Zanzibar City – Stone Town. Exotische Altstadt mit morbidem Charme

Das exotische Potpourri aus einer moslemischen, afro-arabischen Kultur – Swahili genannt – macht Stone Town so einzigartig.

 

Das schöne an Stone Town ist, dass sich die wunderbare Altstadt problemlos zu Fuß entdecken lässt. Die Stadtpläne aus den Reiseführern bieten eine einigermaßen gute Orientierung, um alle folgend beschriebenen Plätze zu  finden.

 

Rooftop Restaurants Stone Town Zansibar
Einladende Rooftop Restaurants über den Dächern von Stone Town
Stone Town beach on Sunset, Zanzibar
Am Stadtstrand von Stone Town zum Sonnenuntergang
old town house Stone Town UNESCO
Exotisch & farbenfroh, der Culture Mix von Old Stone Town
fashion shoppping tip bags Stone Town Zanzibar
Sehr stylish, die aus Dattelpalmblättern geflochtenen Taschen von MOTO

UNESCO Sansibar Stone Town Altstadt Sehenswürdigkeiten
Weltkulturerbe Stone Town – arabisch neben kolonial

 

Den Namen Stone Town ‚die Steinerne Stadt’ gab man Sansibars Hauptstadt wegen ihrer prachtvollen Bauten aus Korallenstein. Zu einer Zeit, als der Rest der Inselbewohner noch in Holzhütten unter Bananenblättern lebte und Sansibar eins der wichtigsten Handelszentren im Indischen Ozean war.

 

Arabische Händler brachten die islamische Religion, die Sultane von Oman die prachtvollen Paläste. Die kunstvoll verzierten Swahili-Türen sind das Vermächtnis indischer Händler aus Goa und der Stierkampf auf Pemba das Erbe portugiesischer Kolonisatoren. Der Reichtum an faszinierenden Architekturstilen und Kulturen ließ die Altstadt von Stone Town seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe werden. 

Sansibar Reiseführer Empfehlung / Flüge

Meine Reiseführer im Gepäck!

 

Der ausführliche Reiseführer zu Zanzibar & Pemba 2016 von Footprint (Amazon) ist allerdings auf Englisch und deckt auch Stone Town & die Nachbarinsel Pemba ab.

 

TANZANIA von Stefan Loose  2017 hat aber auch einen guten, informativen Teil zu Stone Town und Sansibar, für paar Tage Aufenthalt völlig ausreichend.

 

 

Das Wetter & Klima Sansibar 


 

  • Sansibar Flüge von Tansania. Die größte Airline mit den häufigsten Flügen ist Coastal, dann Precision Air. Über Flyezee Überblick aller lokalen Flugverbindungen – Buchung auch über Opodo möglich.
  • Tansania Charterflüge z.B. Regional Air  oder Flightlink fliegen innerhalb Tansania u.a. nach Sansibar und die Serengeti.
Stone Town guide tour old city Zanzibar City
Sich durch die hinteren Gassen von Stone Town treiben lassen

 

Der marode Charme einer alten Stadt fasziniert seit jeher Reisende und zieht auch uns magisch an. Die poetischen Bilder einer verblichene Schönheit haben, warum auch immer, etwas Verzauberndes. Der drohende Zerfall einiger historischer Bauten Stone Towns dagegen wenig Romantisches. Und man fragt sich, wohin die UNESCO Gelder auf Sansibar versickern.

 

Im Labyrinth der kühlen Gassen riecht es nicht mehr nach Zimt und Nelken, aber ein authentisches Flair begleitet uns auf Schritt und Tritt. Die Zeiten des Gewürzhandels auf Sansibar sind vorbei. Exotische Gewürze findet man auf dem Markt oder teuerer in den Gewürzgärten der Insel, wenn man sich für eine „Zanzibar Spice Tour“ entscheidet. Diese Touristen-Attraktion lassen wir aus – hat man eine gesehen, kennt man alle – das aus Sri Lanka mitgebrachte Zimtöl steht immer noch unberührt im Schank.

 

Top 10 beliebteste Aktivitäten & Touren ab Stone Town

 

Die Altstadt von Stone Town erscheint uns viel spannender – zwei Tage haben wir, um sie zu entdecken.

 

Highlights – Unbedingt machen in Stone Town (Zanzibar City)

 Stone Town Zabzibar UNESCO Old Town
Blick über Stone Town die Steinerne UNESCO-Stadt auf Sansibar

Sonnenuntergang Nr. 1 – Von einer Dachterrasse über den rostigen Dächern von Stone Town in einem der besten Restaurants

Hotel & Restaurant Tipps für Stone Town (Zanzibar City)

 

Wie in 1001 Nacht unterm Baldachin auf bunten Bodenkissen sitzen, während ein sanfter Wind Abkühlung bringt und die Sonne im Indischen Ozean versinkt.

 

Die zwei begehrtesten und höchstgelegenen Orte für ein lauschiges Dinner befinden sich auf dem Dach der historischen wie schönen Herbergen Emerson Spice und Emerson on Hurumzi. Sie gehören zusammen und haben mit die beste Küche der Stadt. Die Nummer Eins laut Reisenden ist das Emerson Spice Restaurant mit einer fantasievollen Fusion-Küche mit viel Fisch und Meeresfrüchten, exotischen Gewürzen, von Vanille über Kardamon, arabisch persisch angehaucht, wie die Insel.

 

Die Emerson Restaurants haben ein festes mehrgängiges Menü zum Dinner, mittags kann A-la-Carte gegessen werden. Für aktuelle Informationen am besten auf die Website schauen. Es gibt auch ein paar richtige Tische. Achtung! Kann sein, dass für eine Abend-Reservierung eine Anzahlung gefordert wird, wegen der 'No Shows'.

 

  • Das dritte Restaurant im Bunde ist das 'Secret Garden' im Innenhof des Emerson Spice Hotels mit einem speziell gewollten maroden Charme.

 

Da wir ausgerechnet Mo/Di in der Stadt waren, haben wir im Emerson on Hurumzi zumindest einen kleinen Lunch eingenommen, um den wunderbaren Rundumblick über die Altstadt einmal zu genießen. Im Emerson on Hurumzi Hotel hatte sich übrigens die Britische Behörde zur Abschaffung des Sklavenhandels einquartiert. Nur weigerten sich die reichen Sklavenbesitzer ihren 'Besitztum' freizulassen, was die Briten zwang alle Sklaven freizukaufen. Von dem Ausruf ‚Huru Muuze’ Lass ihn frei! hat die Hurumzi Gasse ihren Namen.

 

best restaurants in Stone Town Zanzibar City Emerson
Im 'Secret Garden' des Emerson Spice Hotels
Emerson Spice Hotel Stone Town Restaurant
Das Emerson Spice Hotel in Stone Towns Altstadt
The Secret Garden Restaurant Emerson Spice Hotel Stone Town
The Secret Garden Restaurant im Innenhof des Emerson Spice Hotels

 

Vier Hotel Empfehlungen für Stone Town

 

Emerson Spice und Emerson on HurumziDie Gästezimmer in den schönen historischen Swahili-Häusern können bei beiden Unterkünften nur direkt gebucht werden. Beide sind die besten Rooftop Restaurants von Stone Town.

 

Park Hyatt Zanzibar, exklusiv. Im eleganten Weiß beherbergt das historische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert das 2015 eröffnete Hotel in unschlagbarer Lage, direkt am Strand im alte Stone Town. Stilvoll und exklusiv, mit Außenpool und Spa.

 

Zanzibar Coffee House, moderat. Das 1885 von Sultan Said Bargash erbaute Haus liegt im Herzen der Altstadt, die 8 Zimmer sind mit Antiquitäten farbenprächtig im arabischen Stil eingerichtet. Unten befindet sich das gute Cafe mit eigener Bäckerei. Toller Panoramablick von der Dachterrasse auf der man frühstückt und abends den Sonnenuntergang über dem indischen Ozean erlebt. 

 

Überblick Hotels Booking.com Zanzibar City. Unsere Hotel, das tolle Mashariki Palace, wurde leider verkauft und geschlossen. 

 

best rooftop restaurant Zanzibar City Stone Town
Emerson on Hurumzi Hotel Stone Town

Sonnenuntergang Nr. 2 mit den Füßen im Sand – bei den Einheimischen am Stadtstrand von Stown Town

Stone Town Sunset Livingstone Beach, Zanzibar
Stone Town zum Sonnenuntergang am Livingstone Beach

 

TIPP. Das 'Livingstones Beach' zum Beach Sundowner

 

Im einstigen Britischen Konsulat lassen wir uns an einem der Tische im Sand nieder während der Strand von Stone Town sich immer mehr mit Leben füllt. Die Ausflugsboote kehren zurück, über dem Meer hat sich ein Regenbogen gebildet. Gruppen durchtrainierter junger Männer joggen an uns vorbei oder stählen ihre Muskeln – der ein oder andere 10-Jährige ahmt die Übungen bereits nach. So richtig ins Wasser traut sich hier kein Tourist wegen der Abwässer. Den badenden Einheimischen beschert die abendliche Abkühlung aber größtes Vergnügen. Neben uns im Busch verstecken die Kinder hastig ihre Kleider und können es kaum erwarten – johlend mit akrobatischen Sprüngen geht es zu ihren Kumpeln ins Meer. Auf seiner Oberfläche spiegelt sich inzwischen die sinkende Sonne und verwandelt die Strand-Akteure in Figuren eines Schattentheaters.

 

Eine wunderbare Atmosphäre mit echter Lebensfreude!

 

Das Livingstones Beach ist Bar & Restaurant und der perfekte Spot für den Sonnenuntergang, einen Drink oder zum Musik hören, wenn die Live-Bands oder DJs aufspielen. Im schönen kolonialen Ambiente des ehemaligen Britischen Konsulats. Kein nennenswertes, etwas überteuertes Essen. Livingstone Beach Restaurant Stone Town Bewertungen / Lage Google Map

 

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Restaurant Bar Livingstones Beach Stone Town Hafen, Sansibar
Blick von der Strandbar 'Livingstones Beach' zum Stone Town Hafen

Sansibarischer Kaffeeklatsch

TIPP. 'Jaws Corner' – ein Ort gewürzt mit jeder Menge 'Coleur Local'.

 

Stone Town highlights Jaws Corner Zanzibar
Der schönste Kaffee Pause an der Jaws Corner

 

Die Männer von Stone Town treffen sich gerne um über Politik zu palavern, am liebsten zum traditionellen Kaffee auf der Strasse. Mobile Kaffeebrauer schenken an bestimmten Plätzen der Stadt am frühen Morgen und Nachmittag sansibarischen Kaffee aus. Die Kaffeebohnen rösten sie über der Holzkohle. Frisch gebrüht und stark trinkt man den Kaffee ungesüßt aus kleinen Keramikschälchen und statt Zucker zu nehmen, knabbert man dazu ein Stückchen von der lokalen Süßigkeit Kashata.

 

Der schönste Kaffee-Treff ist an der Jaws Corner. Der kleine Platz an dem sich zwei Altstadtgassen kreuzen wird zum wichtigen Versammlungsraum – für ein ruhiges Brettspiel oder eine angeregte Diskussion. Die Männer sitzen auf den hohen Stufen um den Platz, schlürfen Kaffee und tauschen Nachrichten aus. Am liebsten diskutieren sie über Politik. Einer erzählt uns, das hier sei der Treffpunkt der Opposition, worauf die vielen Fähnchen und Plakate hindeuten. Und es scheint – das Hai-Gebiss ('Shark Jaws') an der Wand  gab dem Platz seinen Namen. Auf einer schwarzen Tafel werden öffentliche Bekanntmachungen niedergeschrieben oder wie etwa die Beerdigung eines Parteimitgliedes. Die Mitte des Platzes markiert eine einzelne hohe Palme an der eine defekte Wanduhr hängt, darüber ein altes Telefon das dazu 'make free international calls please' auffordert.

 

Zeit in der Gemeinschaft zu verbringen ist einer der Werte, die Sansibars Kultur ausmachen. Die alte Uhr am Jaws Corner zeigt schon lange keine Zeit mehr an.

 

Wer sich als Tourist dazugesellt, kommt schnell in Kontakt. Und der Kaffee schmeckt richtig gut!

Jaws Corner in Stone Town auf Google map

 

Stone Town Sehenswürdigkeiten – immer der Promenade lang

Auf der Mizingani Road. Von Old Arab Fort und Forodhani Gardens – zu den Stadtpalästen House of Wonders und Palace Museum – bis zum Alten Zollhaus und der Old Dispensary Apotheke

 

Stone Town Map Stadtplan zum Vergrößern

 

View from Palace Museum Stone Town
Blick vom Palace Museum Stone Town

Das Sultan Palace Museum

Aus dem Leben eines Sultans – was die Revolution überlebt hat

 

Wir betreten ein Gebäude in dem die Zeit stehen geblieben scheint – bestückt mit den zurückgelassenen Besitztümern und Möbeln der herrschenden Sultane. Eine einmalige Sammlung, die die Revolution glücklicherweise überlebt hat.

Sultan Palace Museum Stone Town Zanzibar
Sultan Palace Museum Stone Town
Sultan Palace Museum Stone Town Zanzibar
Sultan Palace Museum Stone Town Zanzibar
Sultan Palace Museum Stone Town Zanzibar

 

Das festungsähnliche zweistöckige Palastgebäude mit seinen Zinnen diente den Sultanen von Sansibar als Stadtresidenz bis 1964 die Revolution ihre Dynastie beendete und die neue Regierung hineingesetzt wurde. Erfreulicherweise ist der ehemalige Palast (Beit El Sahel um 1890) heute ein Museum über die Zeit der Sultane auf Sansibar. Die original möblierten Wohnräume von Rokoko über Art Deco bis zum 50er Design mit ihren extravaganten Marmorböden sind höchst sehenswert. Ein besonderes Exponat ist die Reisetoilette mit Pissoir. Vom großen Balkon geht der Blick über den Indischen Ozean, im Palastgarten liegen die Gräber der Sultane.

 

Der Zustand des alten Palastes ist mitleiderregend, wenngleich die nagende Patina dem Reisenden das Gefühl gibt, einen noch authentischen Schauplatz zu entdecken. Der alte Palast ist noch nicht so bruchfällig wie das 'House of Wonders' nur ein paar Meter weiter, das zur Zeit für Besucher geschlossen ist.

 

Ein Raum ist der berühmten Prinzessin Salme, Tochter von Sultan Said gewidmet, die mit einem Hamburger Kaufmann durchbrannte. In ihrer Biographie 'Leben im Sultanspalat – Die Memoiren einer arabischen Prinzessin' aus dem Jahre 1866  beschreibt sie das Leben am Hofe des Sultans so real, wie es kein Archivmaterial belichten könnte. Deutsche Ausgabe über Amazon – auf Englisch Kindle & Taschenbuch.

 

Im Sultan Palace Museum (keine Webseite) bieten sich Guides für eine Führung an, die einiges Interessantes erzählen können – lohnt sich.

 

Palace Museum Stone Town – Bewertungen Tripadvisor


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The House of Wonders – Als ein elektrischer Fahrstuhl einem Wunder gleichkam

Das äußerst dekorative House of Wonders ist nicht nur eine architektonische Meisterleistung, es war 1883 auch das modernste Gebäude in ganz Ostafrika – das erste, das über Elektrizität und sogar über einen Fahrstuhl verfügte.

House of Wonders Stone Town Sansibar
Wunderbar das House of Wonders

 

Der kastige Bau mit umlaufenden säulengeschmückten Balkonen strahlt trotz seiner Opulenz eine gewisse Leichtigkeit aus.

1883 als Zeremoniepalast des Sultans erbaut, vereint es europäische und orientalische Stilelemente. Gusseiserne Säulen, aufwendige Tür-Schnitzereien, offene Innenhöfe und der auffallende Uhrturm, nach dem man sich in der Stadt orientieren kann. Leider lässt man dieses Juwel verkommen. Es beherbergte das National Museum von Sansibar und seine Swahili Kultur. Gewaltige Säulen stützen die fragile Balkonkonstruktion. Seit Ende 2012 eine der oberen Balkonseiten einbrach, lässt die Instandsetzung des Weltkulturerbes auf sich warten.

  • Besucherinformationen (keine Webseite): Am besten im Link aktuell bei Tripadvisor nachsehen, ob sich etwas für Besucher geändert hat.

 

In einen Blitzkrieg übernahmen die Briten 1896 die Herrschaft über Sansibar. Sie nahmen  Sansibar sozusagen zum Frühstück ein. Um Punkt 9 Uhr flogen von See aus die Bomben auf das Haus of Wonders bis der Sultan nach 38 Minuten kapitulierte.

 

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Old Costums House und Old Dispensary. Nach dem Palace Museum passiert man das alte Zollhaus, kurz danach steht man vor dem mintgrünen Old Dispensary Haus von 1887, einst Apotheke und Hospital. Die auffallende Architektur mit aufwendigen Holzbalustraden konnte dank der Aga Khan Stiftung gerettet werden und beherbergt heute das Cultural Center.

 

Das Arabische Fort (Old Arab Fort 1698-1701) liegt gleich hinter dem Park Forodhani Gardens. Es war im Laufe seiner Geschichte Gefängnis, Marktplatz und sogar Tennisplatz. Heute finden in seinem Innenbereich mit Amphitheater größere Events statt. Schöner Ausblick von den Westtürmen. Eintritt frei.

 

Die Forodhani Gardens am Abend. Tolle Kulisse aber beim Essen Vorsicht!

Hierher strömen die Familien zum abendlichen Spaziergang. Die Jungen demonstrieren kunstvolle Wassersprünge von der Mole oder sind mit ihren Handys beschäftigt. Um 17 Uhr werden die mobilen Garküchen aufgebaut. Man liest, die Stände seien mittlerweile ein Touristen-Nepp und vor allem nicht frisch – ist deswegen alles mariniert? Anfang Dezember ist die Zahl der Stände überschaubar, das Angebot schaut überall gleich aus und die Grillspieße wenig appetitlich. Die Hotels raten den Gästen momentan wegen vermehrter Infektionsfälle vom Verzehr ab (aktuell erkundigen). Nichts desto trotz kann man die Atmosphäre genieße und anschließend zum Essen gehen. Beim romantischen Sonnenuntergang auf Taschendiebe achten! Ein äthiopisches Restaurant ich zum Beispiel empfehlen (siehe unten). Aktuelle Bewertungen Forodhani Gardens / Stone Town Night Market

 

Old Fort old Stone Town Zanzibar
Old Fort und Altstadt Stone Town
Food Market Forodhani Gardens Stoen Town
Abendlicher Food Market am Forodhani Garden

Gutes Restaurant in Stone Town: Echt äthiopisch Essen im Abyssinian Maritim

Restaurant Tipp Stone Town Abyssinian Maritim
Netter Abend im Äthiopischen Restaurant Abyssinian Maritim, Stone Town Sansbar

 

Restaurant Abyssinian Maritim. Den Eingang zum kleinen äthiopischen Restaurants an einer Kreuzung gegenüber dem 'Portugiesischem Tor' beim Clock Tower könnte man fast übersehen. Man betritt den zugewachsenen kleinen Garten im hübschen nordafrikanischen Dekor. Auch der Innenraum ist warm und einlandend. Das Essen wird traditionell und frisch zubereitet und kann etwas dauern. Die würzigen Gerichte werden zusammen mit dem Sauerteig-Fladenbrot mit den Fingern gegessen. Alles sehr lecker. Zum Schluss wird der vor Ort geröstete Kaffee frisch aufgebrüht serviert. Eine schöne Abwechslung, auch geschmacklich vom Rest der Restaurant-Szene. Aktuelle Restaurant Bewertungen

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Shopping Made in Zanzibar – Souvenirs aus Stone Town

Durch die Altstadt winden sich unzählige schattige Gassen mit  vielen kleinen Läden und Geschäften fürs Alltägliche. Man kann in Stone Town schöne Souvenirs  finden.

 

Must Have – Kanga Tücher! Wie sie die Frauen über 100 Jahre auf der Insel tragen, von Kopf bis Fuß mehrere Tücher kreativ gemixt. Die farbenfroh bedruckten Baumwoll-Karrees sind vielseitig einsetzbar: als Wickelrock, Strandtuch, Tischtuch oder Baby-Tragetuch. Auf jedem Tuch steht ein afrikanisches Sprichwort. Beim Verkauf sind die Stoffe behandelt und steif, werden aber nach dem ersten Waschen weich! Man sagt, die Muster der Kanga-Tücher rühren von den Taschentüchern der Portugiesen aus der Kolonialzeit. Kangas gibt es in verschiedenen Größen und am günstigsten auf dem Kanga-Markt, wo gehandelt werden muss. In den Läden sind sie aber auch nicht teuer und bei der Qualität ist man sich sicher. Mehr über die afrikanischen Stoffe Kangas, Kikoy und Kitenge.

 

Hurumzi Street. In dieser langen Gasse, die hinter dem Old Fort beginnt, findet man interessante Läden:

  • Feine sansibarische Flechtwaren wie Körbe in allen Größen und Formen als hübsche Home Accessoires.
  • ZANZIBAR CURIO SHOP. Wirklich kurios! An der billigen Touristenware am Eingang würde man vorbei laufen, wüsste man nicht, dass der Laden seinen eigentlichen Schatz in den vollgestopften Hinterzimmern verbirgt. Bis unter die Decke ein riesiges Sammelsurium an alten Fundstücken, in denen man ewig stöbern und die Zeit vergessen könnte. Hübsche Andenken, z.B. alte dekorative gusseiserne Sicherheitsschlösser in Tierformen. Hurumzi Street Nr. 200.
  • MOTO & DADA auf der Hurumzi ist ein toller Laden. Mit den stylischen Bast-Taschen aus gefärbten Palmenblättern würde man selbst in New York oder London zur Fashion Week auffallen. Die Naturkosmetik ist von Dada – Hurumzi St. 416.

 

Weitere Shopping Tipps in der Altstadt von Stone Town:

  • MADE IN ZANZIBAR. Ein paar ausgewählte Geschäfte haben sich in einer 'local eco-nomy' zusammengetan, in die es sich reinzuschauen lohnt. Alles wird  lokal von Einheimischen in Handarbeit hergestellt und kommt nicht aus China. Naturkosmetik, Mode, afrikanische Textilien, Flechtwaren, Taschen, Webteppiche oder Ledersandalen – alles nachhaltig und stilvoll. Dazu gehören auch Moto & Dada (s. oben).

  •  UPENDO MEANS LOVE. Die Frauen-Kooperative macht aus den bedruckten Stoffen Kleider, auch sehr hübsche Kindersachen. Der Kauf kommt den lokalen Frauen zugute und man unterstützt die Nähschule.

  • MEMORIES OF ZANZIBAR. Ein gut sortierter großer Souvenir-Shop in der Kenyatta St. gegenüber der Post. Große Auswahl an Kangas, alles Festpreise. Bewertungen / Lage Tripadvisor

 

UPENDO MEANS LOVE Laden der Frauen-Kooperative auf Sansibar

DIE HANDTASCHEN VON MOTO –  Hand-made Couture from Zanzibar

MOTO & DADA hand-madel handbags Stone town
Cool Handbags im MOTO & DADA Stone Town

Erlebnis Marktbesuch in Stone Town – Darajani Market

Der Kanga Straßenmarkt (Textilien) liegt direkt gegenüber vom Darajani Market – der lokale Markt für Gemüse, Fisch und Fleisch. Wer durch die großen lauten Hallen an den Fisch- und Fleischständen vorbeiläuft, sollte nicht empfindlich sein. Nach den verkrusteten, verspritzten Tischen und Wänden zu urteilen, wird hier selten oder gar nie geputzt. Die Verkäufer lümmeln oder dösen auf ihren Ständen, wenn sie nicht gerade mit Kunden oder Nachbarn palavern. Im Gegensatz zu seinem Verkäufer macht der Fisch wenigstens noch einen frischen Eindruck. Für unsere Sinne recht exotisch.

Die Swahili Tür als Visitenkarte

Swahili Türen in Stone Town
Eine der vielen Orginal Swahili Türen in Stone Town
Swahili Doors in Stone Town
Hinter den Swahili Türen in den Gassen von Stone Town

 

Die noch rund 1.400 originalen Swahili-Türen von Stone Town stehen unter Denkmalschutz. Jede einzelne der schweren Holztüren mit ihren reichen Schnitzereien und Verzierungen wurde nummeriert und registriert damit sie nicht zu Geld gemacht werden und aus der UNESCO Altstadt verschwinden. Denn hinter außergewöhnlich schönen Exemplaren wohnen nicht selten arme Leute. Die heute teils baufälligen Häuser in den belebten Bazargassen bauten einst reiche Kaufleute aus Persien, Arabien und Indien. Traditionell wurde auf Sansibar erst die Haustür gebaut bevor das Haus errichtet wurde. Je größer der Reichtum und die soziale Stellung des Besitzers, umso größer und aufwendiger gearbeitet war seine Tür – seine Visitenkarte.

 

Die typischen Messingspitzen brachten die Inder auf die Insel. In ihrer Heimat sollten sie verhinderten, dass Kampf-Elefanten die Türen eindrückten. Auf Sansibar waren sie reine Dekoration und Tradition, denn Elefanten gab es auf der Insel keine. Die alten Flügeltüren sind aus Teakholz und haben einen aufwendig verzierten Rahmen, arabische Häuser erkennt man an den eingearbeiteten Koransprüchen über der Tür. Geometrische Schnitzmuster deuten auf das Haus eines Buchhalters, Blütenranken auf einen Gewürzhändler oder Ketten-Motive auf einen Sklavenhändler.

 

Reich durch blutiges Geld – Der Handel mit Elfenbein, Gewürzen und Sklaven

570.000kg Elfenbein von 3.500 Elefanten verbrauchte Deutschland im Jahr

 

Im 19. Jahrhundert erreichte der ostafrikanische Sklavenhandel seinen Höhepunkt und Sansibar war die berüchtigte Drehscheibe für Elfenbein- und Sklavenhandel. Elfenbein war in Asien, Europa und USA ein gefragtes Luxusgut. Der Handel mit dem weißen Gold brachte ein Vermögen ein, während afrikanische Stämme Elfenbein noch auf altbewährte Weise gegen Glasperlen tauschten. Man verwendete es für Dinge wie Klaviertastaturen, Billardbälle oder Kämme. Als man der Nachfrage nicht mehr nachkam, mussten Berufsjäger angeheuert werden. Ein deutscher Händler vermerkte in den 1880-Jahren einen jährlichen Import von 570.000kg Elfenbein alleine nach Deutschland, wofür rund 3500 Elefanten im Jahr getötet wurden.

 

Noch mehr Geld als das Elfenbein brachte der ostafrikanische Sklavenhandel, niederträchtig und perfekt organisiert. Wegen der Tsetsefliegen-Epidemie gab es keine Lasttiere für den Elfenbeintransport und Sklaven wurden als Träger eingesetzt.

 

Das Verlangen Europäischer Küchen nach exotischen Gewürzen wie Zimt oder Nelken, löste einen Boom an Gewürzplantagen aus, die immense Arbeitskraft verschlangen. Auf der Jagd nach neuen Sklaven verbündeten sich Händler häufig mit afrikanischen Häuptlingen und überfielen ein benachbartes Dorf. 1860 schätzte man den Anteil von Sklaven an der Gesamtbevölkerung von Sansibar (300.000) auf Zweidrittel, die Hauptabnehmer der Menschenware über Sansibar bildeten Arabien und Indien. Fragt man sich, warum in diesen Ländern kaum etwas über Nachfahren von Sklaven bekannt ist (im Gegensatz zur USA), dann liegt es daran, dass die männlichen Sklaven in ihrem Dasein als Eunuchen keine Nachkommen hatten.

 

1873 wurde  die Sklaverei in Ostafrika von der Britische Kolonialverwaltung offiziell verboten. Rund 12 Millionen Afrikaner wurden in dieser Zeit verschleppt.

Ein Besuch wert – Der letzte Sklavenmarkt Afrikas

Anglican Cathedral  Stone Town / Alter Sklavenmarkt
Kunstwerk von Antony Gormley am Alten Sklavenmarkt in Stone Town
Anglican Cathedral Museum Stone Town
Ehemaliger Sklaven-Kerker in Stone Town

Ein eindrückliches Denkmal ist der letzte Sklavenmarkt Afrikas (bis 1873). Die vom afrikanischen Festland verschifften Sklaven wurden in Stone Town tagelang in überfüllte Kerker eingesperrt, in denen es kaum Licht und Sauerstoff gab. Alleine der leere düstere Raum ist schon beklemmend.

 

Auf dem ehemaligen Sklavenmarkt wurde eine anglikanische Gedächtniskirche erbaut. Ihr Altar steht an der Stelle, wo einst die Sklaven ausgepeitscht wurden, um ihre Belastbarkeit zu testen. Vor der Kirche ist ein berührendes Kunstwerk von Antony Gormley in die Erde eingelassen. Lebensgroße Figuren von Sklaven in Ketten, die noch aus dieser Zeit sind.


Anglican Cathedral / Alter Sklavenmarkt (nicht weit vom Darajani Markt). Lage & Bewertungen auf Tripadvisor.

Eintritt 6 US$ – eine Führung ist dabei, wir hatten sogar einen deutsch sprechenden jungen Mann aus Sansibar.

DDR Architektur auf der Tropeninsel

Nach der Revolution gegen die arabische Herrschaft 1964 wurde eine afrikanische 'Volksrepublik' geschaffen und die politischen Bruderstaaten kamen zur Hilfe. Auch die DDR Regierung erschien auf der tropischen Insel und hinterließ sichtbare Spuren. Sie schenkten der Stadt riesige Plattenbauten, wie diese außerhalb der Altstadt.

DDR Plattenbau auf Sansibar
DDR Plattenbau auf Sansibar

Text: Edel Seebauer  / Fotos: Jürgen Mahler

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag in mein Gästebuch.