Panorama Grand Teton Nationalpark USA

USA Nordwesten Teil 6 | Grand Teton Nationalpark (Wyoming)

Grand Teton Nationalpark – monumentales Breitbildkino

Spektakulär ist sein erste Anblick, wenn die zackigen Teton Gipfel unvermittelt aus dem Talboden aufragen. Der Herbst taucht Amerikas jüngste Bergkette in einen leuchtenden goldgelben Landschaftsrausch. Der Rockefeller Memorial Parkway ist zweifellos die aufregendste Fahrt durch den Grand Teton Nationalpark, denn die gesamte Strecke ist ein einziges Panorama.

 

Und die Fahrt über den Rockefeller Memorial Parkway ist ein einziges Panorama.

 

Immer wieder blickt man auf, schaut sich um, verblüfft über die gigantische Ausdehnung und Pracht dieses Tals.

Unter den Ureinwohnern, den Shoshonen, wurden die Bergkette schlicht Teewinot, viele Felsspitzen genannt
Unter den Ureinwohnern, den Shoshonen, wurden die Bergkette schlicht Teewinot, viele Felsspitzen genannt

The Grand Tetons – Die Geschichte mit den 'Großen Brüsten'

"Hé Jacques, c'est incroyable! Schau Dir diese Berge an, die erinnern mich an die großen Titten meiner Frau". So ähnlich mag es gewesen sein, als um 1820 französisch-kanadische Fallensteller zum ersten Mal diese Gipfel erblickten und den wenig feinsinnigen Namen 'Les Trois Tetons' – die drei Brüste in Umlauf brachten. Bei ihrem Anblick hätten sie etwas Erhebenderes verdient  die Berge, die verblüffen und demütig machen.

Unter den Ureinwohnern, den Shoshonen, wurden die Bergkette schlicht Teewinot, viele Felsspitzen genannt
Unter den Ureinwohnern, den Shoshonen, wurden die Bergkette schlicht Teewinot, viele Felsspitzen genannt

Die Vorzüge des Grand Teton – er ist herrlich alpin, übersichtlich und von unmittelbarer Schönheit

Zwei der sehenswertesten Nationalparks auf einem Streich. Der Grand Teton Nationalpark grenzt unmittelbar südlich an den Yellowstone Nationalpark. Sein viel berühmterer Nachbar ist eines der großen Naturwunder dieser Welt, aber der Grand Teton hat die Traumkulisse! Seine Schönheit ist immer gegenwärtig, man muss nicht erst zu ihr vordringen. Die begehrtesten Postkartenmotive des Parks fährt man geradewegs von dem Parkway an. Im Vergleich ist er klein und kompakt – 64km lang, 23km breit und 4200m hoch – und das ist großartig für einen Tagesbesuch, noch besser ist eine Übernachtung.

 

Aber auch einen ganzen Urlaub könnte man hier verbringen mit Reiten, Wandern, Klettern, Radfahren, Wildlife Viewing, Fliegenfischen, Kayaking, Boot- und  Wildwasserfahrten.  Alle Outdoor Activities im Grand Teton Nationalpark.

Der Grand Teton Nationalpark in einem Tag

Besichtigungspunkte von Süden nach Norden – von Jackson kommend (unser Jackson Bericht)

 

Von der Stadt Jackson durch den Grand Teton bis zum Yellowstone Südeingang sind es 58 Meilen / 93km. Ohne Halt könnte man es in 1h30 Stunden durchfahren haben, aber we will das schon – denn was folgt, ist ein großartiger Anblick nach dem anderen... 

Oberhalb des Snake River und der breiten Talsenke durchqueren wir den Nationalpark. Man kennt es von einem Portrait, egal aus welchem Blickwinkel, die Tetons folgen unseren Augen. Und tatsächlich scheint die Faszination mit jedem neuen Blick zu wachsen.

 

 

Die Besichtigungspunkte auf Google Map öffnen

 

Im Moose Visitor Center Infos & Kartenmaterial einsammeln. 

In Moose im Süden befindet sich die größte Besucherinformation im Craig Thomas Discovery & Visitor Center.  12 Meilen nördlich von Jackson Map. Meldungen zu den Campgrounds Belegungen, Wetter- und Strassenlage, Ranger Programm mit geführte Wanderungen und Vorträgen, Aktivitäten- und Kartenmaterial, Reliefkarte des Parks, Buchhandlung und Free WiFi.

 

 

Für den 'Cinemascope Blick' den Rockefeller Memorial Parkway fahren!

Den Grand Teton durchziehen zwei Straßen. Die innere Teton Park Road und der äußere Rockefeller Memorial Parkway (Hwy 89). Wer auf der Durchfahrt ist und keine Parkrunde fahren möchte, nimmt die Rockefeller Memorial Panoramastraße. Von hier zeigen sich die Tetons in ihrer Ganzheit, dramatisch und monumental mit mehreren Overlooks über den Snake River und das Jackson Tal – eine Aussicht schöner als der andere.

Als man 1929 den Grand Teton Nationalpark gründete, gab es diesen Parkteil noch nicht, denn das Tal von Jackson Hole war in Privatbesitz. John D. Rockefeller Junior, Sohn des ersten Milliardärs der Weltgeschichte, der mit Standard Oil das größte Erdölraffinerie-Unternehmen der Welt besaß, fühlte sich für die Natur verantwortlich. So begann er nach und nach Tausende Hektar Land in Jackson Hole anzukaufen, um es dem bestehenden Nationalpark 1950 zu stiften. 1972 kam die Rockefeller Memorial Panoramastraße (Hwy 89) hinzu, die den Grand Teton und Yellowstone Nationalpark verbindet. 

  • Die innere 'Teton Park Road' führt nah am Gebirgsstock und Nadelwald entlang, hinter dem die Bergseen versteckt liegen. Hier liegen die schönsten Seen- und Bergwanderungen.
  • Grand Teton Parkrunde: Rockefeller Memorial Parkway & Teton Park Road (Moose – Jackson Lake Junction – Jenny Lake – Moose) Länge 45 Meilen, 1h30 reine Fahrzeit. 

 

Mormon Row und Moulton Barn

Die Mormon Row ist mit Sicherheit die meistfotografierte Scheune von Wyoming, ein Überbleibsel einer alten mormonischen Siedlung. Die Moulton Barn liegt südlich davon. Mit den eisigen Grand Teton Gipfel im Hintergrund sind sie echte Postkartenmotive. Und wenn es ein Glückstag ist, bewegt sich womöglich eine Bisonherde durchs Bild.

  • Anfahrt: Nach Moose die erste kleine Abzweigung rechts in die Antelope Flats Road. Die Scheunen liegen rechts und links der Straße.

TIPP. Gros Ventre Loop fahren. (Map) Nach Jackson und dem Museum of Wildlife Art (Sculpture Trail anschauen!) kommt rechts mit dem Gros Ventre Flusslauf ein schöner Abstecher für Tierbeobachtungen (Wapiti-Hirsche, Elche und Bisons), bevor es weiter zu den fotogenen Holzscheuen geht. Zurück auf dem Hauptweg sind es nur 2 Meilen bis nach Moose zum Visitor Center. 

Gros Ventre Loop Road Grand Teton
Fahrt über die Gros Ventre Loop am gleichnamigen Fluss

 

Blacktail Ponds Overlook.

Gleich der erste Stopp am Blacktail Ponds Overlook ist ein fantastisches Landschaftsbild. Wasserläufe durchsickern die buschigen gelben Wiesen vor dunkelgrünen Kiefern und dem Snake River. Über allem ragt der strahlende 4.300m hohe Grant Teton Gipfel. Pfade erlauben es, hier ein es bisschen herumzuwandern!  

 

Glacier View Turnout.

Kurz danach am Glacier View Turnout gibt es den spektakulären Blick über die berauschende Weite zum zentralen Teton-Abschnitt, seinen 'Trois Tetons', den drei Brüsten. Den Talboden bedeckt graugrüner Sagebrush, ein Wildsalbei-Strauch, der überall gegenwärtig ist. Die Ebene ist mit grünen Kiefern und goldgelben Zitterpappeln und Espen gesprenkelt, wie Modell-Bäume in einer Miniatur-Landschaft. Die Espen sind durch ein Wurzelsystemen verbunden und ändern daher alle gleichzeitig ihre Farbe von Grün ins aktuelle Gelb und im Spätherbst Orange. Dahinter erhebt sich das grauweiße Teton-Massiv. Seine Gletscher haben in den letzten 40 Jahren 25 Prozent ihrer Masse verloren. 

Rising Star – die aufregend aufragenden Tetons locken immer mehr Besucher
Rising Star – die aufregend aufragenden Tetons locken immer mehr Besucher

Hier treffen wir wieder auf die Chinesen, die uns vorgeeilt sind. Während ihr Bus wartet, gibt der Reiseleiter ihnen 10 Minuten. Dann wird vorgedrängelt, es werden ausreichend Selfies und Fotobeweise für Daheim benötigen. „Das gab es früher nicht“, meint das ältere Ehepaar neben uns. Den zuvorkommenden Amerikanern erscheinen sie als ungehobelte Mitmenschen. Nach unserem China Besuch haben wir etwas mehr Verständnis für reisende Chinesen mit fünf Tagen Jahresurlaub. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Den Grand Teton und Yellowstone Nationalpark werden sie in einem Tages-Rutsch besucht haben. 

Bis ins Schwabachers Landing kommen sie mit dem Reisebus nicht. Für unser Wohnmobil ist der nächste Abstecher über den kurzen Feldweg kein Problem.

Die Chinesische Reisegruppe – immer auf dem Sprung
Die Chinesische Reisegruppe – immer auf dem Sprung

 

Schwabacher Landing.

Im Grand Teton ist das Schwabacher Landings unser Lieblingsort, alle Fotografen werden ihn lieben. Die Spiegelung der Teton Berge auf dem stillen, flachen Wasser des Snake River ist malerisch! (und rotglühend zum Sonnenaufgang). An der Hauptstraße ausgeschildert führt ein Sträßchen links hinunter ins Flusstal zum Schwabacher Landings (2. Parkplatz). Mein Tipp. Hinter dem ersten kleinen Parkplatz finden wir eine bezaubernde Flusslandschaft und Holzbank für unser Picnic. Ein halbmythischer Ort, absolute Ruhe, unberührte Natur und diese Aussicht. 

 

Ein Stück weiter am Ende des Weges erreichen wir den Schwabacher Landing Parkplatz, wo einst der Siedler Albert Schwabacher landete und seine Ranch hatte. Ein Fußweg führt durch ein herrliches Feuchtbiotop. Schlängelnde Flussläufe werden von weiche Kissenpflanzen umrahmt und bilden kleine Teichen. Es gibt unendliche Möglichkeiten zum Fotografieren und zahlreiche Orte, von denen aus man die Grand Tetons betrachten kann. Ein Wanderweg führt am Ufer des Snake River entlang. Eine Biberfamilie hat den Fluss aufgestaut und bietet in den Abendstunden Unterhaltung. Die Tierwelt ist reichhaltig. Wer sich Zeit nimmt kann Rehe, ein Kojote oder Seeadler, möglicherweise auch ein Otter im Wasser erspähen.

 

Tipp: Mit Trekking-Sandalen kann man durchs Flachwasser und alle ruhigen Winkel erkunden, die andere nicht aufsuchen. Schwabachers Landing ist ein sehr beliebter Ort und in der Hochsaison sollte man früh auftauchen. Nicht vergessen, ein Picnic einzupacken. (WC Häuschen vorhanden).

 

 

 

Snake River Overlook. Vier Meilen nördlich folgt der berühmte Snake River Overlook, ein symbolisches Bild für den Grand Teton Nationalpark. Im Jahr 1942 hatte die US-Regierung den großen Landschaftsfotograf Ansel Adams beauftragt, eine Fototapete für das Innenministerium in Washington, DC zu erstellen. Das bekannte Schwarzweiß Foto 'The Tetons and the Snake River' nahm Adams hier auf.  Genau diese Stelle versuchen die Besucher zu erwischen und ich vermute, es ist dort, wo der Maler mit der Farbpalette und Pinsel steht und wir stellen uns neben ihn. Bäume verdecken heute einen Großteil der Flussbiegung. Wie viele Orte im Park ist dies ein großartiger Ort für Panoramabilder.

Fotografen Tipp: Vor Sonnenaufgang kommen und das Stativ in Position bringen. Die Camper haben den großen Vorteil, das Ganze bei einer Tasse Kaffee vom Wohnmobil aus zu genießen.  

Ansel Adams’ Fotografie The Tetons and the Snake River von 1942 über Wikipedia
Ansel Adams’ Fotografie The Tetons and the Snake River von 1942 über Wikipedia

Ansel Adams (1902-1984) gilt als einer der Meister der Landschaftsfotografie mit seinen monochromen Bildern des amerikanischen Westens. Zu seinen bekanntesten Fotos gehört die unvergessliche Aussicht auf die Teton Mountain Range und der Windung des Snake River, die heute zum Teil von Bäumen bedeckt wird. Unten unsere Fotovariante in Schwarzweiss.

Während unsere Alpen vor 100 Millionen Jahre entstanden, sind die Tetons mit 10 Millionen Jahre noch jung und scharfkantig. Ein tiefer Erdriss und daraus folgende Erdbeben drückten die Teton Bergkette nach oben, während Jackson Hole 5.000m absank. Der Höhenunterschied betrug, das muss man sich einmal bildlich vorstellen, über 10.000 Meter. Erosion hat den härteren Granit, wie wir ihn heute sehen, freigelegt und füllte das Tal mit fast 8.000m Sediment auf. Die steinerne Skyline ist immer noch beeindruckend, zwölf von Gletschern geformte Berge, an der Spitze 4.200m, überragen ohne Ausläufer ein paradiesisches, von Seen durchzogenes Tal, durch dessen Mitte sich der Snake River schlängelt.

 

Oxbow Bend Turnout.

In der Flussschlinge Oxbow Bend weitet sich der Snake River zu einem ruhigen Gewässer an dem sich die Tiere am liebsten zur Morgen- oder Abenddämmerung versammeln: Elche, Kraniche, Seeadler, Schwarzbären und gelegentlich zeigen sich Grizzlybären. Lustige Flussotter spielen und ringen im Wasser und im Frühjahr kommen die weiße Pelikane. Ist es sonnig und windstill, wird sich der Mount Moran herrlich darin spiegeln. Das Licht gab es nicht mehr her – es wäre wie auf diesem Foto.

 

Auch Grizzlybären nennen diesen Park ihr Zuhause. Trotz der vielen Besucher bleibt es eine ungezähmte Wildnis, die den nötigen Respekt verlangt. Heute erreichte uns die Nachricht vom Tod eines Hunting Guides im Grand Teton. Nach dem er mit seinem Kunden einen Wapiti Hirsch mit Pfeil und Bogen erlegt hatte, wurde er beim Zerlegen des Tiers von einem Grizzly überrascht, der die Beute witterte. Das Bärenspray konnte er schwerverletzt erst bei der zweiten Attacke einsetzen, es hatte ihm aber nichts mehr genützt. Der Kunde aus Florida konnte entkommen. Bären sind Raubtiere und besonders Grizzlys haben ein beschützendes und aggressives Verhalten. Unbedingt beachten: Sollte sich ein Tierkadaver in der Nähe eines Wanderweges befindet, wird der Weg mit einem Warnschild am Trailhead gesperrt.

Ein Höhepunkt im Grand Teton Nationalpark ist der Indian Summer, wenn die Birken, Espen und andere Laubbäume ihre vollen Herbstfarben entfalten. Im Sommer färben Wildblumen das Flussufer.