  • Mystras Besucherinformationen

Fotogalerie Mystras

Die kleine Ortschaft Mystras

Vom kleinen, neuen Dorf Mystras sind wir angenehm überrascht. Trotz des täglichen Touristenstroms hat es noch Charme und ein ausgezeichnetes Restaurant! (ganz anders ist Delphi oder Olympia).

 

Von unserem Balkon über dem Dorfplatz haben wir alles im Blick. Um die Platia mit der riesigen Platane reihen sich kleinere Hotels, bis spät geöffnete Tante-Emma-Läden und eine gute Konditorei. Dazu zwei Kafenions – in dem einen sitzen die Alten, im anderen verfolgt die Jugend ein Champions-League Spiel. Das freundliche Hotel Mystras Inn liegt direkt an der Platia, ist einfach und sauber, und bietet Zimmer mit Balkon (Hotel Mystras Inn bei Booking.com und Tripadvisor).

Neustadt Mystra new city Peoloponnes
Die sympathische kleine Neustadt Mystras – unser Hotel an der Ecke

Tipp: Das Chromata Restaurant in Mystras

Vier Kilometer oberhalb von Mystras liegt es versteckt, das Chromata Restaurant, in einem alten Steinhaus von dem der Ausblick nicht besser sein kann. Für die schöne Terrasse ist es am Abend zu kühl, aber der Talblick auf das von der sinkenden Sonne angestrahlte Sparta hält uns noch zum Aperitif draußen fest.

 

Drin ist der Speiseraum warm und urgemütlich, das junge Team ist locker und professionell. Serviert wird, was Boden und Land lokal hergeben in Form einer ausgezeichneten Landküche aus besten Produkten – viele davon von der Familie selbst angebaut oder aufgezogen, wie die Kräuter und Wachteln nebenan im Garten.

 

Alles war toll: Die geröstete Rote Beete mit lokalem Schafskäse, die Fava Bean Fritters auf frischem Kräuter-Joghurt, und die köstlich gegrillten Wachteln (siehe ganze Speisekarte in Fotos). Hier würde man gerne öfters essen!

 

Lage/ Adresse Chromata Restaurant Mystras und aktuelle Bewertungen.

Chromata Restaurant Mystras
Unbedingt probieren, die Wachteln im Chromata Restaurant Mystras

Abstecher Sparta – von seinem Geist ist nichts geblieben

Ein jeder kennt Sparta und die Spartaner, für die Krieg und Kampf die einzig würdige Beschäftigung war, und die blutrote Umhänge trugen, um ihre Wunden zu verbergen.

Die einstige griechische Großmacht liegt unter der Erde, und ihre weltberühmte Geschichte wird nicht ans Tageslicht gebracht. Antike Überreste mitten im Ort liegen brach oder begraben unter der neuen Stadt. Ein zweiter Blick auf Sparta lohnt sich vielleicht – wenn man Zeit mitbringt. Die spärlichen Ausgrabungen des antiken Sparta befinden sich außerhalb der Stadt. Sparta Stadt wirkt sympathisch und aufgeräumt, eine Studentenstadt mit auffallend vielen Cafes.

Text: Edel Seebauer  / Fotos: Jürgen Mahler

 

 

 

Unsere Weiterreise führt uns in die südliche wilde Mani, der wir einen eigenen Reisebericht widmen  "Archaisch schön – die wilde Mani" >  

 

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag in mein Gästebuch.