2. TEIL JAPANREISE WAKAYAMA – KUMANO KODO & DIE ONSEN

Japan – Kumano Kodo, Pilgerweg mit gastfreundlicher Einkehr und dampfenden Quellen

Ob man nun wegen der Naturschönheit oder der Spiritualität wandert, eine Nacht in einem Ryokan verbringt oder ein Onsenbad genießt – die Eindrücke sind vielfältig. Der mehr als 1000 Jahre alte Pilgerweg Kumano Kodo ist eine einzigartige Mischung, die einen gut erhaltenen Blick auf das alte Japan gibt.

 

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Auf dem Kumano Kodo Pilgerweg in der Präfektur Wakayama

 

Die Kicker der japanischen Fußball-Nationalmannschaft tragen auf ihren Trikots ein Wappen, das den mythischen Vogel Yatagarasu zeigt. Während diese dreibeinige Krähe heute den japanischen Stürmern den Weg zum Tor zeigt, leitete der Vogel vor Urzeiten den mythischen Kaiser Jimmu-Tenno durch die dicht bewaldeten Berge der Kumano Region im Kampf gegen seine Feinde. Der legendäre Kaiser, auf den sich alle nachfolgenden japanischen Kaiserdynastien stützen, war von der Sonnengöttin Amaterasu vom Himmel herabgeschickt worden, um den Grundstein für die japanische Nation zu legen. Dieser Gründungsmythos vermischte sich mit lokalen Naturreligionen und machte so die steilen und unwegsamen Berge im südlichen Teil der Kii-Halbinsel zu einem Ort großer spiritueller Kraft. Heute ist die dreibeinige Krähe das Erkennungszeichen des Kumano Kodo Pilgerwegs.

 

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Schichten und Schichten von Bergen. Kumano ist der alte Name für die südlichen Berge der Kii-Halbinsel
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Eins der Pilgerziele ist Hongu, der Kumano Hongū-Taisha Schrein UNESCO Weltkulturerbe
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Ein Bad als Pilgerziel. Wunderbar entspannend, das Onsenbad in unserem Ryokan in Yunomine (Präfektur Wakayama)
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Kaiseki ist die traditionelle japanische Küche aus kleinen jahreszeitlichen Gerichten (Ryokan in Yunomine)

Tanabe City – das Tor zum Kumano Kodo

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Blick über die Dächer von Tanabe
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Tanabe Zentrum und Bahnhof, der Ausgangspunkt zum Kumano Kodo Pilgerweg

 

Die Küstenstadt Tanabe ist das Tor zum Kumano Kodo und der populären Pilgerroute bis nach Hongu – dort wo die meisten Pilgerwege zusammenlaufen und Japans größter 'Torii' (Eingangstor zum Schrein) steht. 

 

Tanabe wirkt freundlich und gleichzeitig verschlafen. Das alte Zentrum vor dem Bahnhof könnte die Kulisse einer japanischen Westernstadt zu 'High Noon' hergeben. Die mit Strommasten gespickten Straßenzüge von 'Downtown' Tanabe sind voller Izakaya-Kneipen, authentischer Küchen und Bars – das sogenannte Ausgehviertel 'Ajokoji'.

 

Wir schätzen, es liegt an dem gestern noch tobenden Taifun, der Besucher zurückhält. Auch am Abend, als wir um die Häuser ziehen, bleibt die Stadt ausgestorben und wir steuern gezielt auf das von unseren japanischen Begleitern empfohlene Restaurant zu. Ginchiro Honten, die Nr. 8 auf der Tanabe City Gourmet Map ist ein Haus mit langer Tradition und angenehm 'old fashioned' ist die Atmosphäre. Neben dem Zahlschalter geht es zunächst an der großen offenen Küche vorbei, danach reihen sich im langen Gang 20 kleine private Speiseräume aneinander. Wir machen es uns 'Japanese Style' so gut wie möglich auf dem Tatami-Boden gemütlich und bestellen in der Gruppe verschiedene Gerichte: Sushi, Sashimi und Tempura sind sehr köstlich und frisch und der Preis ist erschwinglich.

 

Ginchiro Honten Restaurant in Tanabe

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Ein traditionelles japanisches Gasthaus ist das Ginchiro Honten Restaurant in Tanabe
  • Das Kumano Travel Support Center in Tanabe hilft bei der Organisation des kompletten Kumano-Trips: Routenplanung, Übernachtungen, Aktivitäten wie Bootstouren, Gepäcktransport und Lagerung, bis hin zur vorbestellten Bento-Box-Jause für die Wanderschaft. Karten & Broschüren gibt es auf Englisch und die Mitarbeiter sind englischsprachig. Der Kumano Travel Shop befindet sich nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Kii-Tanabe entfernt.
  • Busfahrplan der Kumano-Strecke von Shirahama nach Tanabe, über die Bergdörfer bis Hongu. Yunomine Onsen und Kawayu Onsen werden dabei auch angefahren. Auch Taxis stehen am Bahnhof. 
  • Tanabe City Gourmet Map für das Restaurantviertel Ajikoji. Wir besuchten das Traditionslokal Ginchiro Hontenein Link führt auf die  japanische Homepage (mit engl. Menü & Preisen).
  • Überblick Hotels in Tanabe. Wir wohnen im Altier Hotel, ein einfaches, gut geführtes Business Hotel mit westlichen Zimmern. Das Allerbeste ist die Lage, nur 3 Gehminuten vom Bahnhof und den Tourismus-Büros. Von den oberen Zimmern hat man einen fantastischen Ausblick (plus schmaler Balkon). Außergewöhnlich ist das offene Treppenhaus um das die Zimmer gebaut sind, nicht Schwindelfreie halten sich vom luftigen Ausblick etwas zurück. In der Lobby wird morgens ein recht gutes Frühstück im kontinentalen Stil serviert. Reviews Tripadvisor, Fotos unten.

Die Kumano Bento Box – der perfekte Wanderproviant

Wenn man einmal auf dem Kumano Kodo Weg ist, werden Restaurants knapp. Ein schöner und stilechter Wanderproviant ist die japanische Bento-Box, die wir am Morgen noch abholen, bevor wir in die heiligen Kii-Berge aufbrechen.

 

Die Kumano Bento Box kann bei Kumano Travel unter Travel Services online bestellt werden (auch vegetarisch) und wird morgens (außer in Tanabe) in die Unterkünfte geliefert. Die hübsch angerichtete Zusammenstellung variiert mit z.B. Onigiri Reisbällchen, die Urform des Sushi. Mehari-sushi (Reis eingewickelt in ein Takana Senfblatt), Inari-sushi (in Sojasauce gebratenem Tofu) oder mit Shiso, einer Art Minze. Dazu saisonale Beilagen aus lokalem Gemüse und Wildkräutern, Pacific Saury Sushi, Burdock Wurzel, Nanko ume (eingelegte Aprikose), gegrillter Fisch, Tamago (Rühreirolle), Koya Tofu, Bambuswurzel, gerollte Kombu Algen.

 

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Schön und lecker, die Bento-Box von Minshuku Omuraya in Tanabe wird vorbestellt

Die Nakahechi Pilgerroute  – auf kaiserlichen Spuren ins Kumano

Wir wollen über zwei Tage hinweg Teilstrecken der Nakahechi Imperial Route von Tanabe bis Hongu gehen, wo mehrere Kumano Kodo Wege zusammenführen, und nicht weit die Onsen-Dörfer Yunomine und Kawayu mit heißen Quellen und Ryokans auf müde Wanderer warten.

 

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Japan Kumano Kodo Pilgerweg Takijiri-oji Pilgrimage route tourist office Tanabe

 

Diese klassische Kumano Kodo Route lässt sich zwischendurch mit dem Bus und einigen Optionen abkürzen

  • Tag 1. Morgens von Tanabe per Bus bis Takijiri-oji (40min), 14km, 6-8h Wanderung von Takijiri-oji bis Chikatsuyu, wo die meisten Pilger übernachten. Das Minshuku Chikatsuyu mit kleinem Onsenbad ist ein Tipp einer guten Freundin.
  • Tag 2. Von Chikatsuyu bis Kumano Hongu Taisha Schrein in Hongu, 25km, 8-10 Stunden. Die lange und steile Bergstrecke wird gerne mit dem Bus z.B. bis Hosshinmon-oji abgekürzt, wo man wieder auf eine Highlight-Strecke bis Hongu einsteigt: Verbleibende Wanderung 7,5km 2,5-3 Stunden. Nach dem Besuch von Hongu bietet sich ein Aufenthalt in einem traditionellen Onsen Ryokan in Yunomine oder Kawayu an (siehe unser Bericht unten). 

 

Unsere Kumano-Wander-Variante: Nachdem wir Chikatsuyu am Tag 1 erreicht haben, fahren wir zum Entspannen & Übernachten nach Yunomine Onsen (Achtung letzter Bus gegen 18h, Fahrpläne unten bei Kumano Kodo Infos). Am nächsten Morgen von Yunomine mit dem Bus nach Hosshinmon-oji (Fahrplan) für den letzten Weg bis zum Kumano Hongu Taisha Schrein. Von dort geht es weiter ins 5km entfernte Kawayu Onsen zu den heißen Flussbädern.

 

Japan Kumano Kodo Pilgerweg Pilgrimage route tourist office trek Tanabe  Takijiri-oji to Chikatsuyu

 

Unsere Wanderung beginnt beim Takijiri-oji Schrein gleich gegenüber dem Pilgerzentrum Kumano Kodo Kan, das vom Küstenort Tanabe mit dem Bus in 40min erreicht ist. Uns erwartet Hitomi Tamaki, die kleine drahtige Dame ist zertifizierter Kumano Guide und wird uns in bemühtem Englisch die Geschichte der spirituellen Hotspots entlang des Weges näherbringen. Tamaki-San erklärt uns, dass es kaiserliche und andere aristokratische Familien aus Kyoto und Nara waren, die hier vor über 1000 Jahren in der 'goldenen’ Heian-Periode zu den ersten Pilgern gehörten. Die Noblen kamen mit einem riesigen Tross von Trägern und Geistlichen auf der Suche nach körperlicher und seelischer Reinigung. 

 

Der Buddhismus war bereits aus China eingeführt, er vermischte sich mit allerlei lokalen animistischen Glaubenspraktiken, die später die Grundlage des Shintoismus bilden sollten. Auf dem Weg machen wir immer wieder Halt bei Kleinstschreinen, Jizo-Figürchen oder heiligen Felsen, die von Göttern, Gespenstern oder Seelen Verstorbener erzählen. Es bleibt schwierig, eine einigermaßen definierte religiöse Linie zu erkennen, schließlich ist Japan bekannt für seinen Synkretismus, der Verschmelzung von Buddhismus und Naturreligionen sowie der gelegentliche Griff zum christlichen Glauben. Auf die Frage, nach welcher Religion er heiraten wolle, antwortete uns einmal ein japanischer Bekannter „Generally I switch between Shinto Shrines and Buddhist Temples, but for my Wedding, I think I will take Christian style“.

 

Wenngleich es die beliebteste aller Kumano Pilgerwege ist, begegnen wir Ende Oktober auf dem Pfad durch die dichten Zedernwälder nur wenig anderen Menschen. Eine Gruppe kommunikativer Spanier ist auf der Strecke unterwegs, vom heimischen 'Camino de Santiago' geschulte Pilger, die sich hier das Partnerabzeichen des Jakobsweges erwandern. Während der berühmte europäische Pilgerweg bereits seit 1993 Unesco Weltkulturerbe ist, erhielt der Kumano Kodo samt seiner Heiligen Stätten 2004 als zweites Pilgerwegenetz das UNESCO Welterbe Label.

 

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Nach einem ersten steilen Aufstieg und zwei Stunden gemächlicher Wanderung kommen wir auf einer lichten Anhöhe im Weiler Takahara an und genießen, nein nicht unsere Brotzeit, sondern den feinen Inhalt unserer mitgebrachten Bento-Box. Hätten wir nicht erst ein Drittel unseres heutigen Wanderpensums absolviert, würden wir hier im Kirinosato Onsen bleiben, um den herrlichen Weitblick über die Kumano Berglandschaft länger zu genießen.

 

Der Taifun der vergangenen Tage hat den Wald ordentlich durchgeschüttelt und über unseren Pfad einen weichen Teppich aus Zedernadeln und Zypressenblättern gelegt. Wir wandern durch einen Forst, der in dieser geordneten Form nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, von hier holte man das Holz für den Wiederaufbau des Landes. Schnell wachsende Koniferen wie japanische Zeder oder Zypresse stehen hier in Reih und Glied. Die Holzwirtschaft aber ist längst wieder verschwunden, Importholz aus Indonesien ist billiger, als Bäume in den steilen, unwegsamen Flanken der Kii-Berge zu fällen.

 

Das letzte Teilstück führt uns noch einmal durch einen verwunschenen Wald, teils über uralte Steintreppen, teils entlang eines Baches mit Kaskaden. Nach rund 6 Stunden Wanderzeit haben wir die 14 Kilometer und rund 1000 Höhenmeter von Takijiri-oji bis Chikatsuyu zurückgelegt. Dieser kleine, vom Fluss Hiki durchschnittene Talort wird von Pilgern seit jeher als Zwischenstation genutzt. Obgleich man in Chikatsuyu nette Übernachtungsmöglichkeiten findet, ist unser Ziel das Onsen-Ryokan im Bergdorf Yunomine (30min mit dem Bus / Fahrplan s. unten Infos Kumano Kodo).

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Durch die grünen Kumano Wälder wie einst die Kaiserfamilie
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Pilger-Stempel auf dem Kumano Kodo

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Schöne Ausblicke auf die Kumano Berge
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Dann wieder durch üppigen Dschungel zum nächsten Pilgerstempel

Ein Kanadier weckt den Kumano Kodo aus dem Dornröschenschlaf

Für unseren zweiten Wandertag bekommen wir Begleitung, wie sie fachkundiger nicht sein könnte. Brad Towle, Gründer des Tanabe City Kumano Tourismusbüros, war Mann der ersten Stunde bei der Wiederbelebung der Kumano Kodo Pilgerwege. Durch seine hingebungsvolle Entwicklungsarbeit mit umfassender Webseite machte er den Komano Kodo in der Welt erst bekannt. Brad begleitet uns über die abwechslungsreiche 7,5km lange Wegstrecke von Hosshinmon-oji bis zum Kumano Hongu Taisha Schrein, der zum berühmten Schreinen-Trio (neben Hayatama und Nachi) des Unesco Welterbe Kumano sanzen gehört.

 

Der gebürtige Kanadier und Rocky Mountains Ranger kam Ende der 90er Jahre nach Hongu, um Englisch zu unterrichten. Er brachte sich autodidaktisch Japanisch bei und durchstreifte auf langen Wanderungen die heiligen Kii-Berge. Brad erklärt uns, dass mit dem Ende der Ära der Shogune und der Öffnung des Landes Ende des 19. Jahrhunderts (Meiji-Restauration) der Shintoismus zur Staatsreligion erhoben wurde und der Glaubensmix der Kumano Pilgerstätten aus Shinto, Buddhismus und Animismus nicht so recht ins politisch-religiöse Konzept der Regierung passte. Mit der Beseitigung von buddhistischen Tempeln und dem Verbot der naturnahen Shugendo-Sekte begann der lange Niedergang der Kumano Pilgerschaften. Als mit verlorenem 2. Weltkrieg der japanische Kaiser auf Geheiß der Amerikaner seiner fassungslosen Bevölkerung mitteilen musste, dass er nicht von göttlicher Abstammung sei und somit quasi die oberste irdische Instanz des Shintoismus entfiel, wurde zwar der Buddhismus wieder salonfähig, die Japaner konzentrierten sich aber zunächst einmal auf Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Die Holzwirtschaft florierte in Kumano, zuvor für den Reisanbau genutzte Flächen fielen der Aufforstung zum Opfer, für die Instandsetzung von Pilgerwegen war keine Zeit.

 

So musste erst ein Kanadier ins Land kommen, um die 1000jährigen Pilgerwege zu reanimieren. Nach fast zwei Jahrzehnten im Land, mit japanischer Ehefrau samt Kindern, erscheint Brad wie eine Symbiose aus offen pragmatischem Kanadier und höflich zurückhaltendem Japaner. Bei unserer Mittagsrast am Fushiogami-oji wird Brad von den zwei älteren Kiosk-Betreiberinnen herzlich begrüßt. Sie packen die Gelegenheit gleich beim Schopfe und lassen ihn eine englische Übersetzung aufschreiben, für eine Wegweisung nach der Wanderer immer wieder fragen. Die englische Aussprache wird mit den Damen gleich fröhlich geübt, während wir genüßlich den Inhalt unserer Kumano-Bento-Box verspeisen.

 

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Auf unserer Route kommen wir durch idyllische Bergweiler, die aber leider von Menschen immer mehr verlassen werden. Zurück bleiben lediglich die Alten. Ihre Gemüsegärten haben sie wegen der Wildschweine und Affen mit Netzen eingezäunt. Am Wegesrand bieten sie ihre Erzeugnisse an; Waldhonig, eingelegte Pflaumen oder die Früchte der Kakibäume.

Durch moosige, mit Farnen geschmückte Wälder, führt der Kumano-Weg auf eine Lichtung für einen besonderen Ausblick, hinab ins Tal des Kumano-gawa Flusses, wo das riesenhafte Schreintor Oyunohara Torii zu sehen ist. Japans größtes Sakral-Tor markierte einst den Eingang zum Kumano Hongu Taisha Schrein, der 1889 durch Überschwemmungen zerstört und an naher, sicherer Stelle wiederaufgebaut wurde. Wir pilgern hinab zum Bestimmungsort Hongu, und natürlich begegnen uns einige Kami, die guten Geister des Kumano Kodo. Ob man nun wandert um Spiritualität zu finden oder Spiritualität erfährt weil man wandert, es gilt die alte Weisheit 'Mens sana in corpore sano'.

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Japans größtes Schreintor in Hongu ist 34 Meter hoch

 

Klick Foto-Galerie  Kumano Hongu Taisha Schrein

Infos Kumano Kodo & Wander-Routen 1-6 Tage

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Klick Bild zur Großansicht auf der Kumano Kodo Broschüre

 

Der Kumano Kodo Pilgerweg setzt sich aus verschiedenen Wegenetzen zusammen, wobei die Nakahechi Imperial Route die Hauptpilgerroute ist. Viele Abschnitte wurden restauriert und unterwegs gibt es einfache wie nette Unterkünfte, so dass man diese Route durch die Kumano Berge gut auf eigene Faust erwandern kann, ob nur an einem Tag oder über mehrere Tage hinweg.

 

  • Auf der Tanabe City / Kumano Kodo Webseite dürften keine Fragen offen bleiben. Eine Kumano Kodo-Tour läßt sich leicht von zuhause aus planen. Routenpläne, Busfahrpläne, Onsen-Bäder, Wetter und Tageslicht etc., alles wird genauestens erklärt. Ob kurz oder lang, mit Guide oder ohne (verlaufen kann man sich eigentlich nicht), es bieten sich viele Varianten auf dem Kumano Wegenetz mit Picknick-Stops und Herbergen.
  • Wegbeschilderungen sind auf Englisch, auch die Fahrpläne an den Bushaltestellen. Wer mit  einem englischsprachigen Führer unterwegs sein möchte, findet hier lokale Kumano Kodo Guides.
  • Busfahrplan von Tanabe bis Hongu, inkl. Yunomine Onsen und Kawayu Onsen, die beiden Bergdörfer mit den heißen Thermalquellen und traditionelle Ryokans.  Busfahrplan zwischen Tanabe-Hongu-Hosshinmon-joi über die Onsendörfer.
  • Wander-Verpflegung mitnehmen, z.b die Kumano Bento-Box vorbestellen, es gibt nur wenige Shops unterwegs.
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Option: Von Hongu weiter auf dem Kumano Kodo wandern oder nach Koyasan

Alle Wege führen nach Hongu zum Großen Heiligtum und spirituellen Zentrum der heiligen Kii-Berge. Das moderne Kumano Hongu Heritage Center ist der beste Ort, um mehr über das UNESCO-Welterbe der Heiligen Stätten und Pilgerwege in den Kii-Bergen zu lernen.

 

Zum Tempelberg Koyasan. Viele Reisende kombinieren den Kumano Kodo mit der buddhistischen Tempelstätte Koyasan im Norden der Präfektur Wakayama. Die einmalige Atmosphäre dieses Ortes erfährt man am besten, wenn man eine Nacht in einem der über 50 Tempelherbergen verbringt und den den mystischen alten Waldfriedhof besucht.

 

Von Hongu aus bieten sich weiterführende Pilgerstrecken an – zu Fuß oder zu Wasser.

  • Zwei Tagesetappen mit einem anstrengenden 'Bergtag' führen zu den berühmten Nachi Wasserfall mit dem großen Kumani Nachi Schrein (siehe Wakayama Bericht).
  • Vom Wasser getragen wird man auf der Bootsfahrt von Hongu bis zur Flussmündung nach Shingu zum Kumano Hayatama, dem dritten Kumano Hauptschrein.  Mit dem japanischen Reishut auf dem Kopf und der Schwimmweste an, geht es wie früher in den traditionellen Holzbooten (heute jedoch mit Hilfsmotor) flussabwärts bis zur Mündung. Dauer 90 Minuten, alle Bootstour-Infos

Von Hongu nach Koyasan 

  • Zwischen den heiligen Stätten HONGU und KOYASAN verkehrt täglich der Koyasan & Kumano Bus, ca. 4 Stunden mit 2 x Umsteigen, Fahrplan im Link.
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Über den Kumano-gawa Fluss nach Shingu pilgern

Kumano Kodo – Japans ältestes Spa Yunomine Onsen

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Im rustikalen Onsen Bergdorf Yunomine machten schon die ersten Pilger Halt
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Gewaschene Onsen-Tücher vor der Unterkunft in Yunomine Onsen

 

Eintauchen in Japans heiße Quellen. Das Geheimnis des Onsen liegt in der Ruhe.

 

Dampfschwaden und Schwefelgeruch liegen in der Luft. Yunomine ist eine kleine Ansammlung von Gästehäusern an Japans ältesten heißen Quellen, die mit 92 Grad aus dem Boden sprudeln. Ein typisches japanisches Bergdorf, das für ausländische Touristen noch nicht aufgehübscht wurde. In Schlappen und Yukata, dem Hauskimono, schlurft ein japanisches Pärchen zum nächsten Badegang. Vor den Herbergen flattern an Wäschespinnen die Onsen-Tücher in der Luft. Schwefelverkrustete Wasserleitungen bringen das heiße mineralische Nass in die Häuser. Vor 1.800 Jahren entdeckten Pilger, die in dem kleinen Tal der heiligen Kumano Berge versteckten heißen Quellen. Tsuboyu, eins der drei öffentlichen Bäder von Yunomine wurde sogar zum Unesco Welterbe ernannt. Ein holzverschlagenes kleines Steinbad, das gerade mal zwei Erwachsenen Platz bietet.

 

Daneben entdecke ich das Yuzutsu genannte 'Kochbecken', worin gerade Eier kochen, aber auch mal Sake heiß gemacht wird. Das Onsen-Ei gilt als das perfekt zubereitete Ei und ist bei Japanern ein äußerst beliebter Snack. Um die cremig, geschmeidige Konsistenz zu erreichen, wird das Ei 60 Minuten bei konstanten 65°C bis 70°C gegart. In Yunomine geht das bei 92 Grad in 13 Minuten. Die Eier werden gleich daneben in Netzen verkauft.

Wer im winzigen 'Welterbe-Bad' seine müden Pilgerknochen entspannen möchte, holt sich am Badehaus sein Ticket. Ist man noch nicht an der Reihe (Wechsel alle 30 Minuten), würde ich sagen: warmen Sake trinken während das Onsen-Ei kocht, das viele Pilger übrigens für die nächste Wander-Etappe einpacken.

 

Die Onsen-Kultur ist eine nationale Leidenschaft und stark mit der spirituellen Kultur verbunden, ganz besonders in Yunomine, wo zwei Abschnitte des Kumano Kodo verlaufen, der Dainichi-Goe und der Akagi-Goe. Bevor die Pilger nach langer Reise die heilige Stätte des Kumano Hongu Taisha betraten, machten sie hier halt für das Reinigungsritual im heißen Quellwasser. 

 

Kein zweites Volk liebt seine heißen Bäder so sehr wie die Japaner. Onsen sind für Japaner einer der wichtigsten Erholungsorte, eine Auszeit vom Alltag. Das liegt auch daran, dass Japaner nur selten länger Urlaub machen. Die vertraglichen Urlaubstage werden selten alle genommen, in Japan immer noch ein ungeschriebenes Gesetz. Und weil die Badezimmer in ihren Wohnungen häufig  klein sind, zieht es ganze Familien in die Onsen. Die über 20.000 Onsen-Anlagen auf den vulkanischen Inseln besuchen jährlich rund 140 Mio. Japaner. Mal sind Einrichtungen nüchtern und zweckmäßig, dann wieder naturschön angelegt, drinnen und draußen, im Fluss oder am Meer. 

 

 

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Das winzige 'Tsuboyu' in Yunomine ist weltweit das einzige Onsen auf der UNESCO Welterbeliste
Freiluft-Eierkocher in den Onsen Thermalquellen
Freiluft-Eierkocher in den Onsen Thermalquellen

Im Onsen Ryokan. Zu Gast im traditionellen Japan

In den schönsten Ryokan des Landes kann man ein Vermögen ausgeben. Aber egal, ob das Ryokan rustikal oder edel sein mag, man wird an einer traditionellen Lebensform Japans teilnehmen. Die Rituale, die Einrichtung, die Kleidung und die erlesene Kaiseki Küche. 

 

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Das alte Ryokan Adumaya in Yunomine hat die beste japanische Küche im Ort
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'Rotenburo' nennt sich ein Onsen Außenbad – hier im Ryokan Adumaya in Yunomine (Wakayma)

 

Das historische Ryokan Adumaya in Yunomine versprüht einen rustikalen Charme aus alten Tagen. Im Zimmer liegt der yukata bereit, der gestärkte Baumwollkimono, der uns Gästen als Haus- und Bademantel dient. Beim ersten Mal 'onsen' ist man etwas aufgeregt, mache ich auch alles richtig? Wie war das mit den Hausschlappen, ziehe ich sie vor dem Umkleideraum aus? Ich werfe einen Blick hinein, ein paar Hausschuhe stehen akkurat unter einem Korb in dem das große Badetuch und der Hauskimono abgelegt wurden. Ein Gast ist also da. Ins Bad begleitet mich dann nur noch das schmale Handtuch (onsen taoru). Am Körper sollte man nichts mehr tragen, auch keinen Schmuck, der verfärben kann. Der Entspannung bin ich ein Stück näher gekommen. Die Etikette verlangt, sich vor dem Bad sorgfältig zu waschen – das Ritual, dreimal von Kopf bis Fuß, erinnere ich mich gelesen zu haben. Am besten folge ich meiner japanischen Badegenossin. Auf dem Schemel sitzend fülle ich meinen Holzbottich und wasche mich gründlich mit dem Onsentuch, mit der Handdusche ordentlich nachspülen, damit kein Schaum ins Becken gelangt. Nach zehn Minuten wäre ich bereit, aber meine Nachbarin schrubbt sich voller Hingabe weiter. Ich übe mich in Geduld und steige kurz nach ihr ins heiße Außenbecken. Das vollständige Eintauchen gleicht einem warmen Strom durch den Körper. Ich lasse mich treiben und kann den Mond durch die getrimmte Zeder sehen, zu hören ist nur das leise Plätschern des Wassers. Wäre es nicht so heiß, könnte man sich vergessen.

 

  • Das 'unreine' Onsentuch sollte niemals das Thermalwasser berühren. Man legt es zusammengefaltet entweder auf den Kopf oder wickelt es rum (bei Frauen), andere legen es ganz zur Seite.  Das nasse Tuch soll vor Überhitzung schützen. In manchen Häusern kann man das Onsentuch als Souvenir mitnehmen.
  • Das große Badetuch zum Abtrocknen bleibt in der Umkleide, wo es meistens Spiegel und Fön gibt. Shampoo & Duschgel sind in den meisten Ryokans vorhanden. In der kleinen Plastiktüte werden Dinge aufbewahrt: Uhren, Schmuck, Handy, Schlüssel usw.
  • "No Tattoos!" vor allem großflächige Tätowierungen werden mit den Yakuza, der japanischen Mafia assoziiert. In öffentlichen Bädern ist der Zutritt mit Tätowierungen formell untersagt.  In Ryokans wird es bei westlichen Touristen teilweise schon toleriert, ein Pflaster kann bei kleinen Tattoos helfen.
  • Typische Onsen Ryokan haben nach Geschlechtern getrennte Gemeinschaftsbäder, gehobenere Häuser haben auch Zimmer mit direktem Privatbad.

 

Männer und Frauen baden in Japan mit wenigen Ausnahmen getrennt. Das war aber nicht immer so. Konyoky, die gemischten Bäder waren jahrhundertelang die natürlichste Sache der Welt bis im 19. Jahrhundert Missionare aus Europa und Amerika kamen und ihnen fehlendes Schamgefühl und ein unsittliches Verhalten vorhielten.

 

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Außenbad im Ryokan Adumaya in Yunomine
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Ein Innenbad im Ryokan Adumaya in Yunomine

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Authentischer Charme. In der Onsen Umkleide im Ryokan Adumaya Yunomine

Und abends das japanische Kaiseki Mahl – die Leichtigkeit in Perfektion

Das Essen ist ein wichtiger Teil des Gesamterlebnis Onsen-Ryokan. Begeistern kann die hervorragende Küche für die viele Ryokans bekannt sind – die aufwendig zubereiteten Kaiseki Menüs, die typisch für diese Reise waren. Bereits mittags beginnt man mit der Zubereitung der vielen kleinen saisonalen Köstlichkeiten, gekocht mit Thermalwasser aus den heißen Quellen. Weichgekocht fühle auch ich mich, nachdem ich dem brühend heißen Onsenbecken entstiegen bin und mich fürs Abendessen auf dem Zimmer vorbereite. Der kulinarische Höhepunkt wird pünktlich um 18 Uhr serviert. Es ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem Farbe, Konsistenz, Geschmack, Anordnung und Dekoration eine Harmonie bilden. Gebratener, roher und eingelegter Fisch, Shabu Shabu vom Rind, geschmorte Wildente, Kürbis Potage, fermentiertes Gemüse, Miso-Suppe, Reis und Obst.  Dazu harmoniert bestens Sake und Bier!

 

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Ein Fest für Augen und Gaumen. Unser Kaiseki Abendmahl im Ryokan Adumaya in Yunomine – unten das Menü

Kaiseki ist eine ganzheitliche japanische Erfahrung aus Gastfreundschaft, Kunst und  Esskultur

Der Ursprung des Kaiseki führt auf die Zen-Mönche zurück mit der simplen Bedeutung „heißer Stein“. Während sie stundenlang meditierten, steckten sich die asketischen Mönche einen erwärmten Stein unter ihr Gewand, um Hungerschmerz und Kälte zu lindern. Später wurde er durch ein leichtes Essen ersetzt, entsprechend der buddhistischen Zen-Philosophie: streng vegetarisch und von allem nur kleine Mengen, denn man soll sich stets leicht hungrig von einer Mahlzeit erheben.

 

Heute haben Fisch und auch mal Fleisch in der traditionellen Kaiseki-Küche Einzug gehalten, die bis in Japans Spitzengastronomie reicht und nach wie vor eng mit dem Ort und der Jahreszeit verbunden ist. Bei der Zubereitung werden Eigenart und Geschmack der sorgfältig gewählten Zutaten hervorgehoben. Aber auch die ästhetische Erfahrung spielt eine große Rolle. Die vielen kleinen abwechslungsreichen Gerichte werden geradezu künstlerisch angeordnet und garniert. Sie sind roh, eingelegt, gegrillt oder gekocht in einer intensiven leichten Brühe. Man spielt mit den Temperaturen und dem Geschirr, das unterschiedlich in Farbe und Material je nach Jahreszeit und Anlass gewählt wird. Gefäße aus Keramik, Porzellan, Lackschalen oder Glas. Der Anblick vermittelt Kühle im Sommer und Wärme in Winter.

 

Auffallend ist: In Japan hat man nicht den Anspruch unserer westlichen Gesellschaft, dass alles zu jeder Zeit verfügbar sein muss. Japaner schätzen saisonale Produkte in bestmöglicher Qualität und zahlen auch dafür. Diese jahreszeitliche Vorfreude auf den Moment höchster Genussreife erfahren wir immer seltener. In Japan gibt es alleine über 60 Auberginen-Arten und manche Gemüsesorten haben gerade mal zwei Wochen ihren großen Auftritt – mal als Frühlingsbote oder im Herbst tragen sie die Qualität bereits in sich.

 

Kaiseki Menü Ryokan Adumaya Yunomine Onsen
Kaiseki Menü Ryokan Adumaya Yunomine Onsen

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Geschmacksvielfalt auch beim japanischen Frühstück inklusive Onsen-Ei / Ryokan Adumaya in Yunomine

 

Unser Ryokan Zimmer ist traditionell japanisch schlicht: Tatami Boden, Papierschiebetüren, flacher Tisch mit Bodenkissen – und 6 Tatami Matten groß. In Japan wird ein Raum nicht in Quadratmetern, sondern seit jeher im Tatami-Maß gemessen mit exakt 3x6 Fuß (91,4 x 182 cm). Das Futon Bett wird im Schrank verstaut und vom Hauspersonal nach dem Abendmahl für die Nacht hergerichtet. Das japanische Kopfkissen ist ein schwerer, mit Buchweizen gefüllter Sack, aber bequemer als man zunächst denkt. Es passt sich ergonomisch an und bettet den Kopf in optimaler Position. Am nächsten Morgen wachen wir überrascht ohne steifen Hals auf. 

 

 

Im Ryokan Adumaya in Yunomine sind Frühstück, Abendessen und die hauseigenen Onsen, Innen- und Freiluftbäder im Preis inbegriffen (ca. 250-300€ für 2 Personen). Einfaches japanischen Zimmer mit kleiner Sitzecke, Waschbecken und Gemeinschaftsbad. Größere Zimmer mit Privatbad sind um einiges teurer. (Tripadvisor Bewertungen). Siehe auch Angebote über Booking.com zur Nebensaison.


In den Onsen Bergdörfern von Wakayama sind die meisten Unterkünfte einfach von 1 bis 3 Sternen. Ryokans (traditionelle Reisegasthäuser), Minshukus (Familienpensionen) oder Hotels. Traditionell sind die Zimmer mit Gemeinschaftsbad, manche werden auch mit eigenem Bad angeboten. Man wundert sich vielleicht über die größeren Preisunterschiede der Häuser. Das liegt zum einen an der Qualität der Onsenbäder und vor allem an der Küche. Ryokans, die ein aufwendiges Kaiseki Menü servieren, sind kein Schnäppchen. Die Übernachtungspreise in Japans Spitzenryokans liegen bei 400€ pro Person.


Ryokans sind nicht immer traditionelle Herbergen, auch große Hotelkomplex mit Hunderten von Zimmern werden als Ryokan bezeichnet, sobald die Zimmer traditionell japanisch ausgestattet sind.

Kawayu Onsen – Aus der Mitte entspringt ein heißer Fluss

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Beim entspannenden heißen Fussbad im historischen Kameya Ryokan in Kawayu Onsen

 

Wir sitzen vor unserem historischen Ryokan in Kawayu Onsen. Die Füße tauche ich langsam bis unter die Knie ins heiße 'Ashiyu' Fußbad und blicke auf den kristallklaren Fluss Oto, der durch das Dorf fließt. In Kawayu Onsen sprudeln die heißen Mineralquellen an die Oberfläche dieses flachen Nebenflusses des Kumano-Gawa. Ein heißes Bad genießt man entweder in vorgegrabenen Flussbecken oder man nimmt selbst die Schaufel zur Hand und buddelt sich im Kiesbett sein eigenes Onsen-Bad. Hier sollte man ausnahmsweise die Badekleidung nicht vergessen! (zur Not das Badetuch umwickeln). Leider scheitert unser Flussbad am hohen Wasserstand, den der Taifun hereinbrachte. Die Wirkung eines Fußbades ist nicht zu unterschätzen, schon nach 10 Minuten Fuß-Onsen wird einem erstaunlich warm, verantwortlich sind die großen Beinvenen, die die Hitze hochtreiben.

 

In der kalten Jahreszeit kommen die Einheimischen gerne nach Kawayu, um sich im temporären Sennin-Buro '1000 Menschen Bad' zu erwärmen, das von Dezember bis Februar ins trockene Kiesbett gegraben wird und sich mit heißem Quellwasser füllt. Von 1800 bis 1955 verkauften findige Unternehmer das mineralhaltige Quellwasser in gebrauchten Sake-Fässern, die sie flussabwärts nach Shingu transportierten und weiter nach Osaka schifften, wo es schließlich in den Badewannen der Oberschicht landete.

  

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Ein besonderes Erlebnis in Kawayu Onsen ist das heiße Bad im Oto Fluss
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Das riesige Rotenburo (Freibad) im Fluss von Kawayu Onsen am Kumano Kodo Pilgerweg

 

Das Kameya Ryokan ist eine der ältesten Unterkünfte in Kawayu Onsen. Das Hauptgebäude ist nationales Kulturgut und über 150 Jahre alt. Alles ist schon etwas älter, wird aber liebevoll von der Familie Kobuchi geführt, die bekannt ist für ihre ausgezeichneten Mahlzeiten aus frischen Zutaten der Region. Wir versuchen die "Kumano Medicinal Cuisine", die Körper, Geist und Seele gesund halten soll. Das Sashimi z.B. ist mit einer Sauce aus reinigender Holzkohle angerichtet, Fleisch und Gemüse kocht man am Tisch in einer frischen Sojamilch. Das gesunde Kaiseki Menü schmeckt nicht nur hervorragend, es hat auch lediglich 900 Kalorien – die japanische Form des 'Superfood'.

 

  • Alle Zimmer im Kameya Ryokan blicken auf den Fluss und haben Halbpension. Von einfachen Zimmern mit Waschbecken und ohne Bad bis zu neueren Deluxe-Zimmern mit eigenem Bad und Onsenbecken. Es gibt zwei Onsenbäder im Haus, die das eigene Bad ersetzen und für das Flussbad, Schaufeln für Gäste. 
  • Kameya Ryokan Infos & Preise.  Je nach Saison manchmal bessere Preise auf Booking.com.
  • Jeden Morgen um 9:00 Uhr gibt es einen kostenlosen Shuttleservice nach Kumano Hongu Taisha, Fushiogami-oji und Hosshinmon-oji (entlang der Pilgerroute Kumano Kodo). Ein beliebter Halbtagsspaziergang ist die Strecke von Hosshimon-oji nach Kumano Hongu Taisha.

 

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Für sein Kaiseki 'Health Food' ist das Kameya Ryokan in Kawayu Onsen bekannt

Mein Buchtipp – im Universum der japanischen Lebensmittel

A Dictionary of Japanese Food: Ingredients and culture  (Englisch)

 

Ein viel gelobtes Nachschlagewerk und einzig in seiner Art ist das Wörterbuch der japanischen Küche von Richard Hoskings, der Japan Liebhabern und Besuchern die Feinheiten und Nuancen der japanischen Küche und ihrer Zutaten zu entschlüsseln hilft, Irreführendes richtigstellt und erklärungsbedürftige Begriffe kommentiert. Wer sich für die Japanische Küche interessiert, hat hier den essentiellen Guide in Händen.

 

Als Taschenbuch oder Kindle Edition (Amazon).

 


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Von Edel Seebauer / Fotos Jürgen Mahler

  

Diese Reise unterstützt haben JNTO und Wakayama Tourismus

 

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