Eintauchen in Japans heiße Quellen

Yunomine Onsen – Japans ältestes Spa

Dampfschwaden und Schwefelgeruch liegen in der Luft.  Yunomine ist eine kleine Ansammlung von Gästehäusern an Japans ältesten heißen Quellen, die mit 92 Grad aus der Boden sprudeln. Ein typisches japanisches Dorf, das für ausländische Touristen noch nicht aufgeschönt wurde. In Schlappen und Yukata, dem Hauskimono schlurft ein japanisches Pärchen zum nächsten Badegang. Vor den Gästehäusern flattern Onsen-Tücher an Wäschespinnen in der Luft. Schwefelverkrustete Wasserleitungen leiten das heiße mineralische Nass in die Häuser. Vor 1.800 Jahren entdeckten Pilger die in dem kleinen Tal der heiligen Kumano Berge versteckten heißen Quellen. Tsuboyu, eins der drei öffentlichen Bäder von Yunomine wurde sogar zum Unesco Welterbe ernannt. Ein holzverschlagenes kleines Steinbad, das gerade mal zwei Erwachsenen Platz bietet.

 

Daneben entdecke ich das Yuzutsu genannte 'Kochbecken', worin gerade Eier gekocht und Sake heiß gemacht werden. Das Onsen-Ei gilt als das perfekt zubereitete Ei und ist bei den Japanern ein äußerst beliebter Snack. Um seine cremig, geschmeidige Konsistenz zu bekommen, wird das Ei 60 Minuten bei konstanten 65°C bis 70°C gegart. Die Eier werden abgepackt im Laden neben verkauft. Wer im winzigen 'Welterbe-Bad' seine müden Pilgerknochen entspannen möchte, holt sich am Badehaus sein Ticket, und ist man noch nicht an der Reihe (Wechsel alle 30 Minuten), würde ich sagen: warmen Sake trinken während Dein Onsen-Ei kocht.

 

Die Onsen-Kultur ist eine nationale Leidenschaft und stark mit der spirituellen Kultur verbunden, ganz besonders in Yunomine, wo zwei Pilgerwege des Kumano Kodo verlaufen, der Dainichi-Goe und der Akagi-Goe.

 

Kein zweites Volk liebt seine heißen Bäder, wie die Japaner. Onsen sind für Japaner einer der wichtigsten Erholungsorte, eine Auszeit vom Alltag. Das liegt wohl auch daran, dass Japaner nur selten länger Urlaub machen. Die vertraglichen Urlaubstage werden selten eingefordert, in Japan immer noch ein ungeschriebenes Gesetz.

  • Welterbe Tsuboyu Onsen: ganzjährig von 6:00 bis 21:30, 30 Minuten-Ticket für maximal 2 Personen, keine Reservierung möglich, keine Badekleidung, Seife oder Shampoo.
  • Karte von Yunomine Onsen 
  • Die Präfektur Wakayama ist mit vielen heißen Quellen gesegnet. Alle Onsen Orte im Überblick. 

Im Onsen Ryokan. Zu Gast im traditionellen Japan

 

In den schönsten Ryokan des Landes kann man ein Vermögen ausgeben. Aber egal welche Gestalt das Ryokan haben mag, man wird an einer traditionellen Lebensform Japans teilnehmen. Die Rituale, die Einrichtung, die Kleidung und die erlesene Kaiseki Küche. Hier am Beispiel des Onsen Ryokan Azumaya in Yunomine.

 

Das historische Ryokan Azumaya versprüht einen authentischen Charme aus alten Tagen. Im Zimmer liegt der yukata bereit, der gestärkte Baumwollkimono, der uns Gästen als Haus- und Bademantel dient. Beim ersten Mal 'onsen' ist man etwas aufgeregt, mache ich auch alles richtig? Wie war das mit den Hausschlappen, ziehe ich sie vor dem Umkleideraum aus? Ich werfe einen Blick hinein, ein paar Hausschuhe stehen akkurat unter einem Korb in dem das große Badetuch und der Hauskimono abgelegt wurden. Ein Gast ist also da. Ins Bad begleitet mich dann nur noch das schmale Handtuch (onsen taoru). Am Körper sollte man nichts mehr tragen, auch keinen Schmuck, der verfärben kann. Der Entspannung bin ich ein Stück nähergekommen. Die Etikette verlangt, sich vor dem Bad sorgfältig zu waschen – das Ritual, dreimal von Kopf bis Fuß, erinnere ich mich gelesen zu haben. Am besten folge ich meiner japanischen Badegenossin. Auf dem Schemel sitzend fülle ich meinen Holzbottich und wasche mich gründlich mit dem Onsentuch, mit der Handdusche spüle ich ordentlich nach, damit kein Schaum ins Becken gelangt. Nach zehn Minuten wäre ich bereit, aber meine Nachbarin schrubbt sich voller Hingabe weiter. Ich übe mich in Geduld und steige kurz nach ihr ins heiße Außenbecken. Das vollständige Eintauchen gleicht einem warmen Strom durch den Körper. Ich lasse mich treiben und kann den Mond durch die getrimmte Zeder sehen, zu hören ist nur das leise Plätschern des Wassers. Wäre es nicht so heiß, könnte man sich vergessen.

 

  • Das ‚unreine’ Onsentuch sollte niemals das Thermalwasser berühren. Man legt es zusammengefaltet entweder auf den Kopf oder wickelt es rum (bei Frauen), andere legen es ganz weg. Das nasse Tuch soll vor Überhitzung schützen. In manchen Häusern kann man das Onsentuch als Souvenir mitnehmen.
  • Das große Badetuch zum Abtrocknen bleibt in der Umkleide, wo es meisten auch Spiegel und Fön gibt. Shampoo & Duschgel sind in den meisten Ryokans vorhanden. 
  • "No Tattoos!" vor allem großflächige Tätowierungen werden mit den Yakuza, der japanischen Mafia assoziiert. In öffentlichen Bädern ist der Zutritt mit Tätowierungen formell untersagt.  In Ryokans wird es bei westlichen Touristen teilweise schon toleriert, ein Pflaster kann bei kleinen Tattoos schon helfen.
  • Typische Onsen Ryokan bieten keine oder wenige Privatbäder, die Körperreinigung erfolgt im gemeinschaftlichen Onsenbad. 

 

Männer und Frauen baden in Japan mit wenigen Ausnahmen getrennt. Das war aber nicht immer so. Konyoky, die gemischten Bäder waren jahrhundertelang die natürlichste Sache der Welt, bis im 19. Jahrhundert Missionare aus Europa und Amerika ihnen fehlendes Schamgefühl und ein unsittliche Verhalten vorhielten.

 

Begeistern kann die hervorragende Küche des Ryokans. Highlight des Tages ist das aufwendig zubereitete "Kaiseki" Menü, das pünktlich um 18 Uhr serviert wird. Es ist ein Gesamtkunstwerk bei dem Farbe, Konsistenz, Geschmack, Anordnung und Dekoration eine Harmonie bilden. Gekochter und roher Fisch, Sashimi, Shabu Shabu vom Rind, fermentiertes Gemüse, Miso-Suppe und Reis. Dazu harmoniert bestens ein Sake ode ein Bier. Bereits mittags beginnen sie mit der Zubereitung der vielen kleinen Gerichte, gekocht mit Thermalwasser aus den heißen Quellen. Weichgekocht fühle ich mich auch, nachdem ich dem brühend heißen Onsenbecken entstiegen bin und mich fürs Abendessen auf unserem Zimmer vorbereite, das puristisch japanisch ist: Tatami Boden, Papierschiebetüren, der flache Tisch mit Bodenkissen – und 6 Tatami Matten groß. In Japan wird ein Raum nicht in Quadratmetern, sondern seit jeher im Tatami-Maß gemessen mit exakt 3x6 Fuß (91,4 x 182 cm). 

 

Das Essen ist ein wichtiger Teil des Gesamterlebnis Onsen. Begeistern kann die hervorragende Küche für die viele Ryokans bekannt sindBereits mittags beginnt man mit der Zubereitung der vielen kleinen saisonalen Köstlichkeiten, gekocht mit Thermalwasser aus den heißen Quellen. Weichgekocht fühle ich mich auch, nachdem ich dem brühend heißen Onsenbecken entstiegen bin und mich fürs Abendessen auf dem Zimmer vorbereite. Der kulinarische Höhepunkt des Tages wir pünktlich um 18 Uhr serviert. Das aufwendig zubereitete "Kaiseki" Menü ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem Farbe, Konsistenz, Geschmack, Anordnung und Dekoration eine Harmonie bilden. Gekochter und roher Fisch, Sashimi, Shabu Shabu vom Rind, fermentiertes Gemüse, Miso-Suppe, Reis und Obst. Dazu harmoniert bestens ein Sake!

 

Unser Ryokan Zimmer ist traditionell schlicht: Tatami Boden, Papierschiebetüren, flacher Tisch mit Bodenkissen – und 6 Tatami Matten groß. In Japan wird ein Raum nicht in Quadratmetern, sondern seit jeher im Tatami-Maß gemessen mit exakt 3x6 Fuß (91,4 x 182 cm). Das Futon Bett wird im Schrank verstaut und vom Hauspersonal nach dem Abendmahl für die Nacht hergerichtet. Das japanische Kopfkissen ist ein schwerer Sack mit Buchweizen gefüllt, aber bequemer als man zunächst denkt. Es passt sich ergonomisch an und bettet den Kopf in optimaler Position. Am nächsten Morgen wachen wir überrascht ohne steifen Hals auf. 

Kein zweites Volk liebt seine heißen Bäder, wie die Japaner. Onsen sind für Japaner einer der wichtigsten Erholungsorte, eine Auszeit vom Alltag. Das liegt zum auch daran, dass Japaner nur selten länger Urlaub machen. Die vertraglichen Urlaubstage werden selten eingefordert, in Japan immer noch ein ungeschriebenes Gesetz. Und weil die Badezimmer in ihren Wohnungen so klein sind, zieht es ganze Familien ins Onsen.  Die über 20.000 Onsen-Anlagen, kleine und  alte, große und moderne, besuchen jährlich rund 140 Mio. Japaner.