GRIECHENLAND – RUNDREISE PELOPONNES BIS DELPHI (3)

Über Pylos nach Olympia bis Delphi

Kardamili–Pylos 1h50 87km  /  Pylos–Olympia 2h 110km  /  Olympia–Galaxidi-Delphi  3h20 242km

Das schöne Pylos und die große Seeschlacht

 

Die liebenswerte kleine Hafenstadt Pylos hat eine Bilderbuchlage in der wunderschönen Bucht von Navarino, auf deren Grund 55 osmanische Schiffe liegen.

 

Am 20. Oktober 1827 entfachte Admiral Codrington von der unterlegenen europäischen Flotte durch einen Schusswechsel unerwartet eine der blutigsten Seeschlachten (Schlacht von Navarino). In der fast geschlossenen Meeresbucht von nur 5 x 2,5 km drängten sich um die 150 Schiffe in einem Inferno aus Kanonenschüssen, berstendem Holz, Feuer und Rauch. Von den 89 türkischen Galeeren wurden rund 60 versenkt – von den wendigen, alliierten Schiffen der Briten, Franzosen und Russen nicht eines. Die Schlacht, in der kein einziger Grieche kämpfte, war das entscheidende Ereignis zur Unabhängigkeit Griechenlands und dauerte gerade mal vier Stunden.

 

Aus den eingesackten, türkischen Kanonen der Navarino Schlacht wurde die große Bavaria an der Münchner Oktoberfestwiesen in Bronze gegossen.

 

Pylos liegt wie ein Amphitheater zwischen zwei Hügeln mit der imposanten aussichtsreichen Festungsanlage Neo Kastro. Steile Gassen und Treppen führen zur großen Platia Trion Navarchon, dem Platz der 'Drei siegreichen Admiräle' an der Hafenmole – das Wohnzimmer der Stadtbewohner unter riesigen Platanen. In den umliegenden Kaffeehäusern palavern die alten Männer oder sitzen beim Tavli Brettspiel. Die Mütter haben sich verabredet, während die Kinder auf den Kanonen am Denkmal herumturnen. Von unserem Ouzo schauen wir direkt aufs Wasser wo Griechenland einst in die Freiheit geschossen wurde. Man versucht sich diese große Seeschlacht (die allerletzte mit Segelschiffen) vorzustellen, was kaum gelingt – denn es könnte nicht friedlicher sein in der schönen Bucht von Navarino.

 

Das Tauchen in der Bucht ist übrigens verboten. Ein Museum über die Schlacht und einige Schiffwracks befindet sich in der Niokastro Festung.

Schlacht von Navarino, Gemälde von Ambroise Louis Garneray (ca. 1830)
Schlacht von Navarino, Gemälde von Ambroise Louis Garneray (ca. 1830)

Pylos Infos & Tipps

  • Schöne Badestrände bei Pylos: Die sichelförmige Ochsenbauchbucht Voidokoilia oder die Golden Beach von Gialova ( im Mai war es allerdings sehr windig mit viel Wellengang und angeschwemmten Schilf).
  •  Tipp: Ein Bad in Pylos. Von der Taverne steigen wir direkt zum Schwimmen in die klare Bucht. Zwei Umkleidekabinen und eine Dusche machen die schnelle Erfrischung perfekt ohne das Auto zu bewegen.
  • Das Kastell Neo Kastro ist nur bis 15 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Tolle Aussicht, sehenswerte Kirche und Ausstellung zur Navarino Schlacht.

Mein Restaurant Tipp – eine Ouzeria Taverna in Pylos

 

Die meisten Restaurants und Tavernen in Pylos liegen an der Hafenmole. Sympathisch ist uns die Ouzeria-Taverna "En Plo" mit wenigen Tischen auf dem Bordstein und einer größerer Terrasse am Wasser über der Straße (vorletztes Lokal am Ufer in Richtung Festung). Wunderbar sitzen wir hier bei gegrilltem Octopus, Calamari, Tzatziki und einfachen, gut gekühlten Weißwein. Am Abend kehren wir gleich wieder ein, dazu kommt noch der Sonnenuntergang über den vorgelagerten Inseln. Alle Pylos  Restaurant Bewertungen auf Tripadvisor.

Klick auf Bildergalerie – Taverne En Plo in Pylos

Die Suche nach dem Chamäleon

In der nächsten Umgebung von Pylos findet man feine Sandstrände und eine Lagunenlandschaft in der das große afrikanische Chamäleon beheimatet ist.

 

Auf Holzplanken erkunden wir die Gialova Lagune, aber die richtige Zeit für die Flamingos und Vogelwelt ist es nicht. Also halten wir Ausschau nach dem Chamäleon, das es sonst nur in Afrika gibt! Zwanzig Minuten, und wir hören einen Aufschrei und aufgeregte Stimmen aus dem Gestrüpp. Ein ganzer Suchtrupp scheint unterwegs und wohl fündig geworden. Eine Frau hält eine Hand hoch mit einem gestreckten Finger, kurz danach noch eine weitere Person. Freudig bahnen wir unseren Weg durchs Dickicht zum Fundort, an dem schon kräftig Fotos geschossen werden. Fasziniert zeigen sie auf ihren Fund – kein Chamäleon, sondern eine Schildkröte, und zwar eine maurische. Die Gruppe ist vom Schweizerischen Schildkrötenverein. Ein anderes Mitglied hat eine griechische Landschildkröte entdeckt. Mit Enthusiasmus werden uns die unterschiedlichen Merkmale der beiden Tiere aufgezeigt. Die Maurische hat große Armschuppen und keine Hornkegel am Schwanzende. Sie hat einen neuen Panzer und vermutlich einen Brand überlebt. Beste Zeit für Vogelliebhaber ist der Herbst.

Hotels in Pylos

Wir wohnen in Tina’s Guesthouse an der oberen Ortsstraße, von der man die Bucht überblickt. Die Strasse (kann etwas laut sein) führt hinab bis zur Platia und dem Hafen, wo ein großer Parkplatz ist. Dorthin zu laufen wäre ein ganzes Stück und der Rückweg steil. Unser Zimmer ist sehr ordentlich und neuwertig aber recht klein, wie auch das Bad. Der kleine Balkon hatte nur seitlichen Meerblick, davor dicke Stromkabel – es gibt bessere Zimmer.

Das Philip Hotel gleich nebenan macht einen guten Eindruck, bietet von den Zimmern einen noch besseren Ausblick auf die Meeresbucht und liegt etwas von der Straße zurückgesetzt. Unweit ist das sehr gelobte Hotel Anezina.

 

Alle drei Hotel-Empfehlungen sind unter Pylos auf Booking.com zu finden.

1000 Jahre Kultstätte – Olympia

Olympia war 1000 Jahre lang religiöse und sportliche Kultstätte.

 

Die alten Pappelwälder um den Heiligen Hain von Olympia sind verschwunden. Abgeholzt wurden sie bereits in der Antike, denn es galt die Vorschrift, ausschließlich Pappelholz bei Opferungen zu verwenden. Weltweiten Ruhm erlangte das Heiligtum Olympia durch seine Olympischen Spiele, die ihren Ursprung in den kultischen Totenspielen haben, ein Bestattungsritual zu Ehren gefallener Helden. Beliebt war das rituelle Stierspringen oder die Kunstsprünge über Schwerter.

 

Antike Olympische Spiele. Nackt mit der Leichtigkeit des Seins.

Um 776 v. Chr. fand die erste 'Olympiade' statt, die man fortan als nationales Fest alle vier Jahre zu Ehren des olympischen Göttervaters Zeus veranstaltete. Das Olympische Feuer wird noch heute wie damals mit einem Sonnenspiegel am Hera-Tempel in Olympia entzündet. Während der Spiele herrschte im Land der sogenannte Olympische Friede, ein Friedensabkommen, um die gefahrlose An- und Abreise aller Athleten und prominenten Zeitgenossen sicherzustellen.

 

Richtig lebensgefährlich wurde es wiederum bei den Wettkämpfen. Tödliche Unfälle gehörten zu jeden Spielen dazu.  Und bei den ältesten Spielen war das Ringen noch Kampf auf Leben und Tod. Jedem Olympischen Sieger war dafür ein lebenslanger Ruhm sicher, und nicht wenigen wurden die Steuern in ihrer Heimatstadt bis ans Lebensende erlassen.

Auserwählte Athleten durften ihren Körper den Göttern leihen, indem sie berühmten Bildhauern wie Polyklet oder Myron Modell standen. Nackt waren sie auch alle bei der Ausübung der gymnischen (gr. gymnos = nackt) Disziplinen der Leichtathletik und des Kampfsports.

Pankration nannte sich eine 'Allkampf' Disziplin, mit dem Ziel, den Gegner auf jede erdenkliche Art kampfunfähig zu machen. Schläge aller Art waren erlaubt und in Sparta sogar Kratzen und Beißen. Die große Besucherattraktion waren aber die halsbrecherischen Wagen- und Pferderennen. Gleich dreifacher Olympiasieger wurde darin Philipp II. von Makedonien, Vater von Alexander dem Großen. Im Jahre 462 wird vom riskanten Quadriga-Rennen berichtet, nur ein Einziger habe das Ziel heil erreicht.

Geburtsort der Olympischen Spiele und beraubtes Weltwunder

Besichtigung Antikes Olympia.

Das schöne, weitläufige Ausgrabungsgelände ist einladend. Weich, auf gefallenen Kiefernadeln spazieren wir durch säulengeschmückte Alleen und eingewachsene Ruinen. Der Duft von Harz und das Licht des späten Nachmittags sind besonders stimmungsvoll. Tempel, Hallen, Bäder, Gästehäuser, Bildhauer-Werkstatt und Gymnasium erzählen griechische Geschichte. Olympia lohnt nicht nur wegen des berühmtesten Stadions der Welt (wobei mir das Stadion von Nemea mit dem Athleten-Tunnel besser gefiel).

 

Der Zeus-Tempel als Dach für ein Weltwunder.

Der monumentale Zeus-Tempel in Olympia diente als Schutzhaus für das wahre Prunkstück. Die gigantische Kult-Statue des patriarchalischen ‚Göttervater Zeus’, die zu den sieben Weltwundern der Antike zählt. Der 13 Meter hohe, auf einem Thron sitzende Zeus bestand aus Elfenbein, sein Gewand aus Gold und die Augen aus faustdicken Edelsteinen. Erschaffen wurde die Statue 456 v. Chr. vom Bildhauer Phidias. Nach ihrem Raub im 4. Jh. n. Chr. landete Zeus in Konstantinopel (Istanbul), wo er mit rund 900 Jahren einem Großbrand zum Opfer gefallen sein soll.

Es hieß, wer die Zeus-Statue nicht mit eigenen Augen gesehen habe, wird unglücklich sterben.

Zeus ist verschwunden, aber die Reste seines Tempels sind in Olympia noch zu bestaunen. Um die Tempelanlage liegen riesige, gestürzte Säulentrommeln, die uns eine ungefähre Ahnung von den Dimensionen des einstigen Super-Tempels geben.

 

TIPP: Ein Museum der Weltklasse! Das Archäologische Museum von Olympia.

Ein Highlight ist die große Halle mit den beiden rekonstruierten Giebeln des Zeus-Tempels und seinen stattlichen Skulpturen, dem zentralen Apollon mit 3,09m oder den berühmten Heldentaten des Herakles. Ein anderes Highlight ist die große Marmorstatue der vom Olymp herabschwebenden Siegesgöttin Nike.

Infos Antikes Olympia

  • Die neue Stadt Olympia besteht nur aus Hotels, Touristenlokalen, Souvenirs und wartenden Tourenbussen, dafür ist man zu Fuß in 10 Minuten am Olympia Gate. Beste Restaurants in Olympia (Tripadvisor).
  • Beste Uhrzeit früh oder spät! Die Kreuzfahrtschiffe ankern 30min entfernt und bringen täglich Tausende von Besuchern mit Bussen in die Stadt.

Über charmante Küstenorte nach Delphi

 

Nach dem Besuch von Olympia verlassen wir die Peloponnes auf dem Weg nach Delphi, und zwar über die aufsehenerregende Rion-Antirio Brücke. 2,5 km über die Meerenge wird die Autobrücke von Schrägseilen getragen und macht sie somit erdbebensicher. 

 

Auf der anderen Seite am nördlichen Golf von Korinth warten vor Delphi noch die zwei schönen Küstenorte Nafpaktos und Galaxidi bevor die Reise in Athen endet.

Mein Tipp – das alte Seefahrerdorf Galaxidi

Eine Übernachtet mit einem besonderen Abendessen lohnt sich im alten Seefahrerort, dem noch ursprünglichen Galaxidi. Wir hatten ein großes, sehr schönes Apartment von Nautilus Apartments. Daneben gibt es in Galaxidi eine ganze Reihe hübscher kleiner Hotels, alle auch auf Booking.com.

 

Als besonderen Restaurant Tipp in der Altstadt von Galaxidi empfehle ich das O Mpempelis (oder auch O Bebelis, Info Webseite). Urig mit einer einladenden Atmosphäre, seit 30 Jahren hier am Platz. Der Chef Bebelis hat ein Faible für Gemüse, die er als wunderbare Gerichte auf den Tisch bringt. Am besten einige probieren, wie den gegrillten Auberginensalat mit Feta und Tomaten, Zucchini-Tomaten-Bällchen. Die gefüllten Zwiebeln mit Auberginencreme oder gefüllten Weinblätter mit einer leichten hellen Soße schmeckten herrlich. Dazu gibt es gute lokale Weine.

Besuch in Delphi – einmal in Leben das Orakel befragen

 

DELPHI / DELFI HOTEL EMPFEHLUNGEN AUF BOOKING.COM

 

DIE BESTEN RESTAURANTS IN DELPHI DIE TAVERNA VAKHOS WAR UNSER FAVORIT – GEMÜTLICH UND KOMPETENT, DAS ESSEN IST MIT ABSTAND DAS BESTE IN DELPHI – DAZU DER TOLLE AUSBLICK – VERSUCHT EIN TISCH AM FENSTER ZU BEKOMMEN!

Text: Edel Seebauer  / Fotos: Jürgen Mahler

 

 

Wenn Euch der Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen Eintrag in mein Gästebuch.