USA Nordwesten Teil 9 | Black Hills, South Dakota

Mount Rushmore und die Black Hills von South Dakota

The Mount Rushmore State ist der Spitzname von South Dakota. Aus der Endlosigkeit der Great Plains stechen die Black Hills isoliert als ganz untypische Landschaft heraus. Granitfelsen und Kiefernwälder, Seen und Bäche. Für Crazy Horse und die Lakota-Sioux waren sie der Mittelpunkt der Welt. 

 

Die landschaftlich reizvollen Black Hills bieten doch mehr als die von Menschen geschaffenen Felsmonumente Mount Rushmore und Crazy Horse.

Black Hills Landschaft im Custer State Park South Dakota
Die Black Hills auf der Black Elk Peak Wanderung
Bisons im Custer State Park Wildlife Loop
Bisons im Custer State Park auf der Wildlife Loop
South Dakota Autoschild
South Dakota Slogan "Great Faces. Great Places"

Mit der Harley auf Wallfahrt durch die Black Hills

Über 100 Meilen entfernt konnten die Sioux ihre heiligen Berge dunkel am Horizont ausmachen. Im Frühjahr trieben sie riesige Bisonherden von den Berghängen in die Buffalo Gap. Heute durchziehen malerischste Scenic Roads die 'Schwarzen Berge' und der große Bisontrieb 'Buffalo Roundup' im Custer State Park ist ein Volksfest. Ein Zusammentrieb anderer Art ist die weltgrößte Harley-Fahrer Invasion. Einmal im Jahr suchen im August bis zu 750.000 Biker das Kaff Sturgis heim, harte Kerle und spärlich bekleidete Mädchen. Dann wird es laut in den Black Hills und die Scenic Roads sind ein einziger großer Stau. Von den wildesten Zeiten der Seventies wird erzählt, damals hätten Rocker-Banden japanische Motorräder aufgeknöpft und abgefackelt. Wir können ruhig schlafen, wir haben morgen die richtige Maschine und freie Fahrt. 

 

Wir mieten uns kurzerhand beim gut sortierten Harley-Händler in Rapid City für einen Tag eine 'Heritage Classic' und rollen grollend durch die Black Hills hinauf zum Mount Rushmore, zu den vier in Granit gehauenen Präsidenten. Für die „Weißen“ Amerikas der wichtigste Wallfahrtsort im Land, für das Sioux-Indianervolk eine Demütigung. Ein paar Meilen weiter besuchen wir das indianische Gegenstück. Das ungleich größere, noch im Bau befindliche Crazy Horse Memorial wird die grösste Skulptur der Welt werden. 

 

Wir nehmen mit unserem uramerikanischen Dampfross aber nicht den direkten Weg dorthin, sondern manövrieren unsere Harley über zwei abenteuerliche Scenic Roads von Amerika: Iron Mountain Road & Needles Highway.

Mount Rushmore und Crazy Horse Memorial – In Stein gemeißelte Geschichte Amerikas

Freilich kann man dem Besucher des heiligen Grals der Freiheit und Demokratie keinen Eintritt abverlangen, schließlich gilt der Besuch für Amerikaner als eine Art patriotische Pflicht. Elegant und pragmatisch hat man aber eine Einnahmequelle über das komfortable und direkt am Eingang gelegene Parkhaus geschaffen. Das kostet pro Vehikel zehn Dollar, auch für diejenigen, die auf einer amerikanischen Ikone angebrettert kommen.

 

Wir nähern uns den monumentalen Porträtköpfen über die 'Avenue of the Flags', ein säulenbestandener Korridor, der die 50 Bundesstaaten sowie sechs Distrikte und Territorien (z.B. Puerto Rico) repräsentiert. Es fällt schwer, bei der Annäherung den Blick von den hoch oben thronenden Präsidenten zu nehmen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie auf uns herabschauen, mit entschlossener, vielleicht mahnender Miene:

„Liebe Leute, was habt ihr da 2016 zusammengewählt!?“ Die Maße der Köpfe sind beeindruckend: 20 Meter hoch, die sechs Meter langen Nasen und über drei Meter breiten Augen sind auf einer Gesamtkörpergröße von 140 Meter skaliert.

 

Nicht nur die künstlerische Seite, sondern auch die Auswahl der Präsidenten sowie die Durchführung und Finanzierung des 14 Jahre dauernden Projektes sind das Verdienst des extrovertierten amerikanischen Bildhauers Gutzon Borglum. Mit 400 Arbeitern startete Borglum die Arbeiten im Jahre 1927 an prominentester Stelle mit dem Konterfei von George Washington, erster Präsident der 13 Gründerstaaten nach der Abnabelung von Großbritannien mit der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776. Die zweite exponierte Stelle an der rechten Flanke des Granitstocks musste Abraham Lincoln vorbehalten bleiben. ‘Honest Abe‘ führte die Nation 1861-1865 durch den Bürgerkrieg, schaffte die Sklaverei ab und modernisierte die Wirtschaft, vor allem trieb er den Ausbau des Eisenbahnnetzes voran.

Präsidentenköpfe Mount Rushmore Monument South Dakota
Mount Rushmore, in Stein gemeißelte amerikanische Geschichte

 

Der Bildhauer wählte als dritten Kopf einen weiteren Gründervater, Thomas Jefferson. Er steht vor allem für die territoriale Expansion der jungen Nation, kaufte er doch 1803 den Franzosen das riesige Louisiana-Territorium ab und schickte 1804 die Lewis & Clark Expedition los, um die Rocky Mountains zu überwinden und einen Landweg zur Westküste durch den Pazifischen Nordwesten zu erkunden. Jeffersons Kopf sollte ursprünglich links (von unten gesehen) entstehen, eine falsch platzierte Dynamit-Ladung jedoch zwang Borglum, die schon sichtbaren Gesichtszüge vollends wegzusprengen und Jefferson rechts von Washington zu meißeln. Dadurch und durch Probleme mit dem Gestein musste der Vierte im Bunde, Theodore Roosevelt, weiter hinten im Fels platziert werden und erscheint deshalb am wenigsten prominent. Dabei ist er für uns Touristen und Naturliebhaber der wichtigste von allen. Denn gemäß seinem Leitspruch „Land ist das Eigentum der noch ungeborenen Generation“, sorgte er dafür, dass insgesamt 930.000 km² Land als Nationalpark oder National Forest unter Naturschutz gestellt wurde.

 

Mount Rushmore bleibt ein unvollendetes Werk, denn Gutzon Borglum wollte ursprünglich die vier Präsidenten bis Taillenhöhe darstellen. Aber sein eigener Tod 1941 und auch der Geldmangel in Zeiten des 2. Weltkrieges verhinderten das. So wurden die Häupter unter der Leitung seines Sohnes Lincoln Borglum fertiggestellt und dann das Monument kurzerhand für vollendet erklärt. Es bleibt aber umstritten, denn es sitzt auf heiligem Land der Sioux, das dem Indianervolk durch Vertragsbruch abgenommen wurde.          

  • Mount Rushmore Evening Lighting Ceremony ist vielleicht interessant zu erleben, obgleich die tief patriotische Zeremonie nicht jedermanns Sache ist. Während die Präsidentenköpfe angestrahlt werden, stehen alle Amerikaner zur Nationalhymne auf und singen, anwesende Veterane werden geehrt und ein Film gezeigt. Aber auch nach der Zeremonie geht die Illumination noch bis 23 Uhr. Bewertungen
George Washington Kopf Mount Rushmore South Dakota
George Washington mit 6 Meter langer Nase und über 3 Meter breite Augen

Kurvige Schönheit – Iron Mountain Road und Needles Highway

Vom Mount Rushmore nehmen wir mit unserer Harley nicht den direkten Weg zum Crazy Horse Memorial, sondern rollen wieder hinab Richtung Keystone, um nach kaum zwei Meilen rechts in die abenteuerlich kurvige Iron Mountain Road abzubiegen. Um eine der 10 herausragendsten Scenic Roads Amerikas zu fahren nimmt man sich Zeit. Vor allem ist unsere Harley ein schweres Gerät und die kurvenreiche Strecke anspruchsvoll.  Die 17 Meilen langen Reise führt über sich stapelnde Haarnadelkurven, drei beeindruckende Ringelschwanz-Holzbrücken, durch drei einspurige Tunnel, die durch den Granitberg gehauen wurden und die Präsidentenköpfe am Mt. Rushmore wie im Bilderrahmen präsentieren. Man spürt den Wind und riecht die Kiefern, bliebt stehen, wenn eine Büffel die Straße überquert und hält immer für einige großartige Ausblicke.

Tunnel Iron Mountain Road Black Hills Custer State park
Tunnel auf der Iron Mountain Road
Road Needle Felsen Black Hills Custer State park

Auf der Postkarte gut zu sehen: Pigtail Bridges Iron Mountain Road und Tunnelfenster zum Mt. Rushmore.

 

Weiter westlich im Custer State Park zweigen wir vom Highway 16 ab auf den legendären Needles Highway, der ein Fest für Obelix wäre. Er schlängelt sich zunächst durch Wiesen und Kiefernwälder bis der dramatischste, felsige Teil kommt mit den durch festen Granit gebohrten Tunneln. Es folgt ein Labyrinth von Granitformationen, die aus dem Waldboden steigen und an Nadeln, Finger, Domspitzen und Orgelpfeifen erinnern, wie die berühmten Needle's Eye und Cathedral Spires. Jetzt noch durch den Needles Eye Tunnel, ein hoher Felsriss von nur 2,56cm Breite und der malerische Sylvan Lake ist bald erreicht. Als Gouverneur Peter Norbeck den 14 Meilen langen Needles Highway plante, sagten ihm die Ingenieure, "dass ist unmöglich". Aber er blieb beharrlich und musste sie überreden kreativ zu werden. Die Straße wurde 1922 fertig gestellt und hat sich seit ihrer Eröffnung nicht wesentlich verändert.

Harley fahrt zum Sylvan Lake Blac Hills Custer State Park
Vorbei geht die Fahrt am Sylvan Lake
  • Normale Wohnmobile können die engen Tunnel des Needles Highway nicht passieren. Durch die Tunnel der Iron Mountain Road schaffen es einige RVs, der kleinste Tunnel ist 13.2 Feet (4,0m) breit und 12.2 Feet (3,7m) hoch. WICHTIG. Vorher die Abmessungen des gemieteten RVs überprüfen mit den Feet/Meter Tunnelmaßen auf dieser Karte. Höchstgeschwindigkeit sind 35 Meilen/h.
  •  Sylvan Lake kann man mit dem Wohnmobil nur über Custer Hwy 89 erreichen. 
  • Die große Runde als Tagestour. Der Peter Norbeck Scenic Byway (Link zur Karte) verbindet in einer 70 Meilen Schleife die malerischen Parkstraßen mit den landschaftlichen und historischen Besonderheiten der Black Hills. Für die rund 100km sollte man 3 Stunden Fahrzeit einplanen ohne Stopps.
  • Ein Muss ist die Badlands Loop im rund 100 Meilen östlich gelegenen Badlands Nationalpark. Eine Fahrt durch eine farbige, dramatische, versteinerte Naturbühne.
Black Hills Motorcycle Map
Klick Foto für Black Hills Karte / Street Map
Peter Norbeck Scenic Byway Foto Federal Highway Administration
Peter Norbeck Scenic Byway Foto Federal Highway Administration

Crazy Horse Memorial wird die größte Skulptur aller Zeiten

Crazy Horse Memorial

Nur 16 Meilen entfernt vom Mount Rushmore entsteht seit nunmehr 70 Jahren das indianische Gegenstück. Das Crazy Horse Memorial ist aber bis heute noch mehr Berg als Skulptur. Seit 1948 wird er aus dem Thunderhead Mountain gemeißelt, seit 1989 ist das Gesicht des berühmten Lakota-Häuptlings zu sehen, mit 27 Metern Höhe ist es rund ein Drittel größer als die Rushmore Gesichter. Crazy Horse auf seinem Pferd soll eines Tages – es wird noch viele Jahrzehnte dauern – mit 172 Meter Höhe und 195 Meter Länge die größte je in einen Berg gehauene Skulptur der Welt werden. Die gewaltigen Dimensionen sind aber ob des fertiggestellten Gesichts heute schon zu erahnen. Ein Besuch lohnt sich, auch wenn der Eintritt pro Vehikel hoch erscheint. Man sollte es als Spende für das Generationen-Projekt ansehen, denn anders als Mount Rushmore, finanziert es sich rein aus privaten Mitteln. Freilich ist auch dieses Monument nicht unumstritten. Indianerstämme argumentieren, dass es eine weitere Entweihung der heiligen Black Hill Berge ist und dass sich Crazy Horse auch nie abbilden lassen wollte.

Crazy Horse Memorial & Museum Webseite / Preise.

 


Harley Tour zum Crazy Horse Memorial Black Hills South Dakota

South Dakota hat mit 60.000 Native Americans den dritthöchsten Anteil an Indianern in den Vereinigten Staaten nach Alaska und Neumexiko. Die ansässigen neun Stämme gehören zur großen Sprachfamilie der Sioux.

Sylvan Lake & Black Elk Peak Wanderung

Zwischen aufragenden Felsnadeln und Domspitzen zum schönsten Panorama Gipfel.

Wanderung zum Black Elk Peak Black Hills South Dakota
Inmitten der Black Hills, Wanderung zum Black Elk Peak

 

Der Black Elk Peak in den Black Hills ist die höchste Erhebung zwischen den Rocky Mountains und den europäischen Pyrenäen und von Geschichte durchdrungen. Hat man auf 2.207m den Gipfel erreicht, steht man auf dem heiligen Boden der Lakota Sioux – mit majestätischen Aussichten. Früher bekannt als Harney Peak, wurde der Berg 2016 in Black Elk Peak umbenannt, zu Ehren des Lakota Medizinmanns, der schon als Kind die Stimmen des Berges hören konnte. "Manchmal sind Träume klüger als das Aufwachen." Black Elk (1863-1950).

 

Der Aufstieg vom Sylvan Lake ist die beliebteste Route mit fantastischen, geologischen Formationen. Am Gipfel steht ein markanter Aussichtsturm, 1938 erbaut, um Waldbrände zu erspähen. Die 360-Grad-Panorama-Aussicht von dort oben ist grandios. Vier Staaten verschmelzen am Horizont und im Norden ragt die Rückseite des Mount Rushmore hervor. Der wahre Gipfel des Black Elk Peak ist einige Schritte vom Turm entfernt auf einem Felsvorsprung. Jeder Wanderer findet auf dem großen Felsen seinen Platz, um noch eine Weile zu ruhen und die Aussicht zu genießen (auch herrlich zum Picknicken). Das Gebiet steckt voller seltener Mineralien und Kristallen, Gold ist zwar nur selten sichtbar, aber fast auf Schritt und Tritt ist der Weg mit brüchigem Glimmer übersät.

Wanderung zum Black Elk Peak Black Hills South Dakota

 

Black Elk Peak Wanderrouten: Vom Sylvan Lake ist der Trail 9 die beliebteste Route. Der Trail 4, ebenfalls ab Sylvan Lake, führt landschaftlich besonders reizvoll vorbei an Little Devils Tower und Cathedral Spires. Die Kombination aus Trail 9 und Trail 4 bietet sich als Rundwanderung an. (Black Elk Wilderness Trail Map, Karte noch mit Harney Peak). Wanderung 400 Höhenmeter, 11km, 4-5 Stunden, moderat.

Größerer Parkplatz am Sylvan Lake See (gehört zum Custer Stake Park mit Eintritt).

Black Hills Felsformationen South Dakota
Angler am Sylvan Lake Black Hills
Angler am Sylvan Lake

Custer State Park "Wildlife Loop"

Diese 18 Meilen lange 'Wildlife Loop' hat schon etwas von einer Safari. Alleine die Landschaft hat uns absolut bezaubert.

Custer State Park auf Wildlife Loop
Custer State Park auf "Wildlife Loop"
Bison-Stau im Custer State Park
Bison-Stau im Custer State Park
Bison Autostau im Custer State Park
Lass mal jucken!

 

Wir sind wieder in unserem Wohnmobil unterwegs und fahren durch eine Bilderbuchlandschaft. Rotwandige Schluchten, sich wellende Hügel und offene Wiesen, die im Herbst savannengelb und rot in der tief stehenden Sonne leuchten. Es dauert nicht lange, bis sich die zuverlässigen Bisons zeigen. Die Herde entschliesst sich, die Straße zu überqueren. Es ist nicht ungewöhnlich, auf dieser Rundfahrt in einem Bisonstau zu enden. Sie kratzen und reiben sich gerne an Parkschildern oder wie jetzt, auch ungeniert an den wartenden Autos. Früher war es ein Sport der weißen Pioniere, Bisons aus dem Zug abzuschießen, manche erlegten 100 Tiere am Tag. Die Massen toter Bisons brachte ein neues großes Business in Form von gemahlenen Knochen als Düngemittel.

 

Der Custer State Park beherbergt auch noch andere Tiere, etwa Präriehunde, Wapitis, Dickhornschafe, Kojoten, Schneeziegen und sogar Pumas soll es hier noch geben. Jeder wäre aber enttäuscht, wenn er nicht die "Begging Burros" antreffen würden, hat man doch extra Karotten oder anderes Naschzeug für sie eingepackt. Die bettelnden wild lebenden Esel sind (mein Lieblingstier!) inzwischen eine Attraktion und stehen manchmal bis zu Fünfzig an einer bestimmten Stelle der Parkstraße. Sie kennen keine Scheu und  einige stecken ihre Köpfe direkt durchs Fahrerfenster. Ich steige mit meinem Sack Äpfel aus, muss sie ihnen aber erst zerkleinern, dann gibt es keinen Halt mehr, umringt von so vielen Eselsköpfen.

  • Der Custer State Park (Homepage) liegt in den südlichen Black Hills. Eintritt nicht im Interagency Annual Pass enthalten.
  • Die 'Wildlife Loop' Runde ist am schönsten zu fahren nach Sonnenaufgang oder am späteren Nachmittag für das schönste Tageslicht. 
 Custer State Park Hügellandschaft
Bettelnde Esel Custer State Park
"Begging Burros", berühmt wie die Bisons im Custer State Park

 

Buffalo Roundup – Das traditionelle Bisontreiben im Custer State Park.

Yeehaw! und Peitschenknallen sind zu hören, wenn die Cowboys, Ranger und freiwillige Helfer versuchen 1.500 Bisons, eine der größten Herden des Landes, in eine Richtung zu treiben. Ein Spektakel ist das jährliche Buffalo Roundup, eine Szene wie aus dem Wilden Westen. Der letzte Schub der Herden in die vorbereiteten Korridore zieht 10.000 Besucher an. Der Nachwuchs wird geimpft und die Größe der Herde kontrolliert. Um sie beständig auf etwa 1.300 Tiere zu halten, werden anschließend ein paar Hundert Bisons in einer Auktion verkauft.  

  • Buffalo Roundup im Custer State Park, immer am letzten Freitag im September. 
Prachtexemplar von einem Bison im Custer State Park
Prachtexemplar von einem Bison im Custer State Park
Buffalo Roundup – traditionelles Bisontreiben im Custer State Park
Buffalo Roundup – traditionelles Bisontreiben im Custer State Park

 

Am nächsten Morgen wird die wunderbare Landschaft im Wild Loop unser Frühstücksplatz – der unbezahlbare Luxus eines Camper-Urlaubs. Danach geht es Richtung Süden in den Rocky Mountain Nationalpark, wo die Hirsche Brunftzeit haben.

Übernachten in den Black Hills & Custer State Park

Trailer Camper Blue Bell Campground Custer State Park
Beliebt bei Trailer-Camper, Blue Bell Campground im Custer State Park

Blue Bell Campground. Gute Lage in den Black Hills innerhalb des Custer State Park. Zum 'Wildlife Loop' ist es nicht weit. Der komfortable Campingplatz liegt eingebettet in einem Ponderosa Kiefernwald und hatte viele größere Wohnmobile auf dem Platz. Einheimische Dauercamper im Trailer fühlen sich heimisch mit USA-Flagge, Blumenbeet und Hundezaun. Hirsche und Bisons streunen schon mal über den Platz und der French Creek fließt in unmittelbarer Nähe. Die angrenzende Blue Belle Lodge bietet Annehmlichkeiten: Restaurant, Reiten, Chuckwagon Cookouts, Angelscheine,  Waschsalon, Lebensmittelladen & Benzin. 35 Wohnmobil-Stellplätze mit und ohne Strom, gute sanitäre Anlage und Duschen. Reviews

 

Stockade North Campground im Custer State Park hat uns noch besser gefallen. Da der Blue Bell voll war, haben wir die erste Nacht hier verbracht. Er ist ruhiger mit mehr Privatsphäre als viele andere, hat viel Platz zwischen den einzelnen Stellplätzen. Wir standen auf einer Erhöhung und blickten auf das Theater. Plätze mit Stromanschluss, gute Duschen, Dump Station. Und er liegt noch näher zur Stadt Custer und dem Needles Highway. Reviews

 Unser Platz im Stockade North Campground über dem 'Ranger Theater'  | Unser Nachbar zum Wochenend-Zelten

Deadwood – dem Lockruf des Goldes folgten auch Frauen

In South Dakota gibt es heute noch Gebiete, die so dünn besiedelt sind, dass sie nach Quadratmeilen pro Person statt andersherum gemessen werden. Es war die letzte amerikanische Grenze, die kartiert wurde. Für Gesetzlose war es einfach, sich im Rücken Amerikas zu verstecken, South Dakota bot ihnen reichlich Schutz und das Gesetz kam spät. Die den Ureinwohnern heiligen Black Hills wurden den Sioux-Indianern zugesprochen, bis Oberst George A. Custer 1874 die Entdeckung von Gold verkündete (in der Nähe des heutigen Custer) und der Goldrausch über Nacht einsetzte. Glücksritter und Schurken machten sich auf den Weg in die Black Hills. Vom Glück wurden nur wenige getroffen, viele vom Tod. Die Zeiten waren hart. Weltwirtschaftskrise, dazu die verheerenden "Dust Bowl" Staubstürme Mitte der 1930er Jahre ließen jede Hoffnung auf ein besseres Leben austrocknen und immer mehr Geisterstädte überzogen das Land.

Poker Alice, immer mit Zigarre am Spieltisch und die Wild Bill Hickok nachstellende, schießwütige Calamity Jane 

Aus einem Zeltlager von Goldgräbern in einer Schlucht voller umgestürzter Bäume entstand Deadwood. Goldsuchende, Berufsspieler, Revolverhelden, Pferdediebe und Gesetzlose wurden gleichermaßen angezogen, für die der Ort ohne Gesetze und Sheriff wie geschaffen war, in dem die schnellste Waffe das meiste regelte. Es dauerte nicht lange, und ein ganzer Block war nur mit Bordellen besetzt, berüchtigt waren Madam Moustache und Dirty Em. Auch andere Frauenbilder machten sich einen Namen. Alice Ivers war verwitwet und pleite als sie nach Deadwood kam und sah im Pokerspiel einen Ausweg. Als "Poker Alice" wurde sie so berühmt, dass Spieler von überallher kamen, nur um sie zu schlagen – was wenigen gelang. Dann die schießwütige Calamity Jane, eine bierlustige, tabakspuckende, übel riechende Frau in Männerkleidern, die eine Zeit lang in der Wildwest-Show von Buffalo Bill auftrat. Sie stellte den berüchtigsten Männern der Stadt nach, vor allem dem gutaussehenden Wild Bill Hickok, der nichts von ihr wissen wollte. Er war ein hervorragender Reiter und Scharfschütze, der mit tödlicher Präzision aus der Hüfte schießen konnte. Dieser wahrscheinlich berühmteste Einwohner von Deadwood wurde beim Pokerspiel hinterrücks erschossen. In der Hand hielt er zwei schwarze Asse und Achten, ein Blatt, das heute in der Poker-Welt als "Dead Man's Hand" bezeichnet wird. An der Bar hatte er 50$ Dollar Trinkschulden. Wild Bill Hickok spielten sie dann noch einen letzten Streich, indem sie Calamity Jane nach ihrem Tod neben ihm begruben. Ihre Gräber findet man auf dem Deadwood Mount Moriah Cemetery.

 

Gleich mehrmals lässt man Wild Bill Hickok im Sommer für die Touristen sterben als Show vor dem Saloon und kostenlose Strassen Shoot-Outs fehlen natürlich auch nicht. Alle Termine Deadwood Alive.

Deadwood old Times
Deadwood 1876 Foto: Wikimedia
Deadwood Saloon No 10
Deadwood Saloon No 10

Der Old Style Saloon No. 10, wo die Old West Legenden soffen und zockten, ist sehenswert, auch wenn weder der Saloon noch der 'Death Chair' von Hickok original sind (da längst abgebrannt). Google Map.

1989 wurde das Glücksspiel legalisiert und Deadwood wiederbelebt. Heute sind es amerikanische Touristen, die unterhalten werden mit modernen Casinos und Spielautomaten hinter fast jeder Tür.

 

Für Motorcycle Fans 

  • Jerry Greer's Engineering in Deadwood ist jedem, der eine Vintage 'Indian' fährt, bekannt. Der Laden ist auf Indian Ersatzteile und Restaurierungen spezialisiert. Die Halle mit den ausgestellten Indian Vintage Motorrädern ist ziemlich cool (Map).
  •  Sturgis Motorcycle Museum (Map). In dem Kaff Sturgis findet das wohl größte Motorradtreffen der Welt statt zur jährlichen Sturgis Motorcycle Ralley mit rund 1/2 Million Besuchern.
Vintage 'Indian motorciles Jerry Greer's Engineering in Deadwood
Vintage 'Indians' bei Jerry Greer's Engineering in Deadwood

 

Interessanter Skulpturenpark. Tatanka – Story of the Bison. Lebensgroße Bronzeskulpturen einer Indianer Bisonjagd. (Eintritt etwas happig). Von Kevin Costner ins Leben gerufen, nachdem er in den Black Hills "Der mit dem Wolf tanzt" gedreht hatte. 2km außerhalb Deadwood (Map).

Skulpturenpark Tatanka – Story of the Bison
Skulpturenpark Tatanka – Story of the Bison

 

Unsere genaue Route: Von der I-90 kommend haben wir mit Spearfish und Deadwood begonnen, sind von dort weiter in den Badlands Nationalpark (1 Nacht), danach wurde bei Rapid City übernachtet, um die Harley früh zu holen, drei Nächte waren wir im Custer State Park.

Tipp. Spearfish Scenic Byway Route über die Scenic 14A durch den Spearfish Canyon nach Deadwood.

Vom Highway 90 kommend bietet sich diese schönere Strecke an. Wir machen im angenehmen Städtchen Spearfish halt. Route Map.

  • Auf der Main Street findet man richtig nette Cafes, wie Blackbird Espresso oder Green Oven Bakery und die hilfsbereite Besucherinformation von Visit Spearfish, wo wir Karten und Material zu den Black Hills einsammeln. 
  • Etwas außerhalb: High Plains Western Heritage Center, regionales Museum über die Old West Pioniere und Prärieindianer. 
Durch den Spearfish Canyon nach Deadwood
Durch den Spearfish Canyon nach Deadwood

 

Von Edel Seebauer / Fotos Jürgen Mahler 

 

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