Vom Bauernhof zum World Luxury Spa: Zu Gast im Plunhof




Das Ridnauntal liegt still am Fuße der Stubaier Alpen, tief verwurzelt in der Bergbaugeschichte. Es beginnt mit weiten Almwiesen und zieht sich hinauf zu steilen Hängen. Am Talschluss erwartet einen mit dem historischen Bergwerk ein unerwartetes Erlebnis.
Bei Sterzing zweigen wir ins Tal ab, und gleich am Eingang grüßt das barocke Schloss Wolfsthurn, bevor es immer höher ins Ridnauntal hinaufgeht. Auf über 1.300 Metern Höhe fügt sich der Plunhof in diese Landschaft ein. Über Generationen hinweg ist er zu einem mit Preisen ausgezeichneten Wellnesshotel herangewachsen. Seine ganz eigene Handschrift wird spürbar, sobald man die Rezeption betritt: Heimat trifft auf Extravaganz.



2025 hat der Plunhof ein großes Update erfahren.
Der neue Restaurantbereich beeindruckt mit einem mutigen Design, das sich ganz bewusst abhebt vom verbreiteten alpinen Hotelstil. Beispiele sind die extravaganten Dinier-Nischen oder die prägnanten Leuchtkörper. Jeder Raum hat seine eigene Ästhetik mit individuellen Farben, Materialien und Lichtstimmungen. Obwohl sie sich in ihrer Inszenierung unterscheiden, ergeben sie ein stimmiges Gesamtbild. Das Architektur- und Interior-Design stammt von den Tiroler Hoteldesignern Köck und Bachler, die bekannt sind für ihre stilvollen Inszenierungen.
Bei dem 5-gängigen Abendmenü vereint die Küche regionale Tradition mit zeitgemäßer Raffinesse. Auf der Karte stehen feine Südtiroler und mediterrane Gerichte zur Auswahl, auch vegetarische und vegane Optionen fehlen nicht. Der Koch ist ein wahrer Meister, wenn es um Suppen geht.

Der neu hinzugekommene Anbau verfügt über 28 Zimmer und Suiten, die in einem elegant-wertigen Stil gestaltet sind. Viel warmes Holz, Naturstein, Lichtakzente und klare Linien dominieren das Design. Einige Suiten verfügen über einen separaten Wohn-Schlafbereich sowie einen privaten, beheizten Whirlpool auf dem Balkon. In den eleganten Bädern glänzen großzügige Doppelwaschtische aus regionalem Glimmerschiefer. Bis zum Sky Pool sind es nur ein paar Schritte.

Wellness in zwei Welten: 4.000 m² "Über und unter Tage"
Es überrascht nicht, dass viele Erholungssuchende den Tag gerne im Hotel verbringen – das Wellnessangebot ist beeindruckend. Auch am zweiten Tag haben wir im Wellnessbereich „über und unter Tage” noch neue Bereiche entdeckt. Das außergewöhnliche Design und die kreative Wellnesswelt haben dem Spa & Acqua Minera bereits mehrfach internationale Auszeichnungen eingebracht.
Hommage an die Bergbautradition des Tals. Das Bergbauthema zieht sich als Leitmotiv durch die gesamte Saunawelt und gibt ihr eine stimmungsvolle Atmosphäre.




SPA Minera ist eine Welt unter Tage aus Stein, Wasser und Lichtakzenten. In der Knappensauna und der Stollensauna wird bei 80 bis 100 °C kräftig eingeheizt. Sanfter geht es im Silber-Dampfkessel, im Bio-Ofenkammerl oder im Feuerlöchl zu. Zur Abkühlung taucht man in das Halbdunkel des Stollensees ein und draußen vor dem Garten lockt der Whirlpool-Salzsee. Danach geht es zum Ruhen in die Höhenstille oder ins Himmelreich mit Feuerstelle und Wasserfall. Erfrischendes Bergquell- oder Holunderwasser und warme Kräutertees stehen bereit.
Die thematischen Event-Aufgüsse im Plunhof sind ein echtes Erlebnis, das bis zur Performance reicht. Drei Aufgüsse mit unterschiedlichen Aromen führen jeweils zehn bis zwölf Minuten lang durch diese sinnliche Erfahrung. Besonders beeindruckt hat uns das heiße Ritual der Argentinierin Eleonora in der Lichthofsauna: Ihr mit Tüchern wirbelnder kultischer Tanz erinnert an die Eleganz einer Sportgymnastin, begleitet von mitreißender, pulsierender Musik. Beim anschließenden Erfrischungsgetränk teilen alle Saunierenden ihre Begeisterung und fühlen sich von allen bösen Geistern befreit.
Danach ging es ins Bergschwaden-Dampfbad, wo ein wohltuendes Salzpeeling mit Aromen wie Zimt und Honig oder Rosmarin wartete – das gefiel übrigens auch meinem Mann ausgesprochen gut. Zum Schluss ein kurzes Eisbad über Knie und Kopf, das prickelnd-vital wirkte.
Im Acqua Minera geht das Eintauchen weiter: Innen glitzern das 20-Meter-Becken und der Relaxpool, draußen liegen ein Naturbadeteich und Kuschelinseln. Der neue Sky Pool auf dem Dach ist ein echtes Highlight. Mit Blick auf die Ridnauner Berge kann man hier seine 25-Meter-Bahnen dem Horizont entgegen ziehen und auf den Relax-Betten der Dachterrasse die Seele baumeln lassen – exklusiv für Erwachsene.

Spa mit Auszeichnung: Das 'Spa & Acqua Minera' wurde von den World Luxury Spa Awards zum «Best Unique Experience Spa» gekürt, von der Zeitschrift GALA ausgezeichnet und erhält im Relax Guide regelmäßig Bestbewertungen.

Zum Gipfelkreuz auf dem Aussichtsberg 'Mareiter Stein'

An einem goldenen Herbsttag locken uns schließlich die Berge. Direkt vor der Tür unseres Hotels starten wir zu einer der schönsten Panoramawanderungen der Sterzinger Bergwelt: auf den Mareiter Stein (2192 m). Wer keinen Rucksack oder Stöcke dabei hat, bekommt sie vom Hotel. Den Hinweg nehmen wir nicht über die Wurzeralm, sondern steigen gleich am Waldanfang rechts auf Weg Nr. 24 über einen herrlichen Waldsteig, dann über leuchtende Almwiesen hinauf zum grasigen Bergrücken. Mit jedem Schritt weitet sich der Blick, bis wir am felsigen Gipfelplateau stehen und das Panorama über das Ridnaun- und Ratschingstal und die Dreitausender der Stubaier und Zillertaler sowie der Sarntaler Alpen genießen. Beim Abstieg durch Preiselbeerfelder lädt die Wurzeralm zur Rast ein, bevor es über den Forstweg zurück zum Hotel geht.
Gehzeit: ca. 5 Stunden · Höhenmeter: 840 m
Schöne Tal- & Bergblicke: Beim Aufstieg am Panoramahang – und bei Abstieg durch die Preiselbeerheide.

Ein Hauch von Las Vegas – Bar & GlückAuf Lounge
Über den abends purpur leuchtenden Treppenaufgang geht es hinauf in die neue Bar, ein echter Blickfang. Um den Neonschein der Bar herum füllen sich abends die gemütlichen Sessel und Sitznischen. Das neue Interieur strahlt eine subtile Opulenz aus. Es glänzt mit Texturen, Materialien und Lichtakzenten und versprüht einen 'Hauch von Las Vegas'.


Für weitere Unterhaltung sorgt die GlückAuf-Lounge, das Spielzimmer für die „Großen“. Arcade-Tisch, Airhockey, Darts und Tischfußball laden zu unterhaltsamen Matches ein. Gleich daneben befindet sich der edle Billardsalon – das Reich der "serious players". Auf unserer Erkundungstour entdecken wir hinter einer unscheinbaren Tür etwas Unerwartetes: Kegelbahnen. Nicht für die Gäste – hier hat der Kegelclub ASKC Ratschings sein Zuhause und ist gerade mitten im Training.

Ein wöchentliches Aktivitätenprogramm ist im Plunhof inklusive: Yoga, Qi Gong oder Acqua-Fitness, geführte Wanderungen (ein Rucksack hängt in jedem Zimmer) sowie E-Bike-Touren (E-Bike gegen Leihgebühr). Täglich um 10:00 Uhr startet eine geführte Outdoor-Tour.
- Am Abreisetag können Gäste den gesamten Wellnessbereich noch bis 19 Uhr kostenfrei nutzen! Wellnesstasche mit Bademantel sowie Umkleidekabinen stehen zur Verfügung.
- Ausführliche Informationen findet man auf der Plunhof Webseite, z.B. auch Last-Minute-Angebote für Kurzentschlossene.

Aus ihrem kleinen Bauernhof hat die Familie Volgger ein stolzes 4-Sterne-Superior-Haus und eine Wellness-Destination gemacht. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1979 ist es ein echter Familienbetrieb geblieben. Mutter Paula führt den Plunhof heute gemeinsam mit ihren acht Kindern und den Enkeln, eine seltene und bewundernswerte Konstellation, in der jeder seinen Platz gefunden hat. Die Familiengeschichte ist, wie bei vielen Familien im Tal, vom Bergbau geprägt. Auch Paulas Vater und ihre Brüder arbeiteten im Bergwerk.
Es lohnt sich, den flauschigen Bademantel gegen eine gelbe Regenjacke und Helm zu tauschen und am Ende des Tals in die echte Mine und Bergbauwelt von Ridnaun einzutauchen!

Bergbauwelt Ridnaun – Zeitreise in die Welt der Knappen
Diese Führung ist weit mehr als ein Museumsbesuch – sie ist eine Zeitreise, in der technische Meisterleistungen, menschliche Ausdauer und Schicksale lebendig werden.

Im Schaubergwerk Ridnaun kann man den Arbeitsalltag der Knappen vom Mittelalter bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert hautnah erleben. Der 200 Meter lange Schaustollen, der von ehemaligen Bergarbeitern selbst gegraben wurde, führt mitten hinein in die Welt unter Tage. Man bekommt eine Ahnung, wie hart die Arbeit war: Anfangs wurde mit Schlägel und Eisen und bloßer Muskelkraft gearbeitet, später mit Dampfmaschinen, Drucklufthämmern und Dynamit. Unser Guide schaltet zur Demonstration die Maschinen ein. Der Lärm machte die Bergleute taub und der Staub fraß sich in ihre Lungen. Die Lastesel, die unter Tage lebten, waren blind, fanden jedoch instinktiv den Weg durch das Labyrinth ins Freie.
Nach dem Stollen werden wir in die original erhaltene Erzaufbereitungsanlage geführt – ein mehrstöckiger Maschinenkomplex, in dem es wieder laut wird. Wenn in der imposanten Halle die Backenquetschen, Walzen, Pumpen und Siebanlagen anlaufen, vibriert der Boden und die Wucht der Maschinen ist körperlich spürbar.
Schneeberg lieferte das Erz, Ridnaun verarbeitete es. Anfang des 16. Jahrhunderts erreichte die Bergbauregion ihren Höhepunkt. Im Jahr 1871 entstand die größte Übertage-Förderanlage ihrer Zeit: Über Pferdebahnen und Bremsberge wurde Erz aus Höhen zwischen 2.000 und 2.500 Metern transportiert. Über 27 Kilometer verband die Anlage den tiefsten Stollen mit dem Bahnhof in Sterzing und überwand dabei enorme Höhenunterschiede. Bis zu tausend Knappen arbeiteten in rund siebzig Stollen und lebten mit ihren Familien abgeschieden im Knappendorf St. Martin auf 2.350 m – eine der höchstgelegenen Dauersiedlungen Europas. Vom Tal war das Dorf nur über einen 9-stündigen Fußmarsch erreichbar und verfügte über eine eigene Kirche, Schule und Krankenstation. Der Betrieb endete 1985 – sinkende Weltmarktpreise machten die Förderung unrentabel.
Hier kann man Technikgeschichte hautnah erleben. In der original erhaltenen Erzaufbereitungsanlage läuft noch alles, die Maschinen müssen nur angeschaltet werden.

- Bergwerk "Ridnaun Führung", 1h15 mehrmals täglich – Preise & Anmeldung (erforderlich) über die Webseite oder telefonisch. Es liegt am Ende des Tals, 5km vom Plunhof entfernt.
- Die Ausstellung im Bergbaumuseum Ridnaun ist frei zugänglich und zeigt die Geschichte des Bergbaus, die Erz- und Mineralienwelt sowie das Leben der Knappen und ihrer Familien.
Ein Bereich ist der legendären "Riesin von Ridnaun", Maria Faßnauer (1879–1917), gewidmet. Sie war mit einer Größe von etwa 2,27 m vielleicht die größte Frau ihrer Zeit und wurde als Jahrmarkt-Schaustellerin berühmt. Zu sehen sind eine lebensgroße Nachbildung, Fotos sowie persönliche Gegenstände von ihr. Sie starb im Alter von 38 Jahren zuhause.
Text Edel Seebauer | Fotograf Jürgen Mahler
(3 Fotos Plunhof)
Hinweis: Der Bericht entstand im Rahmen einer privaten Südtirol-Reise. Der Hotelaufenthalt wurde gestellt, die Bewertung ist davon frei und unabhängig.

















































