Vorschau – Alle Reisebericht im Januar 2019

USA der Nordwesten & Yellowstone mit dem Wohnmobil

Vom Pazifischen Nordwesten ins Herz der Rocky Mountains: Pures Naturspektakel, grenzenlose Horizonte und jede Menge Americana.

Wohl kaum ein anderer Ort in der Welt lässt sich komfortabler und gleichzeitig erlebnisreicher im Wohnmobil bereisen als der amerikanische Westen. Die unermessliche Weite des Landes, hilfsbereite und freundliche Amerikaner, eine betörende Natur und die Lagerfeuer-Romantik der großzügig, mitten in die Nationalparks gelegten Campingplätze dürften selbst die größten Outdoor-Muffel mitreißen.

 

Wohnmobil ist Trumpf: An den herrlichsten Plätzen sind wir lange vor den Massen. Kein lästiges Ein- und Auspacken in schmucklosen Motels. Keine dollarraubenden Restaurants oder ungesundes Fastfood, sondern Farmers Market und die gut sortierten Lebensmittelabteilungen der Supermärkte sind unsere Nahrungsquellen. 

 

Grand Teton Nationalpark USA mit dem Wohnmobil
Mit unserem Road Bear zum Sonnenaufgang im Grand Teton Nationalpark

 

Unsere Route USA Nordwesten | 2.800 Meilen | 21 Tage | September

USA Nordwesten Wohnmobil Route ab Seattle
Klick Foto für Großansicht – USA Nordwesten Wohnmobil Route Seattle-Demver

Seattle – Mt. Rainier Nationalpark – Yakima Valley – Pendlenton Rodeo – Boise – Craters of the Moon – Idaho Falls – Jackson – Grand Teton Nationalpark – Yellowstone NP – Cody – Badlands Nationalpark – Black Hills/Mt. Rushmore – Custer State Park/Wind Cave Nationalpark – Cheyenne – Rocky Mountains Nationalpark – Denver. 

 

 

 

Unsere zusammengestellten

"USA – Songs for the Road" 

möchten wir schon mal auf TIDAL mit euch teilen!

Reiseblogger Edeltrips im Yellowstone Nationalpark

USA Road Trip von Seattle nach Denver – Streifzug in Bildern

Während wir zuvor im Südwesten auf dem Colorado-Plateau die geballten Naturwunder von Grand Canyon, Arches, Zion und vieler anderer Nationalparks bewundert hatten, führt uns diese dreiwöchige Reise nicht minder beeindruckend über 2.800 Meilen von Seattle, dem Pazifischen Nordwesten, über die Rocky Mountains bis nach Denver, Colorado. Durch Prärieland, Provinznester oder über 3.800m hohe Pässe bewegen wir uns quasi in entgegengesetzter Richtung zu den Siedlern, die sich Mitte des 19. Jahrhundert auf dem 'Oregon Trail' in den 'unbekannten' Westen der noch jungen Vereinigten Staaten aufmachten.

 

Unterwegs und Daheim. Wir verbringen auf der Durchreise schon einmal eine Nacht auf dem Walmart Parkplatz. Meistens aber steht unser Wohnmobil auf einem der herrlich naturnahen Campgrounds. Abends knistert das Lagerfeuer, Grillduft breitet sich aus und bei klarem Sternenhimmel rückt man im Herbst nah ans wärmende Feuer. Morgens kommen wir vor Sonnenaufgang aus den Federn und schon nach kurzer Fahrt genießen wir unser Frühstück an einer nebelverhangenen Flusslandschaft, auf 3.500m über der weiten Tundra, vor Bergspitzen im Morgenrot oder bei einer grasenden Bisonherde.

White River Campground Mt. Rainier Sunrise
Camping in Sunrise Mt. Rainier Nationalpark
Camper Frühstück Trail Ridge Road Rocky Mountains Nationalpark
Frühstück auf 3500m Trail Ridge Road Rocky Mountains
Yellowstone River Nationalpark mit Camper
Morgens am Yellowstone River
Bisons im Yellowstone Park
Prachtvolles Bison im Yellowstone

 

Wir besuchen acht State und National Parks, darunter der älteste und größte – der Yellowstone. Über dem Supervulkan von der Größe Korsikas bewegen wir uns ganz nah am brodelnden Herzen der Erde. Es sind aber auch die weniger prominenten Parks, die uns immerfort staunen lassen: Der majestätische Mount Rainier, ein vergletscherter Vulkankegel, der aus der Mitte grüner Wälder steigt, thront wie ein Monolith 4.400m in die Höhe, ein Landschaftsbild, das wir erst einmal begreifen müssen. Oder der unterschätzte Yellowstone-Nachbar Grand Teton Nationalpark, dessen geologisch jugendliche, spitze Gebirgskette unvermittelt aus der weiten Prärie aufragt. Eine ganz andere raue Schönheit ist die Vulkanlandschaft im Craters of the MoonIn South Dakota wandern wir durch die Badlands; „schlechtes Land“ war das aber nur für die ersten Siedler, heute sind die Besucher von den Sandstein-Kathedralen ganz verzaubert. Im Rocky Mountain Nationalpark ziehen gerade die mächtigen Wapiti-Hirsche alle Aufmerksamkeit auf sich, es ist Brunftzeit und ihr Röhren ist weithin zu hören.

Prismatic Spring Overlook Yellowstone Nationalpark
Prismatic Spring Overlook Yellowstone Park
Craters of the Moon State Park Idaho
Craters of the Moon State Park, Idaho
Wapiti Hirsche Brunftzeit Rocky Mountains Nationalpark
Röhrender Wapiti Hirsch, Rocky Mountains Nationalpark
Grand Teton Range Nationalpark Snake River
Großartiger Grand Teton Nationalpark
Badlands Nationalpark Scenic Road
Badlands Nationalpark Scenic Road
Eisiger Vulkan Gipfel Mount Rainier Nationalpark
Majestätischer, eisiger Vulkan Mount Rainier

 

Ganz amerikanisch knattern wir auf einer gemieteten Harley Davidson durch die Black Hills zum Mount Rushmore, um die monumentalen, in die Bergkuppe gehauenen Köpfe der vier 'Väter des Landes' zu begutachten. Noch amerikanischer wird es beim Pendleton-Roundup Rodeo in Oregon, zu dem die besten Profi-Cowboys seit 1910 jeden September anreisen. An einem Abend erleben wir ein mitreißendes Bullriding, ein Heidenspektakel mit wilden Stieren und echten Cowboys ohne Nerven.

 Calf Roping Cowboys at Pendleton Roundup Rodeo
Cowboys beim Calf Roping Wettbewerb Pendleton, Oregon
Harley Davidson rental Sturgis Black Hills, South Dakota
Mit der gemieteten Harley bei Crazy Horse, South Dakota
Bullriding Pendleton Roundup Rodeo Idaho
Adrenalinkick, Bullriding beim Pendleton Roundup Rodeo
Bei den Vätern des Landes am Mt. Rushmore
Bei den Vätern des Landes am Mt. Rushmore

 

Stadtbesuch. Eine willkommene Abwechslung zu dem Überschwang an Naturschönheiten sind die Entdeckung der großen und kleinen, schmucken oder weniger schmucken Städte auf der Reiseroute. Klar sind Seattle und Denver einen Besuch wert. Wobei Denver zu unserem großen Favoriten wurde: die kompakte Messestadt am Fuße der Rocky Mountains überrascht mit fein herausgeputzten Backsteinbauten, die eine lebendige und innovative Gastro- und Musikszene beherbergen – und mitten in Town hört man das tobende Baseball-Stadium der 'Colorado Rockies'. Aber auch kleinere Städte wie das mondäne Jackson, das lebenswerte Idaho Falls am Snake River oder Boise, die vitale Hauptstadt Idahos sind sehenswert.

Baseball Spiel Stadium Denver Colorado Rockies
Zum Baseball ins Stadium der Denver 'Colorado Rockies'
Union Station Denver Restaurants
Lobby, Wartesaal und Gastroszene, Union Station Denver
Chihuly Garden and Glass Exhibition Seattle
Fantastische Glaskunst von Dale Chihuly in Seattle
Jackson Town, Tor zum Grand Teton
In Jackson Town, Tor zum Grand Teton

Boat Tour Seattle Panorama mit Space Needle vom Wasser
Seattle Panorama mit Space Needle vom Wasser aus

Hörbuch & Lesetipp

MEIN HÖRBUCH TIPP

Dieses Hörbuch sollte auf einem Road Trip durch die Landschaften des amerikanischen 'Wilden Westens' unbedingt an Bord sein. 

 

Auch als Taschenbuch & Kindle Version

Amazon

Butcher’s Crossing von John Williams, – als Hörbuch gelesen von Johann von Bülow

 

Der amerikanischen Autor John Williams erfuhr in den letzten Jahren postum großen Erfolg mit den Übersetzungen seines Romans über den Literaturprofessor ‚Stoner’. Für unsere Wildwest-Reise passte natürlich sein 1960 erschienenes Werk ‚Butcher’s Crossing’ besser ins Bild und da wir zwischendurch weite Strecken gefahren sind, haben wir zur Hörbuch-Version gegriffen, großartig gelesen von Johann von Bülow. In Butcher’s Crossing wird die Geschichte von vier Männern erzählt, die in den 1870ern in einem entlegenen Tal der Rocky Mountains eine sagenhaft große Büffelherde aufspüren und diese der Felle wegen brutal abschlachten. Williams beschreibt in geradliniger, reduzierter Sprache wie die Männer Durst, Kälte, Erschöpfung, Isolation erleben, nicht zuletzt erfährt man im Detail, wie ein Büffel zu häuten ist. Von Bülow liest das Ganze mit einem an Teilnahmslosigkeit grenzenden Ton, der aber den brachialen Realismus des Romans nur noch verstärkt und es einen beim Zuhören kalt den Rücken runterlaufen lässt. Toll vorgetragen von Johann von Bülow! 


Welchen Reiseführer nehmen?


 

  • Unter mehreren Reiseführern war für unsere Route mein Favorit Iwanowski’s USA Nordwesten (Amazon), der die Stationen inhaltlich am weitesten abdeckte, prägnant und nicht langweilig geschrieben, vor allem gut übersichtlich mit besonderen Info-Kästen und guten Tipps, auch zur Literatur. Mit Reisekarte für den Überblick.
  • Über ihre gefahrene Route berichtet äußerst ergiebig Marion Landwehrs  Nationalparkroute USA – Nordwesten (CONBOOK Verlag). Mit exakten Routenführungen, Nationalparks, Wanderungen oder Campgrounds. Empfehlenswert, wenn man dieser Route idealerweise auch folgt, der übrige Nordwesten wird nicht abgedeckt.
  • NATIONAL GEOGRAPHIC Reiseführer USA-Nationalparks (Amazon). Ein Reise- und Naturführer durch alle 59 Nationalparks in den Vereinigten Staaten. Tipps für die Besichtigung und Parkways, Ratschläge zu Unterkünften oder Reisezeiten, 500 Seiten mit praktischer Maxi-Faltkarte. Auch zum Stöbern schön, um andere Parks gleich für die nächste Reise ins Auge zu fassen.

Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die wissen wollen, wie der Wilde Westen wirklich war, mit aufklärenden, interessanten Geschichten über die ersten Siedler und die Landnahme, den Goldrausch, den Bau der ersten Bahnstrecken oder die Indianerkriege.

 

Text von Edel Seebauer / Fotos Jürgen Mahler

 

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag ins Gästebuch.


 

Bereits zu lesen sind die Artikel Seattle – Mt. Rainier – Pendleton

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