VORSCHAU JAPAN SPECIAL JANUAR 2018

Eine Reise durch Japan, heißt alle Sinne sensibilisieren!

 

Nur wenige Kulturen der Welt können den erfahrenen Traveller noch so in Verzückung und Erstaunen versetzen wie die Japanische.

 

Das Inselreich im Fernen Osten hat sich trotz jahrzehntelanger Vernetzung im globalen, westlich geprägten Wirtschaftsleben seine eigentümliche, aus unserem Blickwinkel gar exotische Lebensart bewahrt, die uns fasziniert, bisweilen auch irritiert.

 

Der im Vergleich zu Japanern eher raubeinige europäische Besucher wird bei Ankunft von den gruppendynamischen Einheimischen sofort in Watte gepackt, von Sanftmut und Höflichkeit umgarnt und Zeit seines Aufenthalts mit ‚Sumimasens’ (Entschuldigung) und ‚Dozos’ (Bitte) herumgereicht. Übrigens, das in unseren Kreuzworträtseln gerne abgefragte Wort ‚Sayonara’ (Auf Wiedersehen) benutzt in Japan kaum ein Mensch – höchstens die Kinder, wenn sie sich vom Herrn Lehrer verabschieden. 

 

 

Will man die Japaner und ihr Land verstehen, geht man am besten Essen! 

 

Die japanische Ess- und Trinkkultur zählt zum Höhepunkt unserer Japan Reise. Nicht umsonst wurde Japans traditionelle Küche 2014 zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt.

Streifzüge durch Japan

Unser Städte-Tipp ist Osaka, das sich zur Hip-Town Japans entwickelt. Die geschäftigen Tokioter haben gute Manieren, die Osakaner gute Laune. Osaka ist bunt, aufgeschlossen und mit einem unwiderstehlichen Essensangebot der 'Bauch Japans'. Allabendlich ziehen Osakas berühmte Neonreklamen die Nachtschwärmer an den Dotondori-Kanal. Shoppen in der 2,6km lang Einkaufspassage Tenjimbashisuji macht hungrig. Ein Izakaya (Sake-Kneipe) ist meist nicht weit – eine wesentliche Erfahrung in Japan, die wir jetzt schon vermissen. 

 

 

Tempelübernachtung in Koya-san. Auf dem abgelegen 'heiligen Berg der 1000 Tempel' stehen heute noch 115 buddhistische Tempel, in viele von ihnen kann man übernachten und bekommt ein fantastisches, vegetarisches Kaiseki-Mahl serviert. Auch Mönche wissen zu leben. Koyasan besitzt den grössten, vielleicht schönsten Steingarten Japans. Der magischste Ort ist aber ohne Zweifel der beeindruckende, riesige Waldfriedhof Okunoin. (Präfektur Wakayama). 

 

 

Manga & Anima Subkultur. Eine gigantische Fantasie-Fabrik unterhält ganz Japan. Täglich werden die geliebten Comics millionenfach verkauft – von niedlich über romantisch oder brutal bis pornographisch. Die größten Manga-Anima-Game Towns findet man in Tokios 'Akihabara Electro-Town' und Osakas 'Den Den Town', wo sich die Fan-Szene tummelt und gerne mal in Kostümen ihrer Helden verkleiden. Tipp: Ein Paradies für Elektro-Nerds auf der Jagd nach Retro-Spielen.

 

 

Tokio. Der sogenannte 'Salaryman' (uniformierte Gehaltsempfänger) auf dem Weg zur Arbeit – kein Durchkommen und kein Ende in Sicht. Der Bahnhof von Shinjuku durchschleust weltweit die größten Menschenmassen mit drei bis vier Millionen Passagieren am Tag.  Metronetz Tokio.... Schieber... Frauenwagen, nicht letzte nehmen Betrunkenen

 

 

Stille auf dem Pilgerweg Kumano Kodo. Über spirituelle Berge und mystische Wälder finden wir am Ende des Tages Glückseligkeit im heißen Onsenbad, das noch gekrönt wird vom Hochgenuss eines mehrgängigen Kaiseki-Menüs, das kunstvoll zubereitet,  jedes Mal einem Gemälde gleicht. Geschmack, Optik, Farbe und Konsistenz spielen eine wichtige Rolle, ebenso die Reihenfolge der Speisen und Auswahl des Geschirrs. Alles muss  perfekt nach dem Zen-Ursprung harmonieren. (Präfektur Wakayama ).

 

 

Ästhetik und Perfektion bis zum Obst. Diese Luxus-Melone für 120 Euro wird zu besonderen Anlässen verschenkt. Heimisches Obst, wie Äpfel, Trauben oder Pfirsiche wird mit einem unglaublichen Aufwand herangezogen. Es ist wesentlich aromatischer als die billige Importware. Jede einzelne Frucht wird am Ast in Netz verpackt, bekommt künstliches Licht und Wärme für die optimale Färbung und Reifung. Obst ist in Japan generell teuer und wird nur in kleinen Mengen verzehrt. Ein Melonenschlitz gibt es auf dem Markt  für 4-5 Euro.

Ästhetik und Perfektion auch bei jeder Frucht. Eine Premium Melone im Kaufhaus für 120 Euro
Ästhetik und Perfektion auch bei jeder Frucht. Eine Premium Melone im Kaufhaus für 120 Euro

Ein wenig Japanknigge vorab

Japaner üben große Nachsicht mit den Fauxpas ausländischer Besucher. Gleichwohl ist es angebracht vorab einen der zahlreich verfügbaren Japanknigge zu Rate zu ziehen, um die größten Fettnäpfchen sicher zu umschiffen.

 

Wir schlurfen also nicht mit den Toilettenslippern im Restaurant herum, ziehen den Yukata, den Hauskimono im japanischen Onsen-Hotel richtig herum an (linke Seite über die rechte, andersherum werden Tote bestattet). Die Nase schnäuzt man sich nur im Verborgenen während man Nudeln laut schlürfen sollte. Pünktlich sein, heißt 10 Minuten früher. In der Metro leise oder besser keine Unterhaltung führen – auch gilt Essen, Trinken oder Rauchen im Gehen als ziemlich ungehobelt. Im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen zu essen und zu trinken gehört wiederum zum Brauch. Am Tisch sich niemals selbst einschenken und im Restaurant bloß kein Trinkgeld geben, es gilt als würdelos.

 

Typisches Onsen Großhotel in der japanischen Provinz
Typisches Onsen Großhotel in der japanischen Provinz

JAPAN LESETIPP

 

JAPAN FÜR DIE HOSENTASCHE

"Was Reiseführer verschweigen"

 

Unterhaltsam mit viel Insiderwissen ist das kleine Büchlein von der Journalistin und Ostasien-Spezialistin Françoise Hauser.

(über Amazon)

Ein kurzer Auszug.

*Sōshoku danshi, die pflanzenfressenden Männer. Viele junge Japaner bezeichnen sich selbst so. Sie leben in einer „fleischlosen Beziehung“, widmen sich gänzlich ihrer Karriere und haben wenig Interesse an Sex.

*Von einer Narita-Scheidung spricht man, wenn direkt nach der Landung aus den Flitterwochen die Scheidung eingeleitet wir. Da es unüblich ist vorher zusammenzuleben, kommt es auf der Hochzeitsreise nicht selten zu unliebsamen Überraschungen.


Tokio, Kyoto, Wakayama, Osaka