TAG 4-5 DANBA DÖRFER  JIAJU – SOUPO – ZHONGLU. TAGONG-DANBA 1.800m  111km  3 STUNDEN

Von den Danba Dörfern ins alpine Siguniang

Danba Valley – geheimnisvolle Türme und schöne Frauen

Suopo towers, danba valley Türme
Das Dorf Suopo mit seinen Türmen im Danba Valley

Die Anreise bis Danba führt auf guten Strassen an schönen Landschaften vorbei, und dem bemerkenswerten Aussichtspunkt auf den Yala Snow Mountain am Ende eines atemberaubenden Tales. Hier müsste man eigentlich aussteigen und die Wanderschuhe anziehen Viele Chinesen schießen ihr Foto und fahren weiter, so auch wir. Der 5.820 Meter hohe Yala Snow Mountain ist einer der vier heiligen Berge aus dem längsten Heldenepos der Welt, die Legende von König Gesar mit über einer Million Zeilen.

Eben noch von herbstlicher Blätterfärbung umgeben, geht es in eine enge, sattgrüne Schlucht immer dem eisigen Wildwasser nach bis in die Stadt Danba, wo drei Flüsse zusammentreffen. Danba (1.800m) ist ziemlich an Hochhäusern angewachsen und weniger anziehend. Es bietet sich hier an, Notwendiges für die Dörfer einzukaufen.

 

Yala Snow Mountain am Ende eines atemberaubenden Tales

Yala Snow Mountain, Danba valley
Das Tal zum Yala Snow Mountain verlockt den Wanderer

KLICK  AUF PHOTO GALERIE

Tal der wundersamen Bergdörfer Jiaju, Suopo und Zhonglu

Suopo Danba Valley
Das Dorf Suopo liegt noch ziemlich unerschlossen im Danba Valley

Danba Valley ist bekannt für drei Dinge. Die pittoresken Dörfer mit ihren Türmen, den Szechuanpfeffer und die schönsten Frauen des Landes. Wir besuchen die Dörfer Jiaju, Suopo und Zhonglu.


Bis Ende der 1990er Jahre waren die isolierten Bergdörfer noch vom Tourismus gänzlich unberührt und ihre Bewohner arme Kleinbauern. Heute nehmen sie Eintritt und profitieren von den Besuchern, die sie in ihren pittoresken Häusern beherbergen, und vor allem von den vielen chinesischen Filmteams, die diesen Ort als Kulisse entdeckt haben. Charakteristisch für die malerischen Danba-Dörfer sind ihre mehrstöckigen, schlossähnlichen Häuser neben noch höheren Türmen von ungenauem Zweck. Die hier lebenden Qiang Minoritäten haben interessanterweise von Dorf zu Dorf unterschiedliche Baustile – es lohnt sich also mehrere Orte anzuschauen. Sie liegen verstreut an fruchtbaren Berghängen von tiefen Tälern und werden am besten zu Fuß erkundet. Und vielleicht entdeckt man sie – die Schönheiten, für die diese Täler auch bekannt sind. Viele der Frauen tragen hier ihre traditionellen, farbenfrohen Kleider und den prachtvollen Kopfschmuck.

 

2-3 Übernachtungen sollte man für die Danba-Dörfer einplanen. Von Danba Stadt liegen sie im Umkreis von 7km bis 12km auf 1.800-2.000m mit einem milden Klima. Die beste Reihenfolge: Jiaju (甲 居) Suopo (梭 坡) und Zhonglu (中路). Zu den chinesischen Ferien wird es vor allem in Jiaju voll.

Unsere zwei Übernachtungen im Danba Valley: Three Sisters Family Hostel in Jiaju und Gerong Guesthouse in Zhonglu.

Wer gerne wandert, sollte sich im Tal des Yala Snow Mountains zusätzlich etwas Zeit nehmen.

Jiaju – ins Dorf zu den 'Drei Schönheiten'

Jiaju village near Danba valley
Auf dem Dach unserer Herberge in Jiaju

Jiaju lieben die Chinesen und es ist das meistbesuchte der Danba-Dörfer. Das Ortsbild erscheint noch relativ unberührt, abgesehen von immer mehr Touristen. Das Dorf erstreckt sich mit fast einem Kilometer Höhenunterschied vom Berghang bis zum Bergfuß am Fluss. Bei der Einfahrt wird eine kleine Gebühr kassiert und es folgt der erste Aussichtspunkt. In Serpentinen fahren wir hinauf zu unserer Unterkunft bei den berühmten 'Drei Schwestern' – Schönheiten, denen man am Ortseingang sogar ein Denkmal gesetzt hat. Das Danba Valley wird auch Beauty Valley genannt. Alle drei Schwestern wurden bereits zur Schönsten gekürt. Heute sind es reife und geschäftstüchtige Frauen, und ihre Schönheit ist nicht verblichen. Die Hauptstrasse durchs Dorf ist gerade eine Baustelle, Jiaju erhält überall bessere Strassen für den wachsenden Tourismus mit ordentlichen Wegweisern.

Jiaju village near Danba valley
Jiaju ist das bei Chinesen beliebteste Danba Dorf

Den Ort erkunden wir bequem zu Fuß. Die mehrstöckigen Jiarong-Steinhäuser fallen durch ihre typischen Streifen in Karminrot, Schwarz und Weiß auf. Einmal im Jahr werden die Steine der Dachecken zur Verehrung des Himmelgottes weißgetüncht, um ihn von den heiligen Bergen zu locken, mit dem Zwecke, er möge die bösen Geister aus dem Haus vertreibt. Auf den Flachdächern stapelt sich Mais zur Trocknung und Lagerung, der dem Vieh als Futter dient. Hier wird auch gebetet und an heißen Tagen im Freien geschlafen. Im unteren Bereich sind die Nutztiere und Küche untergebracht. Kleine Pfade führen über die Terrassenhänge, auf denen man sich verlieren kann. Man hat das Flusstal aber stets im Blick und stößt irgendwann auf die Strasse, die hinunterführt, vorbei am sehenswerten restaurierte Steinturm, von wo aus man eine herrliche Aussicht genießt.

Jiaju traditional house Danba valley
Der typische mehrstöckige, schlossartige Baustil in Jiaju
Toilette in Jiaju village near Danba valley
Luftiger Toiletten-Anbau
Jiaju village, Danba valley
Verzierte Hauseingänge von Jiaju

Jiaju village, Danba valley
Das weit verstreute Jiaju reicht bis zum Fluss hinunter

Three Sisters Family Hostel in Jiaju

Die drei schönen Schwestern vom Danba Valley
Die drei schönen Schwestern vom Danba Valley

Three Sisters Family Hostel. Unser Hotel ist komplett belegt mit chinesischen Reisegruppen. Eine der 'Schönheiten' bringt uns in ein Ausweichquartier – was besser für uns sei, weil es abends bei den Chinesen laut werden kann! Die Unterkunft in einem 200m entfernten Dorfhaus neben dem Vieh ist sehr einfach, mit eigener Toilette, was nicht immer von Vorteil ist, wie hier (Gestank). Unser Zimmer mit Halbpension kostet auch fast nichts. Zum Abendessen geht es lautstark zu auf der überdachten Terrasse im Haupthaus. Wie üblich auf dem Land, wird viel aufgetischt, zehn verschiedene Gerichte, nur mittelmäßig und zu fett. Wir sind alleine unter Chinesen, die auf Urlaub sind, den sie feiern. Beim Tischgelage fließen erst Unmengen Bier (Dosen) gefolgt von Reisschnaps, die Gläser trinken sie bekannterweise auf Ex. Angetrunken trauen sie sich zum Anstoßen an unseren Tisch, nur lange dauert der Spaß an der neuen Bekanntschaft nicht, als dann der Reiseführer sie bald ins Bett schickt. Ein unterhaltsamer Abend.

Morgens serviert man das spartanisch chinesische Frühstück: Fade Reissuppe, heißes Wasser, Schwarztee, harte Eier, Dampfnudeln. Wir haben aber immer einen Vorrat an Nescafe, Keksen und Teebeutel dabei.

 

Die bescheidenen Gasthäuser erfüllen die Grundbedürfnisse der Besucher, bieten eine harte Liege und ein herzhaftes Abendessen. Three Sisters Hostel Telefon +86 15351495456. Zimmertipp: Besser sind auf jeden Fall die Zimmer im Haupthaus, am besten die im obersten Stock bei der großen Terrasse. Auch große Mehrbettzimmer vorhanden. Jiaju liegt 7km nordwestlich von Danba

Three Sisters Family Hostel, Jiaju, Danba
Das Three Sisters Family Hostel in Jiaju ist gut besucht
Three Sisters Family Hostel, Jiaju, Danba
Essen mit Ausblick, Three Sisters Family Hostel
Tisch einer chinesischen Reisegruppe
Tisch einer chinesischen Reisegruppe

Dorm Three Sisters Family Hostel, Jiaju
Die Dorms im Three Sisters Family Hostel, Jiaju
Three Sisters Family Hostel, Jiaju
Arbeitergruppe von der Straßenbaustelle in Jiaju

Bei der Brautschau sagt das Kopftuch alles

Zum traditionellen, dekorativen Kopfschmuck der Qiang-Tibeter gehört das handbestickte Tuch am Hinterkopf. Traditionell wird es aus dem Stegreif ohne eine Vorlage bestickt. Und jedes junge Mädchen tut es so kunstvoll wie möglich. Denn wenn es zum Dorftanz geht, wo die ledigen, jungen Männer nach einer Braut ausschauen, wird es eine wichtige Rolle spielen. Reißt ein Junge ihr beim Tanzen das Tuch vom Kopf und steckt es ein, kommt das einem ‚Date’ gleich. Sie muss ihn wiedersehen, um ihr Tuch zurück zu bekommen. Je geschickter ein Mädchen mit der Nadel umgehen kann und je aufwendiger die Stickerei, desto größer ihre Chancen. Ein Zeichen von Fleiß, Ausdauer und harter Arbeit – alles, was die Männer hier bevorzugt suchen. Vielleicht nur, weil alle Frauen hier schön sind?
Das Neujahrsfest ist die beste Zeit, um die Schönheiten aus dem Tal anzutreffen, wenn sie alle nach Hause kommen, um ihre Familien zu besuchen. Denn spätestens im heiratsfähigen Alter machen sie sich die Schönen auf in Richtung Stadt.

Die hohe Kunstfertigkeit der Qiang-Stickerei ist zum nationalen, immateriellen Kulturerbe ernannt worden.


Jährlich findet das 3-tägige Schönheits-Festival 'The Flowers of Gyarong' statt. Die Terminangaben sind sehr unterschiedlich, Ende Mai oder Anfang Oktober, am besten vorher erkundigen.

Die schönen Qiang-Tibeterinnen mit ihrem Kopfschmuck
Die schönen Qiang-Tibeterinnen mit ihrem Kopfschmuck

Suopo – Zum Mittagessen beim Bauer im 800 Jahre alten Turm

Am nächsten Morgen geht es wieder durch Danba, diesmal nach Suopo, dem Dorf mit der größten Anzahl an den geheimnisvollen, alten Steintürmen – über 80, von denen viele in den steilen, verwilderten Hängen versteckt liegen und erwandert werden müssen (zu ihrer Geschichte und Bedeutung siehe Artikel unten). Die holprige Bergstrasse nach Suopo hinauf, ist durch einen Abbruch an einer Stelle so schmal, dass wir mit unserem Kleinbus nur knapp vorbei kommen. Die Häuser in Suopo sind nicht so bunt dekoriert oder schlösschenartig wie in Jiaju, die Turmhäuser eher trutzig und einer Burg ähnelnd. Der Ort ist steil und sehr bäuerlich –  Kühe, Ferkel, Hühner und eine Hand voll Touristen streunen außer uns noch herum.

Das Ziel ist ein Ensemble aus drei gut erhaltenen 800 Jahre alten Türmen, die besichtigt werden können. Wir kaufen vom Bauernsohn ein ‚Ticket’ und er zeigt uns die verschiedenen Stockwerke – uralte Kochstellen, Gebetsräume, Getreidelager und Stallungen. Rauf geht es über einen schmalen Holzstamm mit Kerben, der als Leiter fungiert, etwas Geschick ist notwendig. Zum Schluss darf man noch den engen, dunklen Turm ein Stück hinaufsteigen. Nicht jedermanns Sache, die Zwischenböden aus verrottetem Holz und Lehm machen nicht immer den stabilsten Eindruck.

Eines der Turmhäuser auch mal von Innen zu sehen, ist aber spannend und lohnenswert!

Suopo towers, danba valley Türme
Suopo ist das Dorf mit den eindruckvollsten, alten Türmen im Danba Tal
Suopo towers, danba valley, Daba Türme
Eine der Leitern bei der Turmhaus Besichtigung in Suopo

Auf der Suche nach weiteren Türmen und für ein immer noch besseres Bild, steigen wir über Steintreppen und Trampelpfade immer höher durchs Dickicht und haben beim Rückweg etwas Mühe mit der Orientierung. Am besten sucht man sich einen Dorfbewohner als Führer. Wir finden ein paar gelangweilt wirkende, rauchende junge Männer, können sie jedoch nicht dazu motivieren.

Ellen unser Guide hat bereits eine Familie ausfindig gemacht, die für uns das Mittagessen kocht, denn in Suopo gibt es kein Restaurant, nur einen kleinen Kiosk. Die Gastfamilie wohnt erfreulicherweise in einem Turmhaus, und ein Preis für Essen und Turmbesteigung wird gleich verhandelt. Im Innenhof kümmern sich die Großeltern um die Kinder und das Vieh und der Hausherr weist uns den Weg. Etwas schwindelfrei sollte man sein, wenn es immer wieder abenteuerlich über Holzstämme mehrere Etagen bis ganz auf den Turm geht. Und rauf ist es einfacher als wieder runter. Ein mulmiges Gefühl, aber oben im Freien angekommen, ist es vergessen. Der Ausblick ist so fantastisch, auf die Türme und das herrliche Flusstal.  Das beste Foto in Suopo – der Aufstieg lohnt sich! Wieder unten angekommen, steht in der verrauchten Küche ein duftendes, über dem Feuer zubereitetes Essen auf dem Tisch. Alles frisch aus dem eigenen Garten und einfach nur gut.

 

Für einen Führer zu den Türmen oder ein Mittagessen, einfach die Bewohner fragen, die sich gerne etwas dazu verdienen. Das Turmhaus unserer Gastfamilie liegt etwas oberhalb, rechts von den drei markanten Türmen. Suopo liegt 7km von Danba.

Suopo village, danba valley, Daba Türme
Suopo, noch ein richtiges Bauerndorf
Suopo towers, danba valley, Daba Türme
Die Küche unserer Gastfamilie wird angefeuert für das Mittagessen
Lunch at Suopo towers, danba valley, Daba Türme
Unser Mittagessen kommt frisch aus dem Garten in Soupo
Suopo tower house, danba valley, Daba Türme
Das Turmhaus von Innen, im Sommer kühl, im Winter warm

Zhonglu – Dorf-Idyll als Filmkulisse

Zhonglu liegt auf einer Hochebene mit ausgedehnten Maisfeldern, Obstgärten und kantigen, dicken Steinhäusern. Hier lässt es sich wesentlich bequemer durch das Dorf spazieren zusammen mit ein paar Kühen. Vorbei an gepflügten Feldern, an Granatäpfeln und Szechuanpfeffer und bröckelnden Lehmmauern. Wir stoßen auf ein schönes, großes Haus, das sich als Guesthouse entpuppt und von einer chinesischen Film-Crew belegt ist, die gerade dabei ist ihre Drohne in die Luft zu lassen. Am Ende des Ortes erreichen wir ein altes, kleines Kloster, das die Mönche gerne gegen eine kleine Spende zeigen. Ein Pfad führt noch weiter aus dem Dorf hinaus zu alten Gräbern, die wir allerdings nicht gefunden haben.

Zhonglu, danba valley
In Zhonglu Dorf wird das Heu unterm Dach gelagert
Guesthouse Zhonglu village, Danba valley
Im großen Guesthouse in Zhonglu ruht sich die Film-Crew aus
Guesthouse Zhonglu village, Danba valley
Guesthouse der Film-Crew in Zhonglu

Mit unserer Unterkunft, dem Cloud Top Hotel in einem  neueren Haus, sind wir ganz zufrieden. Das Abendessen war recht gut, das kalte Bier dazu holt man sich von dem einzigen Dorfladen. Die Zimmer im 1. Stock auf der großen Terrasse sind einfach und sehr sauber, wie auch die separate Gemeinschafts-Dusche und WCs. Die Betten sind typisch tibetisch, hart aber bunt. Da wir vier davon im Zimmer haben, legen wir alle Decken aufeinander. Vom Schlafen halten uns nur noch zwei Stadt-Chinesen ab, die auf der Terrasse Liebeslieder aus dem Handy mitsingen, womit sie ihre Arbeitsstress bewältigen.  Wie in Suopo gibt es in Zhonglu noch relativ wenig Touristen, wohl wegen der schlechten Zufahrtsstrassen, die mit größeren Tourbussen nicht machbar sind. Mal sehen wie lange.
Unsere Unterkunft Cloud Top Hotel  Telefon +86 15183618081
Das große Guesthouse Yunding der Film-Crew Telefon +86 13990487695

Eine entschlossene Französin und das Rätsel um die Himalaya Türme

Die Türme der Danba-Dörfer bleiben bis heute geheimnisvoll. Wie alte Schornsteine ragen sie bis zu 50m in den Himmel, oft dicht nebeneinander aus Stein, Holz und Lehm erbaut. Waren es Wachtürme, Speichertürme oder Geschlechtertürme? Niemand weiß es sicher.

Towers of Suopo, Danba valley
Die Türme von Suopo, gegenüber dem Tal kann man viele weitere entdecken

Frédérique Darragon, eine abenteuerliche, sehr interessante Person und Amateurarchäologin, hatte die Türme gesehen und war entschlossen, das bisher unerforschte Rätsel zu knacken.
Als Kind bereits Erbin des väterlichen Maschinenbau-Unternehmens, war sie in ihrem Leben schon mal Samba-Tänzerin in Rio, Model in Paris, Kibbuz-Arbeiterin in Israel, Polo-Spielerin in Buenos Aires, Skipperin beim ersten Atlantik-Rennen von Kapstadt nach Rio.  In den 1990er alleine in China unterwegs zur Erforschung der Schneeleoparden, war sie fast zu Tode gekommen, als ihr nächtliches Höhlen-Lagerfeuer den Sauerstoff aufbrauchte, sie einen Schlaganfall bekam und schließlich nach 3 Tagen von Tibetischen Schäfern gerettet wurde. Danach stolperte sie über die ersten Türme bei Danba und eine 15 Jahre lange Liaison begann.

Chinesische Archäologen hatten an den Türmen wenig Interesse und den dort lebenden ethnischen Tibetern ist alles Wissen darüber verlorengegangen. Viele der Türme wurden während der Kulturrevolution zerstört und die Menschen nutzten die Steine als Baumaterialien. Über 1.000 Türme in Tibet, viele nur noch Ruinen, hat sie katalogisiert, verglichen und erforscht. Ihr Alter konnte sie bestimmen von 300 bis zu 1.700 Jahre. Die häufig, sternförmige Konstruktion zwischen 5 bis 13 Ecken machten die Türme Erdbebensicher. Frédérique glaubt, verschiedene Türme dienten verschiedenen Zwecken: Als Verteidigungsanlage, Grenzturm, Lagerspeicher und  die Aufwendigeren, als Geschlechtertürme reicher Familien.


Nun hofft man, dass die Türme in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden. Nach ihrem Buch und Dokumentarfilm "The Secret Towers of the Himalayas" war es für Frédérique Darragon an der Zeit, sich ein neues Abenteuer zu suchen.

Das Danba Valley mit seinen ausgedehnten ethnischen Dörfern ist eine der am leichtesten zugänglichen Orte, um die Türme zu erkunden. Ausführliche Artikel-Sammlung über die Secret Towers

Mitbringsel Scharfe Brause Szechuanpfeffer

Der schmackhafte Szechuanpfeffer, auch 'Flower Pepper' genannt, kommt aus dieser fruchtbaren, hochgelegenen Region. Man kann ihn nicht mit der banalen scharfen Chili-Paprika vergleichen, und er hat auch nichts mit dem echten schwarzen Pfeffer zu tun. Es handelt sich bei ihm um die Samenschalen eines chinesischen Strauchbaums, ein Verwandter der Zitruspflanze, wie man an seinen Blättern auch riechen kann. Nachdem er im Frühjahr zu blühen beginnt, werden seine unreifen Früchte getrocknet. Sein Würzgeschmack ist aromatisch, leicht pfeffrig, salzig, bitter mit einem Hauch von Zitrusfrüchten. Charakteristisch ist das kurze Gefühl von Taubheit und Prickeln auf Zunge und Lippen. Ganz angenehm wie ich finde, und nicht wirklich scharf. Man gibt ihn nach dem Kochen zu dem Gericht. Die Schärfe von Gerichten in denen er verwendet wird, kommt in der Regel vom zusätzlichen, roten Chili.



TAG 6-7 DANBA-RILONG  3.160m  115km  3 STUNDEN  – NATIONALPARK MOUNT SIGUNIANG

Paradies auf Erden, die göttlichen Berge Sichuans

Mount Siguniang und die versteinerten 'Vier Schwestern'

Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang Nature Reserve
Könnte fast das Matterhorn sein – im Shuangqiao Valley, Mount Siguniang Nature Reserve

Eine kaum bekannte Gebirgslandschaft von berauschender Wildheit und Schönheit.
Und eine Landschaft, die einen Fotografen nicht los lassen wird.

Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang Nature Reserve
Das Shuangqiao Valley zeigt sich dem Besucher weit und offen

 

Danba–Rilong. In nur drei Stunden erreichen wir eine unvergleichliche Berglandschaft, die wir so schnell nicht vergessen werden. Das Siguniang Gebirge wird von den Chinesen auch als die ‚Alpen des Ostens’ bezeichnet,  wo man alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann, in einer Landschaftsform eiszeitlichen Ursprungs mit mehr als 20 Bergen über 4.000 Meter mit dem höchsten Gipfel von 6.250 Meter bei den 'Four Sisters Mountains'.

Wir sehen einen blauen Himmel über weißen Gipfeln und Gletschern, rauschende Bergflüsse und Wasserfälle, bunt gefärbte Laubwälder und Urkiefern, Bergseen und Almen. Ein großartiges Naturerlebnis.

Von den China-Reiseführern ist das Naturreservat Mount Siguniang (auch 'Four Sisters oder Girls Mountains' genannt und UNESCO Weltnaturerbe seit 2006) mit seinen drei unterschiedlichen Tälern noch kaum entdeckt, und dabei ist es so einfach zu besuchen: Zu Fuß oder zu Pferd, ein Tal auch mit dem Parkbus. Für ein noch größeres Naturerlebnis bietet sich eine Übernachtung im Zelt am Ende des Tals an. Auch gute Wanderer und Bergsteiger kommen auf ihre Kosten bei anspruchsvollen, mehrtägigen Touren.

 

Das Schicksal der Vier Schwestern. Die 'Four Sisters Mountains' sind der Legende nach vier schöne und tapfere Schwestern, die sich, um ihr Land vor einem gefürchteten Zauberer zu schützen, in vier mächtige Berge verwandelt haben, die ihn für immer einschlossen. Dabei stellt die jüngste der Schwestern mit 6.250 Meter den höchsten, ganzjährig vom Gletscher bedeckten Gipfel dar. Sie ist die Königin der Sichuan-Berge und Gemahlin von König Gongga, dem höchsten Berg Sichuans mit 7.556m. Von den Tibetern werden sie als heilige Berge verehrt.

Four Sisters Mountain, Mount Siguniang Nature Reserve
Der Mount Siguniang aus "Vier Versteinerten Schwestern"
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang Nature Reserve
Schon vom Bus aus ein überwältigendes Bergpanorama im Shuangqiao Valley
Mount Siguniang Map, Four Sisters Mountain map

Täler des Siguniang Nature Reserve

 

Shuangqiao Valley (双桥沟) mit dem Parkbus am einfachsten zugänglich, der bis zum Ende des Tals verkehrt. Herrlich angelegte Wanderwege im langen und malerischsten Tal.

 

Changping Valley (长坪沟) zu erwandern oder mit dem Pferd (Vorteil beim unwegsamen Teil im hinteren Tal). Reitkenntnisse sind nicht erforderlich. Es geht durch dichte Wälder am klaren Bach und Gletscher vorbei bis zum besten Fours Sisters Blick.


Haizi Valley (海 子沟) mit dem Pferd empfohlen, wegen der großen Distanzen zu den isolierten, blauen Alpenseen, für die das Tal bekannt ist. Wer bis zum See will, braucht eine Übernachtung.

 

Jedes Tal kostet extra und unterschiedlichen Eintritt, die Preise ändern sich fast jährlich und variieren saisonal. Ticketverkauf 8:00-16:00, die letzten Busse zurück fahren um 18 Uhr. Achtung, Ticket wird beim Ausgang wieder benötigt.

Unbedingt einpacken: Hut, Sonnenbrille, hoher Sonnenschutz, Wasser, warme Jacke bzw. Regenjacke.


Changping Valley, Mount Siguniang horse ride
Geruhsam mit dem Pferd unterwegs, Changping Valley
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Das Shuangqiao Valley im Oktober

Unternehmungen am Mount Siguniang

 

Wandern, Reiten, Bergsteigen, Campen und unzählige Fotos schießen...

Drei Täler stehen dem Besucher des Naturparks zur Auswahl. Wir haben die ersten beiden Täler Shuangqiao und Changping besucht, was ich auch allen nur empfehlen kann. Die Täler sind ganz unterschiedlich, beide beeindruckend und jeweils einen Tagesausflug wert. Im Changping Valley und Haizi Valley auch Übernachtung möglich (Camping).

Die schönste Zeit am Mount Siguniang

 

  • Im goldenen Herbst, Mitte September bis Mitte November, wenn die Wälder ihr buntes Blätterkleid tragen, der Himmel blau und klar und die Gipfel weiß und scharf sind. Ende Oktober am schönsten.
  • Auch für Ornithologen ist der Naturpark ein Paradies mit über 300 Vogelarten im Mai/Juni.

Shuangqiao Valley – Naturerlebnis bestens organisiert

Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Im Talende des Shuangqiao Valley
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Shuangqiao Valley, Mount Siguniang
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Am Ende des Shuangqiao Tales angegekommen

 

Shuangqiao Valley. An die Höhe haben wir uns mittlerweile gewöhnt, in unserem Hostel sehen wir einige Familien mit Kindern an der Rezeption Sauerstoffflaschen kaufen, da sie direkt von Chengdu (500m) hierher auf 3.200m angereist sind. Nach unserer Ankunft in Rilong beginnen wir direkt mit dem Changping Valley, das sich am einfachsten besuchen lässt. Mit Touristenbussen durchs Tal zu fahren, klang erst etwas unspannend, ist es aber keineswegs! Der Naturpark ist grandios, seine Herbstfarben umwerfend. Natur- und Wanderfreunde haben etliche Möglichkeiten, die Besuchergruppen hinter sich zu lassen, in der Regel Chinesen, die sich nicht sehr weit von den 5 Bus-Stopps wegbewegen.

 

Zunächst geht es im Bus durch eine enge, dunkle Schlucht bis sich plötzlich ein sonniges, märchenhaftes Tal öffnet. In den Parkbussen darf niemand stehen, Minibänkchen werden im Gang wenn nötig aufgeklappt. Wir sehen nur Chinesen und fast alle sind mit phallischen Teleobjektiven ausgestattet, denn hier bekommen sie die Bilder ihres chinesischen Landschaftsideals geboten: Berge mit weißem Gipfel, davor eine alte chinesische Kiefer, dem Symbol für Langlebigkeit, oder ein Gewässer, fließend oder still. Beim See mit den alten verdorrten Bäumen stellen sie sich am liebsten vor die Kamera – dem früheren Badeplatz der 'Vier Schwestern'.

TIPP: Mit dem Ende des Tals beginnen und danach entscheiden, an welchen Bus-Stopps auf der Rückfahrt man noch aussteigen und wandern möchte. Am spektakulärsten finden wir das hintere Drittel (leider gibt es nur einen chinesischen Parkplan). Einen ganzen Tag kann man hier locker verbringen. Meist geht es bequem und flach über die aufwendig in die Natur eingebetteten Holzstege. Im langen Tal verlaufen sich die Besucher, wir finden uns oft völlig alleine unterwegs. Die Busse kann man übrigens überall an der Strasse anhalten, keiner muss bis zur nächsten Haltestelle laufen.
Und unbedingt ein Picknick einpacken, die Kulisse dazu ist traumhaft!

Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Das beliebte Fotomotiv am See im Shuangqiao Valley
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Der Badesee der "Vier-Schwestern" im Shuangqiao Valley

Shuangqiao Valley Informationen

  • Ein halber bis ganzer Tag sind ideal um das Tal hautnah zu genießen,  der Park ist geöffnet von 8-18 Uhr.
  • Für Eilige in 2½ Stunden machbar, mit dem Bus bis ins Talende fahren, 1 Stunde Aufenthalt und wieder zurück.
  • Ticket Park + Bus 150 CNY (High Season).
  • 36km Broadwalk – schöne, angelegte Holzstege führen durchs ganze Tal bis auf 3.600m.
  • Die Busfahrt ist erforderlich, um zu den schönsten Spots zu kommen. Der Fußmarsch wäre ziemlich weit.
  • Kleine Essensstände im Park, besser aber Proviant mitbringen für ein Picknick!
  • Länge des Tals 35km, ca. 45-60min mit dem Bus bis zum Talende, ständig pendelnde Busse mit 6 Stopps an den schönsten Scenic Spots.
  • Unbedingt einpacken: hoher Sonnenschutz, Sonnenbrille, Hut.
  • Parkeingang 7km von Rilong mit Bus-Service.
Broadwalk Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
36km Broadwalk führen durchs Shuangqiao Tal
Shuangqiao Valley (双桥沟), Mount Siguniang
Unser Picknick-Platz, Flusslandschaft im Shuangqiao Valley

 Changping Valley – zu Ross und zu Fuss zu den 'Four Sisters Mountains'

Im Changping Valley zeigen sich die Berge aus einer ganz neuen Perspektive, man bekommt sie von der Gletscherseite zu sehen und das Tal weitet sich erst weiter hinten. Ein angelegter Wanderweg auf Holzplanken führt durch eine reizvolle Schlucht am Wildwasser, entlang urwüchsigen Wäldern und Bäumen mit bizarren Bartflechten. Das Farbenspiel des Herbstes ist beeindruckend. Bilder wie ein Gemälde. In der Ferne thront das mächtige Bergmassiv. Nach gemütlichen zwei Stunden mit vielen Fotostopps endet der Holzsteg bei Kushu Beach, einem Flussbett mit alten Baumstämmen und verwitterten Bäumen (Withered-Tree-Beach).

Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Im Changping Valley vor den "Versteinerten Vier Schwestern", Mount Siguniang
Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Changping Valley im Oktober
Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Changping Valley

Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Auf dem Wandersteg unterwegs im Changping Valley
Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Wandern wie durch ein Gemälde, Changping Valley
Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve, Kushu Withered-Tree-Beach
Kushu Withered-Tree-Beach, hier endet der Plankenweg, Changping Valley

Kushu Withered-Tree-Beach. Hier steigen wir um aufs Pferd. Mit sicherem Tritt führen uns die gutmütigen Tiere auf schlammigen Pfaden durch Urwälder mit ständigen Ausblicken auf das Eis des hängenden Gletschers. Am Flussbett liegen sonderbar rote Steine, von lebenden roten Flechten bewachsen. Hin und wieder muss man Baumästen ausweichen oder sich für steile Felspassagen wappnen. Unsere Pferde-Guides laufen unermüdlich stets nebenher, Matsch und Pferdemist ausweichend. Die Frauen kommen abwechselnd mit ihren Pferden aus den umliegenden Dörfern und haben jeder im Monat vielleicht einen Ritt. Immer Näher rücken die schneebedeckten Berge. Wie ein Ritt durch die Urzeit kommt uns der Weg vor, bis die Gipfel der 'Vier Schwestern' uns empfangen. Hier wird erstmal Rast gemacht.



An der  Muluozi Terrace (木骡子) 3.680m öffnet sich das Tal und beschert einen fantastischen Blick auf die erhebenden Vier Schwestern-Gipfel, Schulter an Schulter bis auf 6.250 Meter. Wir stehen auf einer Hochalm und sind am Fuße der Siguniang Berge angekommen. Von hier könnte man noch weiter ins Tal rein. In den 2 Stunden bis zum Ende wird man völlig alleine sein und der Anblick noch mehr hinreißen. Einige haben ihre Zelte zwischen ein paar Yaks aufgeschlagen – da kommt schon etwas Neid auf. In der Morgenstille hier aufzuwachen, muss traumhaft sein, während abends am Lagerfeuer gekocht wird. Allerdings hat es zur Zeit nachts auch Minusgrade. Alternativ bietet die große Schutzhütte nebenan Wanderern ein Dach über dem Kopf (alles ist mitzubringen). Die meisten Besucher kehren an dieser Stelle wieder um. Reiter vertreten sich die Beine, Pferd und Guide bekommen eine Ruhepause, man stärkt sich an der kleinen Raststation, die Getränke und Snacks anbietet. Von den Chinesen abgeguckt haben wir das Schlürfen von Instant-Nudelsuppen – überall, wo es heißes Wasser gibt. Wir füllen unsere mitgebrachten Suppen-Becher (eine Gabel liegt der Packung bei) und freuen uns nach dem Ritt über das heiße Mahl. Am Nachmittag herrscht dann ein reger Pferde-Verkehr, als alle Ausflügler den Rückweg aus dem Tal antreten.

 

Besuch des Changping Valley

  • 1 ½-2 Tage. Wer die ganze Schönheit des Changping Tals erleben möchte, übernachtet auf der Campsite bei Muluozi (nach ca. 3h) im Zelt oder in der Schutzhütte und geht das Tals bis an sein Ende (noch weitere 2h).
  • Tagestour. Mindestens sollte man  für die Gipfel-Skyline bis Muluozi vordringen, in 5-6 Stunden oder nach Gusto länger.
  • 3-4 Stunden Boardwalk, hin und zurück der gleiche Weg auf Holzplanken, durch den Wald am Wildbach bis Kushu Beach (1,5h ohne Pause).
Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang, horse ride
Umsatteln auf Pferde, die Guides laufen nebenher, Changping Valley
Muluozi Terrace, Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Die Muluozi Terrace auf 3.680m ist erreicht, Changping Valley
Muluozi meadow, Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Das Rasthaus in Muluozi, wo alle Reiter sich die Beine vertreten, über allem die mächtigen Four Sisters, Changping Valley
Broadwalk Changping Valley (长坪沟), Mount Siguniang nature reserve
Auf dem Broadwalk entlang fantastischer Urwälder, Changping Valley

Changping Valley Informationen

  • Park + Bus 120CNY (High Season), der Park ist geöffnet von 8-18 Uhr.
  • Parkeingang 8km von Rilong mit Bus-Service (und nur 5 Minuten Fußweg von unserem Hostel).
  • Ein Bus bringt die Besucher 7km bis zum Lama Monastery zum Anfang des Parks und Wanderwegs.
  • Pferderitte ins Changping Tal kosten je nach Länge. Die klassische Horse Back Tour ohne Übernachtung geht bis zur Muluozi Meadow Terrace (木骡子) mit dem besten Gipfel-Panorama, als Rundtrip ca. 5-6 Stunden.

Pferde-Anmietung (immer in Begleitung seines Besitzers) an verschiedenen Stationen im Tal: Park-Anfang – nach 1 Stunde Fußweg – nach 1 weiteren Stunde am Ende des Wanderstegs – und 1 weitere Stunde in Muluozi, wo die meisten umkehren, die nicht im Tal Übernachten. In Muluozi steht ein Rasthaus für Getränke, heißes Wasser & Snacks.

Unsere Tour: Nach 2 Stunden Fußweg am Ende des Wanderstegs nehmen wir uns ein Pferd bis Muluozi (1h) und komplett zurück (2h plus 15min Fußweg zum Bus), 240CNY pro Kopf haben wir verhandelt.
TIPP: Für ungeübte Reiter kann die ganze Rundstrecke strapaziös sein. Ich empfehle die Kombination aus Gehen und Reiten, auch weil man zu Fuß viel besser Fotos schießen und immer wieder anhalten kann. Hin- und Rückweg sind dann auch unterschiedlich, und beide interessant. Hinweg über den Wandersteg bis zu seinem Ende. Ab hier, wo es schlammig wird, aufs Pferd steigen oder erst ab Muluozi für den Rückweg.

  • Wandern ins Changping Tal. Vom Lama Tempel (Busstation) bis zur Muluozi Terrace (Bergalm mit Raststation auf 3.680m) kann man in 3 Stunden (14km ohne Pausen) wandern und das Pferd ggf. zurück nehmen. Von hier aus weitere 2 Stunden bis Talende (3.900m). Wanderer sind nicht viel weniger schnell, da jedes Pferd von seinem nebenher laufenden (sehr fitten) Besitzer geführt wird. Lediglich der teilweise tiefe Schlamm könnte jemand davon abhalten, selbst zur trockenen Jahreszeit im Herbst. Einige Wanderer sehen wir unterwegs den schlammigen, ausgetretenen Weg der Pferde und ihrem Mist ausweichen. Am Parkeingang werden Gummistiefel verliehen.
  • Mit einer Übernachtung im Changping Tal. Organisiertes Zelt-Camping bieten Tour Operator an oder sich in Rilong bei den Hostels erkundigen, um etwas auch spontan zu organisieren. Nach 3 Stunden Campsite bei der Muluozi Terrace sowie ein großes Schutzhaus, 'Reception Station' genannt, in dem man mit eigenem Schlafsack übernachten kann, alles ist hier mitzubringen. Es gibt ein Rasthäuschen mit Getränke & Snacks.
  • 3-tägige Trekkingtour Mount Siguniang. Eine bei Wanderern beliebte Tour ist  der Changping-Bipeng Valley Trek, eine 3 Tages-Wanderung ohne alpine Bergsteigerkenntnisse, aber fit sollte man sein. Die Anbieter, z.B. der Spezialist Dragon Expeditions oder Sichuanreisen in Chengdu mit deutscher Webseite.

Changping Valley Diashow

Haizi Valley – zu den Alpinen Seen

Parkeingang zum Haizi Valley nur 500m von Rilong. Pferde werden dort vermietet. Horse-Trekking mit Übernachtung über Tour Operator oder auch die Hotels können helfen. Infos.

Haizi Valley. Das Tal der alpinen Seen wird am wenigsten besucht und ist für Liebhaber einsamer Wildnis wohl die beste Wahl. Um mit dem Pferd bis zu den einsamen Bergseen vorzudringen braucht man mindestens eine Übernachtung.

4 Stunden-Ritt oder 6 Stunden-Wanderung bis zu den nächsten zwei Seen Dahaizi und Huahaizi, beide auf 3800m. Von hier noch einmal 4h bis zum Gletscher am Ende des Tals. Die Seen liegen bis auf 4.700 Meter und ihre Schönheit sei atemberaubend. Sicher das absolute, unberührte Naturerlebnis. Auf Alpinisten könnte man stoßen, denn von hier aus werden die Gipfel bestiegen.



Rilong – das Basislager

Rilong. Jeder der in dieses Nest kommt, kommt wegen der Berge und ihren märchenhaften Tälern, in die man von hier quasi direkt einsteigen kann. Hinter der kleinen tibetischen Stadt erheben sich die eisigen Berggipfel. Rilong war 2008 vom schweren Erdbeben betroffen und viele Häuser und Unterkünfte wurden neu aufgebaut. Der Ort dient als Basis-Camp und ist ganz auf die Besucher eingestellt mit Hostels und Guesthouses (die meist auch Touren organisieren können), Läden und Restaurants. Im Ort bekommt man auch Sauerstoffflaschen, wem die Höhe zu schaffen macht (s. SZ Artikel).

  • Rilong liegt auf 3.200m, ca. 230 km von Chengdu, je nach Wetter- und Straßenzustand 5-7 Stunden

Unterkünfte in Rilong

Rilong, Riyue Youth Hostel, Riyueshanzhuang

Das Riyue Youth Hostel ist unsere Unterkunft mit einem engagierten, gut Englisch sprechenden, jungen Besitzer. Es ist beliebt bei Trekking-Gruppen und liegt einen Katzensprung vom Changping Valley (5 Minuten zu Fuß) an der Ortsstraße außerhalb des Zentrums. Wir wohnen im neuen Nebenhaus im tibetischen Stil. Die Zimmer sind großzügig und sehr sauber, auch das eigene Bad. Freies Wifi, TV und Wasserkocher auf dem Zimmer. Ein Plus ist die schöne Terrasse mit bequemen Möbeln zum Abhängen und Entspannen, während man in die Landschaft schaut, oder wie wir, heute mal die Tagesschau auf unserem Handy. Das geht in China in der abgeschiedensten Region auf 3.200m.
In der gemütlichen Rezeption mit Sitzecke tummeln sich die Besucher, auch weil es der einzige, warme Raum ist. Sie planen ihre Touren, kaufen Sauberstoffflaschen, oder bestellen ihr Abendessen. Das sollte man tunlichst früh tun, denn die Küche schafft nur Tisch für Tisch zu bekochen. Als eine der letzten Bestellungen um 19h30 haben wir zwei Stunden aufs Essen gewartet. Im riesigen, unbeheizten Restaurant war die Daunenjacke angebracht, das Bier aber stets warm. Alles in allem eine gute Wahl mit guter Preis-Leistung. Mein Favorit ist aber das neue Chang Ping Inn nur ein paar Häuser weiter.

Riyue Youth Hostel (Riyueshanzhuang) Tel: +86 0837-2791389 Mob: +86 13980908588


Das Chang Ping Inn – Mein Tipp in Rilong

Hotel Rilong, Chang Ping Inn
Sehr empfehlenswert, das Chang Ping Inn in Rilong
Hotel Rilong, Chang Ping Inn
Die junge Besitzeren des Chang Ping Inn in Rilong
Hotel Chang Ping Inn in Rilong
Ein Zimmer im Chang Ping Inn in Rilong
Hotel Rilong, Chang Ping Inn in Rilong
Cafe & Restaurant des Chang Ping Inn in Rilong
Restaurant Chang Ping Inn in Rilong
Die beste Nudelsuppe in Rilong, im Chang Ping Inn

Schon von außen fällt uns das Cafe des Chang Ping Inn ins Auge mit seiner einladenden Erscheinung. Eine junge, kreative Chinesin hat es eröffnet und ihre Eltern helfen im Haus mit. Es ist Hotel, Cafe und Restaurant. Es gibt richtigen Kaffee und auch ein westliches Frühstück. Die Zimmer, 19 an der Zahl, sind ausgesprochen schön. Da wir unangemeldet vorbeikommen, zaubert die Mutter uns ein wirklich fantastisches Abendessen aus hausgemachten Meat & Vegetable Dumplings und einer sehr feinen Nudelsuppe. Die junge Frau hat das Haus mit Liebe und Geschmack im westlichen Stil eingerichtet, und ich hoffe, sie wird viele Gäste bekommen. Chang Ping Inn, Rilong Tel. + 86 13990402953 (leider keine Webseite)


TAG 8 RILONG-CHENGDU 230km  5-7 STUNDEN

Sea of Clouds auf 4.500 Meter am Balang Pass

Sea of Clouds, Balang Pass, Sichaun
Die 'Sea of Clouds' am Balang Pass auf 4.487

Am Abreisetag zurück nach Chengdu entschließen wir uns, um 5 Uhr früh aufzustehen, um von 4.487 Meter auf das Wolkenmeer am Balang Pass zu blicken. Für die berühmte 'Sea of Clouds' muss man im Morgengrauen da sein. Ein vielversprechendes Erlebnis. Am Pass angekommen ist es noch dunkel und ein Schneesturm kommt auf. Für einen kurzen Moment wird der Blick freigegeben, und nach 5 Minuten sind wir zu Eiszapfen erstarrt. Unser Fahrer bringt uns sicher die Serpentinen runter und über das Wolong Tal (乌龙) zurück ins smogverhangene Chengdu.
Das Panda Reservat im Wolong National Nature Reserve wurde nach dem Erdbeben 2008 geschlossen und die Pandas verlegt. Wann der Park für Besucher wieder geöffnet ist, kann man aktuell bei Travel China Guide nachlesen (unten im Blog).


Von Chengdu geht unsere Reise weiter zur UNESCO Stadt Lijiang und Tigersprungschlucht (Direktflug Chengdu-Lijiang).

 Text: Edel Seebauer / Fotos: Jürgen Mahler

 

 

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag in mein Gästebuch.