Andalusien persönlich – meine Lieblingsorte und besten Tipps nach einer Rundreise

Frühling in Andalusien. Feiern und Flanieren.

Es ist die Zeit der vielen 'Ferias' und der verschwenderischen Blüte. Wallfahrten, Prozessionen, das Festival der Blumenhöfe, die Pferdefeste und Fiestas. Jede Stadt und jedes Dorf hat seine Festivität, schier unzählig sind sie im April und Mai.

Sevilla für das Stadtvergnügen und die besten Tapas

Sevilla die Schöne. Sie ist die Stadt der Flaneure, quicklebendig und entspannt zugleich. Die Lebensfreude ist ansteckend, die Tapasbars sind zu jeder Tageszeit belebt, die Gärten und Plazas sind prächtig und umwerfend ist die Kathedrale mit dem Grab von Christopher Columbus.

 

Tapa-Hopping durch die Altstadt. Am Abend findet das soziale Leben in den Straßen. Zeit für einen Bummel von Tapa zu Tapa im ehemaligen Judenviertel Barrio de Santa Cruz. Abwechslung heißt die Devise. In der urigen Eck-Bodega 'Santa Cruz' herrscht reges Treiben. Ein paar Caballeros kommen von der Fiera durch die Gasse geritten und wie in alten Zeiten machen sie für eine 'copa' vor der Bodega Halt. 

  • In der Calle Mateos Gago in der Altstadt reihen sich die Tapas Bars Tür an Tür, von ihr bietet sich der schönste Blick auf die gewaltige Kathedrale. Schön zum Einkehren: Cervecería Giralda Bar (Webseite  und Map), Bodega Santa Cruz (Facebook und Google Map) und die einfache, urige Bodega Las Terases (Webseite  und Map).
  • Casa Matías ist eine Nachbarschaftskneipe, in der abends gerne zur Flamenco-Gitarre gegriffen und gesungen wird. 13 bis 22 Uhr, im benachbarten alten Hafenviertel El  Arenal, Google Map.
  • Getränke bestellen: Una Caña ist ein kleines, frischgezapftes 0,2l Bier, un Tubo ein größeres. Ein Glas Wein, una Copa de vino blanco oder tinto. Una Copa de Fino ist ein trockener Sherry, der mit Lemon-Soda zum Rebujito gespritzt wird. 

 

Tipps fürs La Macarena Viertel. La Macarena ist ein Viertel mit noch starkem Glauben und vielen schönen Kirchen. Was mich vor allem hierherbringt, sind die besten Churros und Tapas der Stadt. 

 

Einmal den Tag mit 'Churros con Chocolate' beginnen. Heiß und fettig werden die Churros in eine Tasse dickflüssige Schokolade getaucht. Das Zeug hat Suchtpotential, aber eine 'Racion' reicht für Zwei.Spaniens Nachtschwärmer lieben nach durchgemachten Nächten nichts mehr, als ihre 'Churros con Chocolate' zu essen. Richtig gut und frisch zubereitet wird das frittierte Spritzgebäck seit 1904 in der bodenständigen, urigen Bar El Comercial, wo schon morgens viel los ist, wenn die Sevillaner ihr Frühstück einnehmen. Der Klassiker: eine 'Tostada', geröstetes Brot mit pürierter Tomate, Serrano Schinken oder Marmelada, dazu ein Café con Leche oder kleinerer Cortado mit wenig Milch, und frischgepresst ein Zumo de Naranja.

 

Danach geht es zur Plaza de la Encarnación über der seit 2011 Sevillas moderne Architekturikone, die Metropol Parasol schwebt. Die extravagante Holzkonstruktion vom Berliner Architekt Jürgen Mayer  erinnert an eine gigantische Waffelchips. Die 30 Meter hohen Sonnenschirme füllen die Plaza mit Schatten. Sogar das Dach ist begehbar mit einer herrlichen Stadtsicht vom Parador. Unten drin befindet sich ein großer Markt.

 

El Rinconcillo ist die älteste Tapasbar Sevillas mit wundervollen Azulejo-Kacheln und alten Weinregalen. Das herrlich nostalgische Ambiente zieht viele Besucher an. Auf jeden Fall kehren wir auf eine Caña ein, bevor gleich das beste Tapas-Lokal zu Mittag öffnet.

Feria de Abril. Das berühmteste Volksfest Andalusiens ist so etwas wie 'Spaniens Oktoberfest'. Aus dem ehemaligen Viehjahrmarkt entwickelte sich eine berauschende, einwöchige Fiesta. Festlich gewandete Reiter auf rassigen Pferden und prächtige Familienkutschen ziehen täglich vom Festplatz zur Arena La Maestrana, wo zur Feria die Stierkämpfe stattfinden. Die Senoritas haben sich herausgeputzt und tragen das traditionelle Flamenco-Kleid, wie unsereins das Dirndl auf der Wiesn. In den über Eintausend geschmückten Casetas (private, kleine Festzelte) von wohlhabenden Familien, Firmen oder Vereinen wird Sevillana getanzt und der 'Manzanilla' Sherry fließt bis in die Morgenstunden – meist in Form von 'Rebujitos' mit Lemon-Soda und viel Eis. Alle die keine Zelt-Einladung haben, bringen ihren Sherry und Sprite tütenweise mit. Abends verwandeln abertausende Glühbirnen die Fiesta in ein riesiges Lichtermeer. Mit einem Rebujito in der Hand lassen wird uns fröhlich treiben. Wenn die Nacht am frühen Morgen endet, suchen die Sevillanos die 'Churros con Chocolate' Stände auf, bevor sie sich für ein paar Stunden ausruhen.

  • Visit Sevilla Homepage mit Feria de Abril Infos oder Termin googlen, i.d. Regel 1-2 Wochen nach Ostern.
  • In die größeren, öffentlichen 'Casetas municipal' kommt man ohne Einladung. Festplatz Map.
  • Am letzten Abend wird die Feria mit einem großen Feuerwerk beendet.