Paraty – die koloniale Stadtschönheit am Atlantischen Regenwald
Spricht man Brasilianer auf Paraty an, fangen sie an zu schwärmen – von einem Ort, der sich anfühlt wie eine stehengebliebene Zeit zwischen Meer und Regenwald.

Paraty ist ein Ort zum Runterkommen und Genießen und eines der schönsten Reiseziele in Brasilien an der Costa Verde.
Tagsüber locken Ausflüge zu Wasser und an Land sowie entspannte Stunden am Strand. Am Abend hingegen zieht es alle zum Flanieren über die Kopfsteinpflaster der Altstadtgassen.
Paraty ist die romantischste Kolonialstadt Brasiliens und aufgrund ihrer herrlichen Lage für viele die schönste des Landes. Hier reicht einer der letzten großen Abschnitte des brasilianischen Küstenregenwaldes, der Mata Atlântica, bis an den Ozean. Zwischen Rio de Janeiro und São Paulo gelegen, ist Paraty gut erreichbar und auch außerhalb von Rio wissen die Cariocas, hier das Leben zu genießen.
Paraty spielt sich nicht nur in der Stadt ab. Vor der Küste beginnt eine tropische Insel- und Küstenwelt. Dahinter steigen Berge voller Wasserfälle auf. Es gibt viel zu erleben: lautlos durch den Saco do Mamanguá kajaken, den Weitblick vom Sugarloaf Peak genießen, zwischen Kolibris in einer Vogel-Lodge erwachen, in die Welt des Cachaça eintauchen oder die Wasserfall-Felsen Cachoeira do Tobogã runterrutschen. Zu tiefenentspannten Stränden wie der Praia do Sono geht es zu Fuß durch den Dschungel oder per Fischerboot. Und kaum ein Ausflug gehört in Paraty so sehr dazu wie eine Fahrt durch die Inselwelt, inklusive Badestopps und Schnorcheln.
Und hier schlägt zudem das historische Herz der brasilianischen Cachaça-Kultur. Paraty gilt als eine der wichtigsten Wiegen der brasilianischen Cachaça-Kultur.
Die Wiege des Cachaça
Im späten 17. Jahrhundert löste ein Goldrausch den Aufstieg von Paraty aus. Die Hafenstadt wurde zum Nadelöhr für Schatztransporte über den steilen Caminho do Ouro. Über diese rund 700 Kilometer lange Strecke schleppten Sklaven das Edelmetall wochenlang zu Fuß durch den unwegsamen Dschungel. Für diese Knochenarbeit brannten Plantagenbesitzer Zuckerrohrschnaps als Energieschub. Aus diesem handwerklichen Ursprung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine tief verwurzelte Kultur, die heute als Weltkulturerbe geschützt ist.
Da Piraten die Goldschiffe überfielen, baute die Krone einen Landweg, der Paraty umging. Um dem Ruin zu entgehen, perfektionierten die Siedler das Brennen in Kupferkesseln. Ein Boom brach aus: Über 250 Destillen rauchten damals in den Tälern, von denen heute noch sieben aktiv sind. „Paraty“ wurde landesweit zum Qualitätsbegriff.
Dieser Erfolg bedrohte den Weinbrand aus Portugal, weshalb Lissabon ein Produktionsverbot verhängte. Die Brenner versteckten ihre Kessel im Regenwald, brannten illegal weiter und setzten 1660 bei einer erfolgreichen Revolte den Gouverneur ab.
Paraty ist auch die Geburtsstätte des bekannten Cocktails „Jorge Amado“. Als in den 1980er-Jahren der Film Gabriela in der Stadt gedreht wurde, kreierten lokale Brenner zu Ehren der Hauptfigur den Cachaça Gabriela mit Zimt und Nelken. Die einheimische Barkeeperin Camila Paiva mixte daraus 2007 erstmals den heutigen Kult-Drink mit Maracuja und Limette.
Die Wiege des Cachaça
Im späten 17. Jahrhundert erlebte Paraty einen rasanten Aufstieg: Ein Goldrausch machte die kleine Hafenstadt zum Nadelöhr für den Abtransport der Reichtümer aus dem Landesinneren. Über den steilen Caminho do Ouro, eine rund 700 Kilometer lange Route durch dichten Dschungel, schleppten versklavte Menschen das Edelmetall wochenlang zu Fuß an die Küste.
Für diese entbehrungsreiche Arbeit brannten Plantagenbesitzer Zuckerrohrschnaps – zunächst als einfacher Energieschub gedacht. Doch aus diesem pragmatischen Anfang entwickelte sich über die Jahrhunderte eine eigenständige Handwerkskultur, die heute zum kulturellen Erbe der Region zählt.
Als Piraten immer häufiger die Goldtransporte auf dem Seeweg überfielen, ließ die portugiesische Krone eine neue Landroute anlegen, die Paraty umging. Für die Stadt bedeutete das beinahe den wirtschaftlichen Ruin. Doch die Bewohner reagierten mit Erfindergeist: Sie verfeinerten die Destillation in Kupferkesseln und machten Cachaça zu ihrem neuen Markenzeichen. Bald rauchten mehr als 250 Brennereien in den umliegenden Tälern – heute sind noch sieben davon aktiv. Der Name „Paraty“ wurde zum Synonym für Qualität.
Der Erfolg blieb in Portugal nicht unbemerkt. Um die heimische Branntweinproduktion zu schützen, verhängte Lissabon ein Verbot. Doch die Brenner wichen in den Regenwald aus, versteckten ihre Kessel und produzierten heimlich weiter – bis sie 1660 in einer Revolte sogar den Gouverneur stürzten.
Bis heute lebt diese Tradition fort – auch im Glas. Paraty gilt als Geburtsort des Cocktails „Jorge Amado“. Als in den 1980er-Jahren der Film Gabriela hier gedreht wurde, entwickelten lokale Brenner den Cachaça „Gabriela“ mit Zimt und Nelken. 2007 mixte die Barkeeperin Camila Paiva daraus erstmals den heutigen Kultdrink mit Maracuja und Limette.
Die drei renommiertesten und besten traditionellen Brennereien in Paraty handwerkliche Herstellung:
Cachaça Coqueiro: Sie ist eine der ältesten noch aktiven Destillerien Brasiliens. Die Familie Mello produziert hier bereits seit 1803 Cachaça nach traditioneller Rezeptur und nutzt Wildhefe für die Fermentation. Besonders bekannt ist ihr im Amendoim-Holzfass gereifter klarer Silber-Cachaça.
Alambique Engenho D'Ouro:
Diese familiengeführte Brennerei im Umland der Stadt hat zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter Spitzenplatzierungen beim renommierten World Contest in Brüssel. Sie liegt idyllisch in der Serra da Bocaina und bietet Besuchern tiefen Einblick in den traditionellen Brennprozess.
Cachaça Maria Izabel:
Eine der exklusivsten und authentischsten Adressen in Paraty. Die Eigentümerin Maria Izabel leitet die Produktion auf ihrem am Meer gelegenen Sítio Santo Antônio seit 1996 persönlich. Der Anbau des Zuckerrohrs ist rein biologisch, und die Destillerie ist für ihre Premium-Qualität weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.











